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Warum zwei Kameras in einer? Weil eine einzelne Linse einen Kompromiss erzwingt: Entweder sie sieht viel und erkennt wenig, oder sie zeigt ein Detail und verliert den Rest. Die eufyCam S4 teilt die Aufgabe laut Hersteller auf. Das Weitwinkelobjektiv liefert den Überblick, die PTZ-Kamera (schwenken, neigen, zoomen) macht automatisch Nahaufnahmen und verfolgt Personen und Fahrzeuge. Ob das im Alltag so sauber klappt, haben wir nicht geprüft, wir ordnen die belegte Datenlage ein.
Technische Daten im Überblick
| Aufbau | Bullet-PTZ-Kamera mit Weitwinkel- und PTZ-Objektiv; laut Hersteller 4K mit zwei 2K-Linsen |
| Tracking | Bullet-to-PTZ-Tracking, Auto-Framing, Multi-Kamera-Tracking (nur mit HomeBase S380) |
| KI | Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Haustieren mit der HomeBase S380 (BionicMind AI), 24/7 Smart Snapshots |
| Strom | Integriertes Solarpanel; 24/7-Aufnahme nur mit direkter Stromversorgung (mind. 5 V / 2 A) |
| Speicher | Lokal, verschlüsselt: microSD oder Festplatte; im Set eine 1-TB-Festplatte |
| Anbindung | Direkt am Router oder über HomeBase 3; HomeBase 2 und HomeKit werden nicht unterstützt |
| Nachtsicht | Farbnachtsicht laut Hersteller |
| Im Set | 4 Kameras, 1-TB-Festplatte, Anker Nano Powerbank (5K, magnetisch, slim); Eckhalterung nicht im Lieferumfang |
| Preis | Set 1.744,99 € bei Anker (28.10.2026); Einzelkamera laut Testbericht rund 299 € |
Bullet-to-PTZ: Was das Tracking leisten soll
Sobald das Weitwinkelobjektiv eine Bewegung erkennt, übernimmt die PTZ-Kamera, zoomt heran und verfolgt Personen oder Fahrzeuge, so beschreibt es Anker. In der App lässt sich der PTZ-Fokus per Tipp auf einen Bereich lenken. Der Vorteil gegenüber zwei getrennten Kameras: nur eine Montage, ein Anschluss, ein Ausschnitt in der App.
Wer mehrere S4 am Haus verteilt, kann das Tracking über Kameras hinweg nutzen. Das geht aber nur mit der HomeBase S380; auch die Erkennung von Gesichtern, Fahrzeugen und Haustieren nennt der Hersteller im Zusammenhang mit ihr. Wie zuverlässig die Verfolgung bei Wind, Schatten oder mehreren Personen gleichzeitig arbeitet, belegen die uns vorliegenden Quellen nicht.
Solarpanel und Dauerbetrieb: Der Haken beim Strom
Das Solarpanel ist eingebaut. Wer rund um die Uhr aufzeichnen will, braucht laut Anker aber direkte Stromversorgung mit mindestens 5 V und 2 A sowie einen Speicher. Solar allein trägt also den Ereignisbetrieb, Dauerbetrieb braucht ein Kabel. Fürs Panel empfiehlt der Hersteller Ausrichtung zum Äquator (in Deutschland nach Süden), schattenfrei, 30 bis 45 Grad Neigung, im Sommer flacher, im Winter steiler. Planen Sie das vor dem Kauf ein, denn wie viel Ladung Ihr Standort im Winter bringt, hängt am Ort.
Was Fremdtests sagen
NerdsHeaven bewertet die S4 mit 8,8 von 10 Punkten und lobt Nachtsicht (9,0) und Bildqualität (8,5); die Installation bekommt nur 7,0. Derselbe Test nennt rund 299 Euro für die Einzelkamera und hält das nicht für ein Schnäppchen. Mehr Fremdurteile haben wir für diesen Deal-Check nicht ausgewertet, einen Praxistest haben wir nicht durchgeführt. Eine Note vergeben wir deshalb nicht.
Preis: 1.744,99 Euro für vier Kameras plus Zubehör
Anker verlangt am 28.10.2026 für das 4er-Set mit 1-TB-Festplatte und Nano Powerbank 1.744,99 Euro, Standardversand kostenlos (3 bis 7 Werktage). Die Seite zeigt zusätzlich einen Rabattcoupon über 456 Euro; unter welchen Bedingungen er gilt und was das Set damit kostet, haben wir nicht geprüft. Rechnen Sie am Kauftag nach.
Zur Einordnung eine Überschlagsrechnung mit Fremdpreisen: Vier Einzelkameras zu rund 299 Euro ergeben etwa 1.196 Euro. Die HomeBase 3 nennt ein Händlerlisting mit 179,99 Euro Listenpreis. Zusammen sind das rund 1.376 Euro, ohne Festplatte und Powerbank. Das Set liegt damit rechnerisch deutlich darüber; der Aufschlag ist der Preis für Festplatte und Powerbank, ein Vorteil nur, wenn Sie beides brauchen. Die Einzelpreise stammen aus unterschiedlichen Quellen und Tagen und sind nur eine Orientierung.
Für wen sich die eufyCam S4 NICHT lohnt
Wer nur eine Haustür oder einen kleinen Garten im Blick haben will, braucht kein Vierer-Set für gut 1.700 Euro; eine oder zwei Kameras genügen. Wer rund um die Uhr aufzeichnen möchte, ohne ein Kabel zu legen, wird mit dem Solarbetrieb nicht glücklich. Nutzer von Apple HomeKit gehen leer aus, denn das wird laut Hersteller nicht unterstützt. Und wer noch eine HomeBase 2 besitzt, kann sie laut Hersteller nicht weiterverwenden.
Für wen lohnt sich das 4er-Set?
Unsere Einschätzung auf Datenlage: Interessant ist das Set für Haushalte mit großem Grundstück, die mehrere Zonen absichern und Personen automatisch verfolgen lassen möchten, ohne ein Cloud-Abo zu brauchen. Die Idee mit zwei Kameras in einem Gehäuse überzeugt auf dem Papier. Der Preis ist hoch, die Installation schnitt im einzigen ausgewerteten Fremdtest am schwächsten ab, und der Dauerbetrieb hängt am Kabel. Prüfen Sie Coupon und Einzelpreise, bevor Sie das Set kaufen. Noch keine eigene Testnote.
Grundsätzliches zu lokalem Speichern lesen Sie in unserem Ratgeber Überwachungskamera ohne Cloud-Abo; ein Gegenstück für innen ist der Deal-Check zur eufy Indoor Cam S350.
Quellen
- Anker: eufyCam S4 4‑Kamera‑Set mit 1TB Festplatte und Anker Nano Powerbank (abgerufen 28.10.2026)
- NerdsHeaven: Testbericht eufyCam S4 (abgerufen 28.10.2026)
Häufige Fragen
Braucht die eufyCam S4 eine HomeBase?
Nein. Laut Hersteller läuft die Kamera auch direkt am Router. Multi-Kamera-Tracking und die erweiterten KI-Funktionen setzen aber die HomeBase S380 (HomeBase 3) voraus.
Kann die eufyCam S4 rund um die Uhr aufzeichnen?
Ja, aber nur mit direkter Stromversorgung (mindestens 5 V / 2 A) und einem Speicher in Form von microSD-Karte oder Festplatte. Bei der HomeBase 3 ist Firmware V3.7.2.8 oder höher nötig.
Was kostet das eufyCam S4 4er-Set?
Anker nennt am 28.10.2026 1.744,99 € für das Set mit vier Kameras, 1-TB-Festplatte und Nano Powerbank. Eine Einzelkamera nennt ein Testbericht mit rund 299 €.
Funktioniert die eufyCam S4 mit HomeKit oder der alten HomeBase 2?
Nein. HomeBase 2 und HomeKit werden laut Hersteller derzeit nicht unterstützt.
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