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Wer schon einmal eine Überwachungsaufnahme nach einem Vorfall im Nachhinein ausgewertet hat, kennt das Problem: Die Weitwinkelkamera zeigt zwar, dass jemand über den Hof lief – aber das Gesicht ist ein verwaschener Fleck aus vier Metern Entfernung. Eine Zoom-Kamera wiederum verpasst das Geschehen komplett, sobald es außerhalb ihres engen Bildausschnitts passiert. Genau dieses Entweder-Oder ist der Grund, warum viele Nutzer am Ende zwei Kameras für einen Bereich montieren. Reolink schlägt mit der TrackMix Series W760 einen anderen Weg vor: zwei Objektive, ein Gehäuse, ein gleichzeitiges Bild.
Die Reolink TrackMix W760 in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Auflösung | 3840×2160 (8 MP) je Objektiv, 20 fps |
| Objektive | Weitwinkel 104° (f=2,8 mm) + Tele 38° (f=8 mm), 6x Hybrid-Zoom |
| Schwenk/Neigung | 355° horizontal, 0–90° vertikal, motorisiert |
| Nachtsicht | Infrarot bis 30 m, zusätzlich 2× Farb-Spotlights (4 W, 6500K) |
| KI-Erkennung | Person, Fahrzeug, Tier + Auto-Tracking |
| WLAN | Dual-Band Wi-Fi 6 (2,4/5 GHz), zusätzlich LAN-Port |
| Speicher | microSD bis 512 GB, NVR/PoE, FTP/NAS |
| Stromversorgung | Netzteil DC 12 V/2 A – kein Akku, kein Solarbetrieb |
| Schutzklasse | IP65, Betrieb −10 °C bis +55 °C |
| Preis 2er-Set | 330 € statt 400 € UVP (tink, Stand 08.09.2026) |
| Ersteindruck | 8,4 / 10 |
Das Kamera-Dilemma, technisch gelöst
Eine einzelne Linse muss sich entscheiden: Entweder sie zeigt einen weiten Bereich in geringer Detailschärfe, oder sie zoomt nah heran und verliert dabei den Überblick. Die TrackMix W760 umgeht diese Entscheidung, indem sie zwei Sensoren gleichzeitig betreibt – ein Weitwinkelobjektiv mit 104° Sichtfeld liefert die Übersicht über den gesamten Bereich, während ein Teleobjektiv mit 6-fachem Hybrid-Zoom automatisch auf erkannte Personen, Fahrzeuge oder Tiere zoomt. Beide Bilder liegen gleichzeitig vor, kein manuelles Umschalten nötig.
Dazu kommt der 355°-Schwenkbereich: Die Kamera dreht sich motorisiert praktisch vollständig um die eigene Achse und deckt so von einem einzigen Montagepunkt aus Einfahrt, Garten und Hauseingang ab – ein klassischer Vorteil aktiv schwenkender PTZ-Kameras gegenüber starr montierten Modellen.
Die ehrliche Einordnung: Netzbetrieb ist Pflicht, nicht Option
Wer die technische Ausstattung sieht, könnte annehmen, die W760 sei ein Rundum-Modell für jeden Einsatzort. Das ist sie nicht: Die Kamera läuft ausschließlich am Netzteil – es gibt keine Akku- oder Solarpanel-Variante wie bei anderen Reolink-Modellen. Wer eine Kamera an einer Stelle ohne vorhandenen Stromanschluss montieren will (etwa am Gartenzaun oder auf einem freistehenden Pfosten), braucht entweder eine Verkabelung oder ein anderes Modell aus der Reolink-Reihe. Preislich liegt eine Einzelkamera laut Geizhals-Preisvergleich (Stand 08.09.2026) bei rund 154,93 € – das 2er-Set bei tink für 330 € ist damit ein moderater, aber kein außergewöhnlicher Rabatt gegenüber dem Einzelpreis.
Für wen sich die Reolink TrackMix W760 NICHT lohnt
Für eine einzelne Haustür oder einen kleinen Balkon ist die W760 überdimensioniert – hier tut es eine einfache, deutlich günstigere Video-Türklingel oder Kompaktkamera genauso gut, ohne den motorisierten Schwenkmechanismus mitzubezahlen. Wer eine Kamera für einen Ort ohne Stromanschluss sucht (Gartenlaube, freistehender Zaun, Wohnwagen), ist mit einer akku- oder solarbetriebenen Reolink-Kamera besser bedient, da die W760 zwingend ans Netzteil muss. Und wer nur gelegentlich prüfen will, ob die Haustür jemand betreten hat, braucht keine 6-fach-Zoom- und Auto-Tracking-Funktion – das treibt Preis und Einrichtungsaufwand ohne echten Zusatznutzen nach oben.
Pro und Contra: TrackMix W760 (Stand Launch-Check)
Pro
- Weitwinkel und 6x Zoom laufen gleichzeitig, kein Umschalten
- 355° Schwenk deckt große Flächen von einem Montagepunkt ab
- KI-Erkennung unterscheidet Person, Fahrzeug und Tier
- Wi-Fi 6 plus LAN-Port für stabilere Verbindung
- IP65 und breiter Betriebstemperaturbereich für den Außeneinsatz
Contra
- Kein Akku- oder Solarbetrieb – zwingend Netzanschluss nötig
- 2er-Set-Preis nur moderat unter dem doppelten Einzelpreis
- Für einen einzelnen kleinen Bereich überdimensioniert
- Eigene Praxiswerte zu Tracking-Zuverlässigkeit fehlen noch – unser Test folgt
Für wen lohnt sich die Reolink TrackMix W760?
Unsere Einschätzung zum Launch: Die TrackMix W760 überzeugt dort, wo eine Kamera bisher an ihre Grenzen kam – bei größeren Außenbereichen, die sowohl Übersicht als auch verwertbare Details liefern sollen. Wer Einfahrt, Garten oder Hofzufahrt mit einer einzigen, fest montierten Kamera abdecken will und einen Stromanschluss zur Verfügung hat, bekommt hier eine technisch durchdachte Lösung für das klassische Weitwinkel-oder-Zoom-Dilemma. Für eine einzelne Tür oder einen Ort ohne Netzanschluss lohnt sich der Griff zu einem einfacheren oder akkubetriebenen Modell mehr. Deal-Alarm abonnieren lohnt sich, um aktuelle Preise nicht zu verpassen.
Häufige Fragen
Was kostet die Reolink TrackMix W760?
Eine einzelne Kamera liegt laut Preisvergleich (Geizhals, Stand 08.09.2026) bei rund 154,93 €. Als 2er-Set gibt es sie bei tink für 330 € statt 400 € UVP.
Braucht die TrackMix W760 einen Akku?
Nein, die W760 wird per Netzteil (DC 12V/2A) betrieben. Wer eine akku- oder solarbetriebene Kamera für einen Ort ohne Stromanschluss sucht, braucht ein anderes Reolink-Modell.
Für wen lohnt sich die Reolink TrackMix W760?
Für größere Außenbereiche wie Einfahrt, Garten oder Hofzufahrt, wo eine einzelne Kamera sowohl die Übersicht als auch verwertbare Details liefern soll. Für eine einzelne Haustür oder eine kleine Terrasse reicht meist eine einfachere, günstigere Kamera.
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