Strom sparen

Alte Lichterkette frisst im Advent über 6 Euro Strom

Alte Lichterkette mit Glühlämpchen und LED-Lichterkette auf einem Holztisch, daneben ein Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige

Symbolbild: KI-generiert.

In vier Wochen ist der erste Advent, und in vielen Kellern liegt noch die Kette von vor zwölf Jahren: Glühlämpchen, ein Knoten aus schwarzem Kabel, jedes Jahr „geht noch". Sie funktioniert tatsächlich. Nur sagt Ihnen niemand, was sie dabei verbrennt, und das ist nicht nur Strom.

Ich habe in den letzten Jahren sehr viele Zwischenstecker, Steckdosen und Lampen im Haus durchgemessen, vom Heizlüfter bis zum Dekolicht. Beim Thema Weihnachtsbeleuchtung ist die Lage ungewöhnlich eindeutig: Es gibt einen Faktor von rund zehn zwischen alter und neuer Technik, und es gibt ein zweites Thema, das mit der Stromrechnung nichts zu tun hat, nämlich was draußen an der Steckdose passiert. Beides sehen wir uns der Reihe nach an.

Eine Kette, 300 Betriebsstunden, 35 Cent je kWh (Annahme) Alte Glühlämpchen-Kette, angenommen 70 Watt 21 kWh, also rund 7,35 Euro für eine einzige Kette LED-Kette, angenommen 6 Watt 1,8 kWh, also rund 0,63 Euro Rechnung: Watt mal Stunden geteilt durch 1000 mal Strompreis. Leistung und Preis sind Annahmen, Ihre Werte stehen auf dem Typenschild und der Stromrechnung.

Eigene Darstellung, Rechenbeispiel mit angenommenen Werten.

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Wie viel Strom kostet eine Lichterkette im Advent?

Eine LED-Kette kostet im Advent meist deutlich unter einem Euro, eine alte Kette mit Glühlämpchen kann bei zwölf Stunden täglich über 6 Euro kosten. Die Verbraucherzentrale nennt für LED rund ein Zehntel des Stroms und etwa die hundertfache Lebensdauer.

Die Zahlen stammen aus zwei Quellen. Der BUND hat bereits 2021 vorgerechnet, dass eine Kette mit alten Glühlämpchen bei zwölf Stunden täglichem Betrieb im Advent mehr als sechs Euro kostet, vergleichbare LED-Modelle weniger als einen Euro. Die Verbraucherzentrale sagt dasselbe in anderer Form: LED-Lichterketten brauchen im Vergleich zu Glüh- oder Halogenlampen nur etwa ein Zehntel des Stroms und halten rund hundertmal länger. Beide Aussagen passen zu meinem Rechenbeispiel oben, das ich mit eigenen Annahmen gebaut habe.

Die Rechnung selbst ist einfach: Leistung in Watt mal Betriebsstunden, geteilt durch 1000, ergibt Kilowattstunden. Mal Ihr Strompreis ergibt Euro. Eine LED-Kette mit 6 Watt kommt bei 300 Stunden auf 1,8 Kilowattstunden. Das Beispiel nutzt auch die Verbraucherzentrale in ihrer Energieberatung, dort mit einem Ergebnis zwischen etwa 70 Cent und 1,20 Euro, je nach angesetztem Strompreis. Bei 35 Cent lande ich bei rund 63 Cent.

Ehrlich eingeordnet: Eine einzelne Kette ist keine Stromfalle. Aber Weihnachtsbeleuchtung kommt selten allein. Fensterkette, Baum, Balkon, Vorgarten, Schwibbogen: Wer fünf alte Ketten hat, ist schnell im zweistelligen Euro-Bereich, nur für Dekoration. Wie sich solche Posten in die Gesamtrechnung einfügen, zeigt der Stromkosten-Rechner, und die größeren Hebel für nächstes Jahr stehen in unserem Beitrag zu Strompreis 2027 und Netzentgelten.

Bin ich überhaupt betroffen?

Erst die Entwarnung: Wer in den letzten Jahren eine Kette mit LED gekauft hat, ist nicht betroffen, die Stromkosten sind dort Nebensache. Betroffen sind Sie, wenn mindestens eines davon zutrifft:

  • Die Kette ist mehr als etwa zehn Jahre alt oder stammt aus einem Erbstück-Karton.
  • Die Lämpchen sind kleine Birnchen aus Glas, nicht winzige Punkte.
  • Auf dem Typenschild steht eine Leistung im zweistelligen Wattbereich für eine einzelne Kette.
  • Das Kabel ist spröde, der Stecker verfärbt oder die Isolierung hat Risse.
  • Sie nutzen eine Innenkette draußen, weil sie „bisher gehalten hat".

Der einfachste Test kostet nichts: Lassen Sie die Kette etwa 15 Minuten brennen und fassen Sie die Lämpchen vorsichtig an. Spürbar heiße Birnchen sind ein Hinweis auf Glühlämpchen. Diesen Hinweis gibt die Verbraucherzentrale so weiter. Das Typenschild am Stecker oder Trafo nennt dann die genaue Leistung.

Was gilt für Lichterketten draußen?

Im Freien mindestens Schutzart IP44, bei Regen und Schnee eher IP54 oder IP65. Auch Netzteil, Trafo und Steuerbox müssen für außen zugelassen sein, und beschädigte Kabel oder Stecker gehören nicht mehr ans Netz.

Die Mindestanforderung von IP44 nennt zum Beispiel die R+V Versicherung für Lichterketten im Außenbereich. Der TÜV Süd geht weiter und hält bei Regen oder Schnee Werte um IP54 oder IP65 für sinnvoll. Der TÜV weist außerdem darauf hin, dass nicht nur die Kette selbst, sondern auch Trafos, Netzteile und Steuerboxen für draußen geeignet sein müssen, und dass Kabelbrüche, Risse in der Isolierung oder beschädigte Stecker ein Grund sind, das Produkt nicht mehr anzuschließen. Eine Innenkette gehört nicht ins Freie, auch nicht „nur unter dem Dachüberstand".

Ein praktischer Punkt, den viele übersehen: der Anschlusspunkt. Wenn Sie über eine Steckdose am Haus oder im Carport anschließen, hängt die Sicherheit auch an ihr. Ist sie spritzwassergeschützt, gibt es dahinter einen Fehlerstromschutzschalter, und hängt nicht noch eine Mehrfachsteckdose in einer Pfütze? Wie schnell eine überlastete oder alte Steckdose zum Problem wird, habe ich bei Heizlüftern beschrieben: Heizlüfter an der Steckdose. Für LED-Ketten ist die Last klein, für Außenanschlüsse bleibt das Wasser das Thema. Ein Sicherheitsversprechen gibt es nicht, nur weniger Risiko: Zugentlastung am Stecker, Kabel nicht durch Türspalten klemmen, nichts über scharfe Kanten ziehen.

Lohnt sich ein smarter Zwischenstecker oder Timer?

Ja, aber vor allem als Kontrolle und Komfort. Bei LED spart der Zeitplan nur Cent-Beträge. Er verhindert Dauerbetrieb über Nacht, schaltet nach Dämmerung und zeigt mit Messfunktion, was die Kette wirklich zieht.

In drei Stufen, vom Kostenlosen zum Investieren:

  1. Kostenlos: Gewohnheit ändern. Kette abends bewusst ausschalten, nicht bis zum nächsten Morgen brennen lassen. Allein zwölf statt achtzehn Stunden täglich senkt den Verbrauch um ein Drittel, bei einer alten Kette ist das spürbar.
  2. Günstig: Zeitschaltuhr oder Zwischenstecker. Eine einfache Zeitschaltuhr genügt für den Zeitplan. Ein smarter Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung zeigt zusätzlich in Watt, was Ihre Kette zieht, und lässt sich nach Dämmerung schalten. Praktisch ist das im Zusammenspiel mit dem Licht im Haus, das ich in Dunkle Fenster ab 17 Uhr beschrieben habe: Ein beleuchtetes Fenster ist auch ein Zeichen von Anwesenheit.
  3. Investition: Neue LED-Ketten. Wer mehrere alte Ketten hat, erspart sich durch den Tausch den größten Teil der Kosten und die Wärmeentwicklung. Achten Sie auf GS- oder VDE-Zeichen und die passende Schutzart.

Beim Zwischenstecker kommt es auf die Last an. Eine Schuko-Steckdose ist für etwa 3680 Watt ausgelegt, Außen-Zeitschaltuhren nennen das auch als Maximum. Das ist bei LED-Ketten weit entfernt. Bei alten Ketten mit vielen Lämpchen, mehreren davon an einer Leiste, rechnen Sie nach: Ein gutes Dutzend Ketten mit je 70 Watt kommt zusammen auf rund 840 Watt. Der Stecker sollte laut gängigen Ratgebern eine Leistungsreserve von 20 bis 30 Prozent haben. Für Messen und Schalten nutze ich selbst gern Shelly-Geräte, die ich bei Shelly 1PM beschrieben habe, für den einfachen Fall reicht aber schon ein günstiger Zwischenstecker, etwa wie im Meross-Test.

Und noch ein Wort zur Zeitumstellung am Sonntag: Wenn ein Zeitplan plötzlich eine Stunde danebenliegt, liegt das nicht am Stecker. Was dabei im Smart Home stolpert, steht in Zeitumstellung und Smart Home. Ein Dämmerungsschalter oder die Astro-Funktion im Zwischenstecker umgeht das Problem.

Fazit

Die Stromrechnung ist bei Weihnachtsbeleuchtung ein lösbares Problem: LED statt Glühlämpchen senkt die Kosten um etwa neunzig Prozent. Das größere Risiko liegt in Alter, Schutzart und Anschlusspunkt, vor allem draußen. Wer die Kette 15 Minuten testet, das Typenschild liest und eine passende Schutzart wählt, hat das Wichtigste erledigt. Ein smarter Zwischenstecker ist dabei kein Muss, aber ein ehrlicher Helfer, weil er misst, statt zu raten.

Quellen und Stand: Die Angaben zu BUND-Rechnung 2021 (über 6 Euro bei Glühlämpchen, unter 1 Euro bei LED), zu Verbrauch und Lebensdauer von LED-Ketten (rund ein Zehntel Strom, etwa hundertfache Lebensdauer), zum Berechnungsbeispiel mit 6 Watt und 300 Stunden sowie zum 15-Minuten-Test stammen von der Verbraucherzentrale und aus Berichten von Utopia.de. Angaben zu IP44 (R+V Versicherung) sowie IP54/IP65, Zubehör und beschädigten Kabeln (TÜV Süd) stammen aus deren Veröffentlichungen. Recherche vom 21.10.2026. Preis- und Leistungsangaben in unseren Rechenbeispielen sind Annahmen. Im Zweifel entscheidet die Elektrofachkraft vor Ort.