Raclette-Abend: Nur rund 1 Euro Strom – und was wirklich kostet
Symbolbild: KI-generiert.
Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester steht dasselbe Gerät auf dem Tisch, und jedes Jahr taucht dieselbe Sorge auf: Raclette, das Ding glüht doch stundenlang, das muss auf der Stromrechnung zu sehen sein. Ich habe das einmal sauber durchgerechnet, mit der Wattzahl vom Typenschild und einem Strompreis, den Sie durch Ihren eigenen ersetzen können.
Vorweg die Einordnung, die den Rest entspannt: Der Strom ist beim Raclette die kleinste Position des Abends. Wo trotzdem Geld hängen bleibt, ist eine Frage von Dauer und Begleitgeräten, und genau da lohnt der Blick. Alle Zahlen unten sind Rechenbeispiele mit offen genannten Annahmen, kein Messprotokoll Ihres Geräts.
- Smarte Steckdosen mit Verbrauchsmessung bei Amazon ansehen*
- Strommessgeräte für die Steckdose bei Amazon ansehen*
*Anzeige · Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht. Die Auswahl im Artikel bleibt davon unberührt.
Was kostet ein Raclette-Abend an Strom?
Rund 90 Cent bei einem Grill mit 1.500 Watt, der zwei Stunden läuft: 1,5 Kilowatt mal 2 Stunden sind 3 Kilowattstunden, mal 30 Cent. Ein kleines Gerät für zwei Personen mit 400 Watt kommt auf rund 25 Cent.
Die Formel ist immer dieselbe: Watt durch 1.000, mal Stunden, mal Ihr Arbeitspreis in Euro je Kilowattstunde. Als Preis nehme ich 30 Cent an. Das ist eine runde Annahme nahe am Durchschnitt, Ihr Tarif kann abweichen, die Rechnung bleibt linear: 10 Prozent teurerer Strom heißen 10 Prozent höhere Kosten.
Auch E.ON nennt für einen zweistündigen Abend mit einem modernen 1.500-Watt-Grill rund 90 Cent, und mit 30 Cent je Kilowattstunde deckt sich das mit meiner Rechnung. Die typische Leistung von Raclette-Geräten liegt laut Produktangaben im Handel zwischen etwa 400 Watt für Zwei-Personen-Geräte und 1.800 Watt für große Pizza-Raclettes.
| Gerät | Leistung | Dauer | Verbrauch | Kosten bei 30 ct |
|---|---|---|---|---|
| Raclette für 2 Personen | 400 W | 2 h | 0,8 kWh | 0,24 € |
| Raclette für 4 Personen | 1.200 W | 3 h | 3,6 kWh | 1,08 € |
| Raclette für 8 Personen | 1.500 W | 2 h | 3,0 kWh | 0,90 € |
| Raclette für 8 Personen | 1.500 W | 4 h | 6,0 kWh | 1,80 € |
| Elektrisches Fondue | 1.000 W | 2,5 h | 2,5 kWh | 0,75 € |
Eigene Rechnung nach Watt mal Stunden mal 30 Cent. Die Wattzahl der Beispielgeräte ist ein Richtwert, maßgeblich ist das Typenschild Ihres Geräts. Taktet ein Regler die Heizung, liegt der Verbrauch darunter.
Was kostet das bundesweit an Silvester?
Rund 7,8 Millionen Euro: Laut einem Bericht der zfk beteiligen sich etwa 21 Prozent der Haushalte, zusammen rund 26 Millionen Kilowattstunden. Auf den einzelnen Haushalt heruntergerechnet sind das gut 3 Kilowattstunden.
Die Zahl stammt aus dem frei lesbaren Teil eines Berichts der zfk über die Stromspitze zu Silvester. Ein Erhebungsjahr nennt dieser Teil nicht, deshalb verstehen Sie sie als Größenordnung. 26 Millionen Kilowattstunden und 7,8 Millionen Euro ergeben rechnerisch 30 Cent je Kilowattstunde, die Rechnung geht also auf.
Mein Gegencheck: Bei rund 41 Millionen Haushalten in Deutschland sind 21 Prozent etwa 8,6 Millionen Raclette-Haushalte. 26 Millionen Kilowattstunden geteilt durch diese Zahl ergeben rund 3 Kilowattstunden je Haushalt. Das passt zu meinem 1.500-Watt-Beispiel mit zwei Stunden. Die Haushaltszahl ist meine grobe Annahme, nicht Teil des Berichts.
Für Energieversorger und Netzbetreiber ist diese Spitze ein Thema, für Ihre Stromrechnung nicht: Ein Euro pro Haushalt ist weniger als ein Päckchen Kerzen.
Eigene Darstellung, Rechenbeispiel mit den genannten Annahmen.
Ist Fondue stromsparender als Raclette?
Nicht grundsätzlich. Elektrische Fondue-Töpfe haben je nach Modell meist rund 800 bis 1.200 Watt, Käsefondue mit Brennpaste braucht gar keinen Strom. Entscheidend sind Leistung und Dauer, nicht die Gerätesorte.
Im Rechenbeispiel liegt ein elektrisches Fondue mit 1.000 Watt und zweieinhalb Stunden bei 75 Cent und damit im selben Bereich wie der Raclette-Grill. Wer klassisch mit Rechaud und Brennpaste arbeitet, zahlt Strom überhaupt nicht, dafür die Paste, deren Preis je nach Marke und Menge schwankt und den ich deshalb nicht beziffere.
Praktisch ist die Kombination aus beidem: Viele Raclette-Geräte lassen sich mit einem Fondue-Aufsatz erweitern, und dann hängt der Verbrauch am gesamten Gerät, nicht am Aufsatz. Vergleichen Sie vor dem Kauf die Wattangabe der Kombi mit der des einfachen Grills, statt nur auf die Zahl der Pfännchen zu schauen.
Was kostet an so einem Abend wirklich Geld?
Der Käse und alles andere auf dem Tisch. Bei vier Personen kommen schnell einige Dutzend Euro für Käse, Fleisch und Beilagen zusammen, der Grillstrom ist dagegen eine Randnotiz. Beim Strom lohnt der Blick auf Begleitgeräte.
Für den Warenwert nenne ich keine Messung, sondern eine Größenordnung: Bei 200 Gramm Käse je Person sind es allein beim Käse mehrere Euro je Person, den Betrag für Ihren Einkauf kennen Sie besser als ich. Das Gerät ist jedenfalls die billigste Zutat des Abends.
Beim Strom stecken die kleinen Zusatzkosten woanders. Wer Kartoffeln im Ofen backt oder Brot aufbäckt, zündet das größte Heizgerät der Küche an. Was ein Ofenlauf kostet, habe ich in Plätzchen backen: Was ein Blech an Strom kostet gerechnet, die Methode ist dieselbe. Kochen Sie Kartoffeln lieber mit Deckel auf der Herdplatte und halten Sie sie in einer Isolierschale warm.
Dazu kommt das nächste Gerät am nächsten Morgen: Die Spülmaschine mit Pfännchen, Spateln und Tellern voll zu fahren ist sparsamer als zweimal halb, welches Programm passt, steht in Spülmaschine: Kurzprogramm oder Eco. Und eine Lichterkette über dem Tisch kostet, wenn sie LED ist, kaum etwas, mehr dazu in Alte Lichterkette im Advent.
Wie spare ich beim Raclette Strom?
Mit Temperaturregler eine Stufe tiefer fahren, den Grill nicht länger als nötig vorheizen und nach dem Essen sofort ausschalten. Mehr als einige Dutzend Cent holen Sie nicht heraus, aber es kostet keine Mühe.
E.ON nennt als einfachsten Hebel den Temperaturregler, falls Ihr Grill einen hat. Der Gedanke dahinter: Hält die Platte ihre Temperatur, taktet der Thermostat die Heizung, und sie läuft nicht dauernd auf voller Leistung. Ein Gerät ohne Regler läuft einfach durch, dann ist der Ausschalter der Hebel.
Drei Gewohnheiten reichen: Vorheizen nur so lange, bis die Pfännchen heiß sind, die Platte nach dem letzten Bissen ausschalten, und die Restwärme für Obst oder Marshmallows zum Dessert nutzen.
Wer es genau wissen will, misst nach: Eine smarte Steckdose mit Energiemessung oder ein einfaches Strommessgerät zwischen Steckdose und Grill zeigt den echten Verbrauch des Abends. Bei Heizgeräten mit Regler sieht man damit sofort, wie oft die Heizung wirklich taktet.
Fazit
Ein Raclette- oder Fondue-Abend kostet an Strom rund 25 Cent bis zwei Euro, bei dem üblichen Familiengerät etwa einen Euro. Dass bundesweit zu Silvester Millionen zusammenkommen, liegt an der Zahl der Haushalte, nicht an einem einzelnen Abend. Es lohnt sich nicht, auf den Grill zu verzichten, aber es lohnt sich, den Backofen für die Beilagen aus dem Spiel zu lassen und nach dem Essen auszuschalten. Welcher Betrag bei Ihnen herauskommt, zeigt die Formel mit Ihrer Wattzahl und Ihrem Arbeitspreis, mit unserem Stromkosten-Rechner geht das in Sekunden.
Quellen und Stand: November 2026. Beispielrechnung für ein 1.500-Watt-Gerät über zwei Stunden (rund 90 Cent) sowie der Tipp zum Temperaturregler laut E.ON; Silvester-Verbrauch (rund 21 Prozent der Haushalte, 26 Millionen Kilowattstunden, 7,8 Millionen Euro) laut zfk, Erhebungsjahr dort nicht angegeben. Gerätewerte sind Richtwerte aus Herstellerangaben im Handel, alle Kosten eigene Rechnung mit 30 Cent je Kilowattstunde.