Weihnachtsbeleuchtung an Smart-Steckdosen: Diese Grenzen gelten
Kurz gesagt: Moderne LED-Ketten ziehen nur 3 bis 10 Watt, die Leistungsgrenze der Steckdose ist selten das Problem. Kritisch sind der kurze Einschaltstrom der Netzteile, der Relais verkleben lassen kann, sowie fehlende Schutzart draußen: Dort gilt mindestens IP44 für die gesamte Kette samt Steckdose.
Symbolbild: KI-generiert
Im Dezember hängen schnell ein Dutzend Lichterketten an Zeitplänen: abends an, nachts aus, gesteuert über die smarte Steckdose. Das ist sinnvoll, denn Zeitschaltuhren oder smarte Steckdosen verhindern laut ZDFheute, dass Ketten unbeabsichtigt durchlaufen. Gefährlich wird es aber an anderer Stelle, als viele denken.
Die Watt-Grenze ist selten das Problem
Moderne LED-Ketten brauchen laut ZDFheute 3 bis 10 Watt, ältere Glühbirnchen-Ketten 30 bis 50 Watt oder mehr. Eine Steckdose wie die Shelly Plug S Gen3 ist laut Produktdaten für 12 Ampere und 2500 Watt ausgelegt. Zehn LED-Ketten mit je 10 Watt ergeben rechnerisch 100 Watt, das liegt weit darunter. Rechnen Sie trotzdem die Typenschilder aller Netzteile zusammen. Wichtig: Der Höchstwert von 2500 Watt gilt laut den Produktangaben der Shelly-Steckdosen nur für ohmsche Last. LED-Netzteile sind Schaltnetzteile und damit keine rein ohmsche Last.
Das eigentliche Risiko: Einschaltstrom und Relais
Beim Einschalten ziehen Netzteile kurz ein Vielfaches ihres Nennstroms. Bei LED-Lampen sind laut LEDTipps Spitzen bis zum 100-Fachen möglich, allerdings nur für wenige Mikrosekunden. Hängen mehrere Netzteile parallel an einer Steckdose, addieren sich diese Spitzen. Die Folge: Relaiskontakte können festkleben, sodass sich die Beleuchtung nicht mehr ausschalten lässt. Das beschreibt LEDTipps für Schaltaktoren; ein smartes Steckdosenrelais arbeitet nach demselben Prinzip. Ob ein bestimmtes Netzteil zur Steckdose passt, lässt sich nach Angaben von Parcolux ohne Datenblatt oder Messung nicht belastbar sagen.
Warnzeichen sind Funken oder Knistern beim Schalten und Ketten, die trotz „Aus“ leuchten. Dann sofort ausstecken.
Draußen: IP44 für die ganze Kette
Der TÜV SÜD empfiehlt für draußen mindestens Schutzart IP44, also Schutz gegen Spritzwasser, und rät, auch die Kältetauglichkeit zu prüfen (t-online). Das gilt für die gesamte Strecke: Kette, Netzteil, Verlängerung und auch die smarte Steckdose. Eine normale Innen-Steckdose gehört nicht ins Freie. Für draußen gibt es eigene Modelle, etwa den Shelly Outdoor Plug S Gen3 mit IP44.
Mehrfachstecker nie hintereinanderstecken
Laut ZDFheute dürfen Mehrfachsteckdosen niemals hintereinandergeschaltet werden, weil Überhitzung und Brand drohen. Das ist gerade bei vielen Ketten verlockend.
Ihre Checkliste
1. Netzteil-Leistungen addieren und weit unter dem Steckdosen-Maximum bleiben. 2. Eine Steckdose nicht mit vielen Netzteilen bestücken, lieber verteilen. 3. Draußen nur IP44 oder besser. 4. Keine Mehrfachstecker-Kaskaden. 5. Nach der ersten Woche prüfen, ob die Ketten wirklich ausgehen. Welche Geräte grundsätzlich nicht an eine smarte Steckdose gehören, lesen Sie in unserem Beitrag WLAN-Steckdosen: Diese Geräte gehören nicht daran.
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