Transparenz: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (*). Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision – der Preis ändert sich für Sie nicht. Dies ist ein Launch-Check auf Datenbasis: Wir ordnen die Herstellerangaben und die ersten Fachmedien-Einschätzungen ein.
Wer eine Kamera in sein Homematic-IP-System einbinden wollte, war bislang auf Partnerprodukte von Ezviz angewiesen – ein Umweg über eine fremde App-Anbindung. Seit dem 31. Juli 2026 ist damit Schluss: Hersteller eQ-3 bringt mit sechs neuen Modellen die erste eigene Kamerafamilie auf den Markt, von der einfachen Innenkamera bis zur Video-Türklingel. Wir haben uns die Innenkamera – plus (HmIP-CI-PL) genauer angesehen, das gehobene der beiden Innenkamera-Modelle mit motorisierter Schwenk-Neigefunktion für größere Räume.
Die Innenkamera – plus in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Modell | HmIP-CI-PL, Artikelnummer 162942A0 |
| Sensor | 4 Megapixel, 2560 × 1440 px (QHD) |
| Objektiv | 4,0 mm, F2.0, Sichtfeld 85°/45°/95° |
| Schwenk/Neigen | motorisiert, 0–355° / −30° bis +77° |
| Erkennung | Bewegungs- und Geräuscherkennung, automatische Bewegungsverfolgung |
| Privatsphäre | mechanische Objektivabdeckung, dreht das Objektiv bei Inaktivität ins Gehäuse |
| Speicherung | microSD bis 256 GB oder optional verschlüsselt auf Servern in Deutschland |
| Stromversorgung | Steckernetzteil 5 VDC / 100–240 VAC, max. 1.000 mA – kein Akkubetrieb |
| Zwei-Wege-Audio | ja |
| Maße/Gewicht | 59 × 63 × 110 mm, 161 g |
| Voraussetzung | Homematic IP Access Point oder kompatible Zentrale – kein Standalone-Betrieb |
| Zertifizierung | VDE-geprüft, Sicherheits-Support laut Hersteller >5 Jahre nach Abkündigung |
| Preis | 119,95 € UVP (ELV-Shop, Stand 16.08.2026) |
Was die Innenkamera – plus vom Basismodell unterscheidet
Neben der Innenkamera – plus bringt eQ-3 auch eine Innenkamera – basic für 79,95 € auf den Markt: 3 MP, ohne Motor, fest ausgerichtet. Die Plus-Version rechtfertigt den Aufpreis über die motorisierte Schwenk-Neigefunktion (0–355° horizontal, −30° bis +77° vertikal), die größere Räume abdeckt und Bewegungen automatisch verfolgt, statt nur einen festen Ausschnitt zu filmen. Dazu kommt die mechanische Objektivabdeckung: Bei Inaktivität dreht sich die Linse physisch ins Gehäuse – ein Datenschutz-Detail, das rein softwareseitige „Privatsphäre-Modi" mancher Konkurrenzmodelle nicht bieten.
Bei der Speicherung lässt der Hersteller die Wahl: microSD-Karte bis 256 GB für lokalen, abofreien Betrieb, oder alternativ ein verschlüsseltes Cloud-Backup auf Servern in Deutschland – laut eQ-3 ohne zusätzliche monatliche Gebühren. Das ist ein Datenschutz-Plus gegenüber Anbietern, die Cloud-Aufnahmen standardmäßig auf US-Servern ablegen, auch wenn TP-Link, eufy und Aqara ebenfalls kostenlose lokale Speicherung anbieten und der Unterschied damit kein Alleinstellungsmerkmal ist.
Die ehrliche Einordnung: Der Preis ist die eigentliche Hürde
Der Vergleich mit dem Markt fällt eindeutig aus. Die TP-Link Tapo C220 – bei uns bereits im Marktcheck – kostet rund 28 €, ähnlich schwenkbar, ähnliche Auflösung, ebenfalls ohne Abo-Zwang. Die eufy Indoor Cam E220 liegt laut Geizhals bei etwa 35 € und bietet 2K-Auflösung, 360°-Schwenk und Haustiererkennung. Die Aqara Camera E1 startet bei rund 45 € und punktet zusätzlich mit HomeKit-Secure-Video-Unterstützung. Die Homematic IP Innenkamera – plus kostet mit 119,95 € UVP das 2,7- bis 4,3-Fache dieser Modelle – für eine technisch vergleichbare Grundausstattung. Ein Leser-Kommentar unter der Ankündigung auf ifun.de brachte es auf den Punkt: „Toll nur um 50 % zu teuer" – nach unserer Rechnung ist der Aufschlag gegenüber der günstigsten Alternative sogar deutlich höher als 50 %.
Der Grund für den Preis liegt nicht in überlegener Hardware, sondern im geschlossenen Ökosystem: Ohne Homematic IP Access Point oder kompatible Zentrale läuft die Kamera gar nicht – ein reiner WLAN-Standalone-Betrieb wie bei TP-Link, eufy oder Aqara ist nicht vorgesehen. Wer bereits in Heizungssteuerung, Rollladenaktoren oder Alarmanlage von Homematic IP investiert hat, kauft damit eine native Erweiterung seines bestehenden, VDE-zertifizierten Systems. Wer bei null anfängt, zahlt für genau diese Zugehörigkeit drauf.
Homematic IP vs. TP-Link, eufy und Aqara
| Modell | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Homematic IP Innenkamera – plus | 119,95 € | Native Homematic-IP-Integration, VDE-zertifiziert, Access Point Pflicht |
| Aqara Camera E1 | ab ca. 45 € | HomeKit Secure Video, Schwenk-Neigefunktion |
| eufy Indoor Cam E220 | ca. 35 € | 2K, 360° Schwenk, Haustiererkennung, ohne Abo |
| TP-Link Tapo C220 | ca. 28 € | Günstigster Einstieg der vier, ebenfalls ohne Abo |
Für wen sich die Innenkamera – plus NICHT lohnt
So konsequent der Schritt für eQ-3 ist – für viele Käufer ist sie die falsche Wahl. Wer noch kein Homematic-IP-System besitzt und nur eine einzelne Innenkamera sucht, zahlt für dieselbe Grundfunktion (Schwenk, Nachtsicht, App-Steuerung) bei TP-Link oder eufy weniger als ein Drittel. Wer auf Apple HomeKit oder Google Home setzt, ist bei der Aqara Camera E1 besser aufgehoben – Homematic IP bindet ausschließlich in die eigene App ein. Wer die Kamera mobil oder ohne feste Zentrale nutzen will (Ferienwohnung, WG-Zimmer, Testaufbau), scheitert an der Pflicht zum Access Point – hier punkten Tapo und eufy mit reinem WLAN-Standalone-Betrieb. Und wer preissensibel kauft, findet für 30–45 € technisch nahezu gleichwertige Alternativen, ohne beim Datenschutz spürbare Abstriche zu machen, da auch die Konkurrenz lokale, abofreie Speicherung anbietet.
Fazit: Konsequent für Bestandskunden, teuer für alle anderen
Unsere Einordnung: Die Innenkamera – plus ist technisch solide umgesetzt – motorisierte Schwenk-Neigefunktion, mechanische Objektivabdeckung, flexible Speicherung ohne versteckte Abo-Kosten. Ihr eigentlicher Wert erschließt sich aber nur im Zusammenspiel mit einem bestehenden Homematic-IP-System: dort ersetzt sie den bisherigen Ezviz-Umweg durch eine native, VDE-zertifizierte Lösung aus einer App. Als isolierte Kaufentscheidung gegen den freien Markt verliert sie beim Preis deutlich – 119,95 € stehen 28 bis 45 € bei technisch vergleichbarer Konkurrenz gegenüber. Wer im Homematic-IP-Kosmos lebt, zahlt die Ökosystem-Prämie gern. Alle anderen sollten zuerst rechnen, dann kaufen.
Häufige Fragen
Was kostet die Homematic IP Innenkamera – plus?
119,95 € UVP (ELV-Shop, Stand 16.08.2026). Bei Idealo war das Modell zum Redaktionsschluss noch nicht gelistet – ein Preisvergleich über mehrere Händler war damit noch nicht möglich.
Braucht die Innenkamera einen Homematic IP Access Point?
Ja. Ein eigenständiger WLAN-Betrieb ohne Access Point oder kompatible Zentrale ist laut Hersteller nicht vorgesehen – anders als bei vielen Konkurrenzmodellen von TP-Link, eufy oder Aqara.
Für wen lohnt sich die Innenkamera – plus?
Für Haushalte, die bereits ein Homematic-IP-System mit Access Point betreiben und eine native Kamera-Integration ohne Drittanbieter-Umweg wollen. Wer nur eine einzelne Innenkamera sucht, findet bei TP-Link, eufy oder Aqara technisch vergleichbare Modelle für 28 bis 45 €.
Passt die Innenkamera – plus zu Ihrem System?
Ohne bestehenden Homematic IP Access Point lohnt sich vorher ein Preisvergleich mit der Konkurrenz.
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