Transparenz: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (*). Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision – der Preis ändert sich für Sie nicht. Dies ist ein Launch-Check auf Datenbasis: Wir ordnen die Herstellerangaben und die ersten Fachmedien-Einschätzungen ein.

Wer eine Kamera in sein Homematic-IP-System einbinden wollte, war bislang auf Partnerprodukte von Ezviz angewiesen – ein Umweg über eine fremde App-Anbindung. Seit dem 31. Juli 2026 ist damit Schluss: Hersteller eQ-3 bringt mit sechs neuen Modellen die erste eigene Kamerafamilie auf den Markt, von der einfachen Innenkamera bis zur Video-Türklingel. Wir haben uns die Innenkamera – plus (HmIP-CI-PL) genauer angesehen, das gehobene der beiden Innenkamera-Modelle mit motorisierter Schwenk-Neigefunktion für größere Räume.

Die Innenkamera – plus in einer Grafik

HOMEMATIC IP INNENKAMERA – PLUS Launch-Check · Marktstart 31. Juli 2026 4 MP 2560×1440 px QHD-Auflösung 355° Schwenkbereich Neigen −30° bis +77° 0 € Cloud-Speicher laut Hersteller ohne Abo Pflicht Access Point kein Standalone-Betrieb Preisvergleich: schwenkbare Innenkameras TP-Link Tapo C220 ca. 28 € eufy Indoor Cam E220 ca. 35 € Aqara Camera E1 ab 45 € Homematic IP Innenkamera – plus 119,95 € 2,7- bis 4,3-fach teurer als etablierte Konkurrenz Preis 119,95 € UVP Status Launch-Check Quellen: Homematic IP/eQ-3, ELV, tink Blog, Geizhals, appgefahren.de · Grafik: SmartHome Kompass, August 2026

Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.

Technische Daten im Überblick

ModellHmIP-CI-PL, Artikelnummer 162942A0
Sensor4 Megapixel, 2560 × 1440 px (QHD)
Objektiv4,0 mm, F2.0, Sichtfeld 85°/45°/95°
Schwenk/Neigenmotorisiert, 0–355° / −30° bis +77°
ErkennungBewegungs- und Geräuscherkennung, automatische Bewegungsverfolgung
Privatsphäremechanische Objektivabdeckung, dreht das Objektiv bei Inaktivität ins Gehäuse
SpeicherungmicroSD bis 256 GB oder optional verschlüsselt auf Servern in Deutschland
StromversorgungSteckernetzteil 5 VDC / 100–240 VAC, max. 1.000 mA – kein Akkubetrieb
Zwei-Wege-Audioja
Maße/Gewicht59 × 63 × 110 mm, 161 g
VoraussetzungHomematic IP Access Point oder kompatible Zentrale – kein Standalone-Betrieb
ZertifizierungVDE-geprüft, Sicherheits-Support laut Hersteller >5 Jahre nach Abkündigung
Preis119,95 € UVP (ELV-Shop, Stand 16.08.2026)

Was die Innenkamera – plus vom Basismodell unterscheidet

Neben der Innenkamera – plus bringt eQ-3 auch eine Innenkamera – basic für 79,95 € auf den Markt: 3 MP, ohne Motor, fest ausgerichtet. Die Plus-Version rechtfertigt den Aufpreis über die motorisierte Schwenk-Neigefunktion (0–355° horizontal, −30° bis +77° vertikal), die größere Räume abdeckt und Bewegungen automatisch verfolgt, statt nur einen festen Ausschnitt zu filmen. Dazu kommt die mechanische Objektivabdeckung: Bei Inaktivität dreht sich die Linse physisch ins Gehäuse – ein Datenschutz-Detail, das rein softwareseitige „Privatsphäre-Modi" mancher Konkurrenzmodelle nicht bieten.

Bei der Speicherung lässt der Hersteller die Wahl: microSD-Karte bis 256 GB für lokalen, abofreien Betrieb, oder alternativ ein verschlüsseltes Cloud-Backup auf Servern in Deutschland – laut eQ-3 ohne zusätzliche monatliche Gebühren. Das ist ein Datenschutz-Plus gegenüber Anbietern, die Cloud-Aufnahmen standardmäßig auf US-Servern ablegen, auch wenn TP-Link, eufy und Aqara ebenfalls kostenlose lokale Speicherung anbieten und der Unterschied damit kein Alleinstellungsmerkmal ist.

Die ehrliche Einordnung: Der Preis ist die eigentliche Hürde

Der Vergleich mit dem Markt fällt eindeutig aus. Die TP-Link Tapo C220 – bei uns bereits im Marktcheck – kostet rund 28 €, ähnlich schwenkbar, ähnliche Auflösung, ebenfalls ohne Abo-Zwang. Die eufy Indoor Cam E220 liegt laut Geizhals bei etwa 35 € und bietet 2K-Auflösung, 360°-Schwenk und Haustiererkennung. Die Aqara Camera E1 startet bei rund 45 € und punktet zusätzlich mit HomeKit-Secure-Video-Unterstützung. Die Homematic IP Innenkamera – plus kostet mit 119,95 € UVP das 2,7- bis 4,3-Fache dieser Modelle – für eine technisch vergleichbare Grundausstattung. Ein Leser-Kommentar unter der Ankündigung auf ifun.de brachte es auf den Punkt: „Toll nur um 50 % zu teuer" – nach unserer Rechnung ist der Aufschlag gegenüber der günstigsten Alternative sogar deutlich höher als 50 %.

Der Grund für den Preis liegt nicht in überlegener Hardware, sondern im geschlossenen Ökosystem: Ohne Homematic IP Access Point oder kompatible Zentrale läuft die Kamera gar nicht – ein reiner WLAN-Standalone-Betrieb wie bei TP-Link, eufy oder Aqara ist nicht vorgesehen. Wer bereits in Heizungssteuerung, Rollladenaktoren oder Alarmanlage von Homematic IP investiert hat, kauft damit eine native Erweiterung seines bestehenden, VDE-zertifizierten Systems. Wer bei null anfängt, zahlt für genau diese Zugehörigkeit drauf.

Wer schon einen Homematic IP Access Point besitzt, profitiert von einer App statt zwei Systemen. Ohne bestehendes Homematic-IP-System lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf unseren Überwachungskamera-Kaufberater – dort sind auch die deutlich günstigeren Alternativen eingeordnet.

Homematic IP vs. TP-Link, eufy und Aqara

ModellPreisBesonderheit
Homematic IP Innenkamera – plus119,95 €Native Homematic-IP-Integration, VDE-zertifiziert, Access Point Pflicht
Aqara Camera E1ab ca. 45 €HomeKit Secure Video, Schwenk-Neigefunktion
eufy Indoor Cam E220ca. 35 €2K, 360° Schwenk, Haustiererkennung, ohne Abo
TP-Link Tapo C220ca. 28 €Günstigster Einstieg der vier, ebenfalls ohne Abo

Für wen sich die Innenkamera – plus NICHT lohnt

So konsequent der Schritt für eQ-3 ist – für viele Käufer ist sie die falsche Wahl. Wer noch kein Homematic-IP-System besitzt und nur eine einzelne Innenkamera sucht, zahlt für dieselbe Grundfunktion (Schwenk, Nachtsicht, App-Steuerung) bei TP-Link oder eufy weniger als ein Drittel. Wer auf Apple HomeKit oder Google Home setzt, ist bei der Aqara Camera E1 besser aufgehoben – Homematic IP bindet ausschließlich in die eigene App ein. Wer die Kamera mobil oder ohne feste Zentrale nutzen will (Ferienwohnung, WG-Zimmer, Testaufbau), scheitert an der Pflicht zum Access Point – hier punkten Tapo und eufy mit reinem WLAN-Standalone-Betrieb. Und wer preissensibel kauft, findet für 30–45 € technisch nahezu gleichwertige Alternativen, ohne beim Datenschutz spürbare Abstriche zu machen, da auch die Konkurrenz lokale, abofreie Speicherung anbietet.

Fazit: Konsequent für Bestandskunden, teuer für alle anderen

Unsere Einordnung: Die Innenkamera – plus ist technisch solide umgesetzt – motorisierte Schwenk-Neigefunktion, mechanische Objektivabdeckung, flexible Speicherung ohne versteckte Abo-Kosten. Ihr eigentlicher Wert erschließt sich aber nur im Zusammenspiel mit einem bestehenden Homematic-IP-System: dort ersetzt sie den bisherigen Ezviz-Umweg durch eine native, VDE-zertifizierte Lösung aus einer App. Als isolierte Kaufentscheidung gegen den freien Markt verliert sie beim Preis deutlich – 119,95 € stehen 28 bis 45 € bei technisch vergleichbarer Konkurrenz gegenüber. Wer im Homematic-IP-Kosmos lebt, zahlt die Ökosystem-Prämie gern. Alle anderen sollten zuerst rechnen, dann kaufen.

Häufige Fragen

Was kostet die Homematic IP Innenkamera – plus?

119,95 € UVP (ELV-Shop, Stand 16.08.2026). Bei Idealo war das Modell zum Redaktionsschluss noch nicht gelistet – ein Preisvergleich über mehrere Händler war damit noch nicht möglich.

Braucht die Innenkamera einen Homematic IP Access Point?

Ja. Ein eigenständiger WLAN-Betrieb ohne Access Point oder kompatible Zentrale ist laut Hersteller nicht vorgesehen – anders als bei vielen Konkurrenzmodellen von TP-Link, eufy oder Aqara.

Für wen lohnt sich die Innenkamera – plus?

Für Haushalte, die bereits ein Homematic-IP-System mit Access Point betreiben und eine native Kamera-Integration ohne Drittanbieter-Umweg wollen. Wer nur eine einzelne Innenkamera sucht, findet bei TP-Link, eufy oder Aqara technisch vergleichbare Modelle für 28 bis 45 €.

Passt die Innenkamera – plus zu Ihrem System?

Ohne bestehenden Homematic IP Access Point lohnt sich vorher ein Preisvergleich mit der Konkurrenz.

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