10 Watt Stand-by kosten 31 Euro im Jahr – wo sie stecken
Symbolbild: KI-generiert.
Der Fernseher ist aus, das Wohnzimmer dunkel, und trotzdem leuchten auf dem Sideboard ein Dutzend kleine Lämpchen. Jedes einzelne wirkt harmlos. Über ein Jahr gerechnet sieht es anders aus: Wer rund um die Uhr nur zehn Watt Dauerlast hat, zahlt bei 35 Cent je Kilowattstunde etwa 31 Euro, ohne dass je jemand etwas eingeschaltet hätte.
Ich messe den Verbrauch in meinem Haushalt seit Jahren mit Funksteckdosen und schaltbaren Zwischensteckern, und die Erfahrung ist immer dieselbe: Gefühlt ist es der Fernseher, tatsächlich sind es zwei oder drei unscheinbare Geräte, die ständig laufen. Dieser Beitrag rechnet die Dauerlast durch, nennt typische Verbraucher mit ihren Spannen, zeigt, wie Sie in fünf Minuten nachmessen, und trennt, was sich gefahrlos abschalten lässt und was Sie besser laufen lassen.
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Was kostet 1 Watt Dauerlast im Jahr?
Ein Watt Dauerlast sind 8,76 kWh im Jahr, bei 35 Cent je kWh rund 3,07 Euro. Zehn Watt kosten damit etwa 31 Euro, dreißig Watt etwa 92 Euro. Das gilt für Geräte, die rund um die Uhr laufen, ob sie „aus“ aussehen oder nicht.
Die Formel ist einfach: Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Ein Watt Dauerlast sind damit 8,76 Kilowattstunden, bei 35 Cent je kWh etwa 3,07 Euro. Zehn Watt sind 87,6 kWh und rund 31 Euro, dreißig Watt rund 92 Euro. Der Strompreis von 35 Cent ist ein Rechenbeispiel; was Ihr Tarif tatsächlich kostet, steht in Ihrer Abrechnung, und wie die Spanne im Herbst aussieht, zeigt der Beitrag Stromanbieter wechseln im Herbst.
Eigene Darstellung, Rechenbeispiel.
Welche Geräte ziehen im Stand-by am meisten?
Am meisten ziehen Geräte, die nie wirklich ausgehen: Receiver mit Festplatte (etwa 8 bis 15 Watt), Router und Mesh-Satelliten (etwa 7 bis 12 Watt) und Konsolen mit Schnellstart (bis etwa 15 Watt). Moderne Fernseher liegen im Netzwerk-Stand-by meist unter zwei Watt.
Die folgenden Werte sind Richtwerte nach Herstellerangaben und gängigen Verbraucherratgebern. Ihr Gerät kann deutlich abweichen, entscheidend sind Modell und Einstellung. Die Jahreskosten sind meine Rechnung mit 35 Cent je kWh.
| Gerät | Typische Dauerlast | Kosten je Jahr | Was dahintersteckt |
|---|---|---|---|
| WLAN-Router / Mesh-Satellit | etwa 7 bis 12 Watt | rund 21 bis 37 Euro | Läuft absichtlich ständig, hängt an Telefon und Smart Home |
| Kabel- oder Sat-Receiver | etwa 8 bis 15 Watt, ohne Tiefschlaf | rund 25 bis 46 Euro | Der „Aus“-Zustand ist oft nur ein Ruhemodus mit Festplatte |
| Spielkonsole mit Schnellstart | etwa 1 bis 15 Watt je nach Einstellung | rund 3 bis 46 Euro | Schnellstart und Laden von Controllern halten sie wach |
| Smart-TV im Netzwerk-Stand-by | meist unter 2 Watt | unter 6 Euro | Wird als Schuldiger überschätzt |
| Soundbar / AV-Receiver | etwa 0,5 bis 5 Watt | rund 1,50 bis 15 Euro | Hängt stark an HDMI-Steuerung und Netzwerkfunktion |
| Drucker | etwa 1 bis 5 Watt | rund 3 bis 15 Euro | Bereitschaft für Druckaufträge aus dem WLAN |
| Netzteile und Ladegeräte ohne Last | meist unter 0,5 Watt | unter 1,50 Euro | Einzeln egal, in der Menge nicht |
Auffällig ist, wer hier nicht an der Spitze steht: der moderne Fernseher. Für vernetzte Geräte im Stand-by gelten in der EU strenge Ökodesign-Vorgaben, die Werte liegen meist im Bereich von einem bis zwei Watt. Teurer sind Geräte, die niemand für Stand-by hält, weil sie nie wirklich ausgehen: Receiver, Konsolen und alles mit Festplatte oder Netzwerkfunktion. Wie ein Router im Einzelfall abschneidet, steht zum Beispiel im Test der FRITZ!Box 7630.
Wie messe ich meine Stand-by-Verbraucher selbst?
Mit einem Steckdosen-Messgerät: zwischen Steckdose und Gerät stecken, Gerät ausschalten, ein bis zwei Minuten warten und den Wattwert ablesen. Mal 3,07 ergibt die Jahreskosten in Euro bei 35 Cent je kWh. Das dauert pro Gerät etwa fünf Minuten.
Das Prinzip ist immer gleich: Messgerät in die Steckdose, Gerät dahinter, Gerät in den Zustand versetzen, den Sie prüfen wollen, und eine Minute warten, bis sich der Wert eingependelt hat. Bei Geräten mit Netzwerkfunktion ruhig zwei Minuten, weil sie nach dem Ausschalten noch herunterfahren. Notieren Sie den Wert in Watt und rechnen Sie ihn mit 3,07 Euro je Watt auf das Jahr.
Ich messe gern gruppenweise: das Sideboard hinter dem Fernseher an einer Leiste, den Arbeitsplatz an einer zweiten. Wer schon Funksteckdosen mit Messfunktion im Haus hat, liest die Werte direkt in der App ab und sieht sogar den Verlauf über die Nacht. Ein Beispiel für ein fest eingebautes Gerät mit Messfunktion ist der Shelly 1PM im Test. Bei Zwischensteckern gilt: auf die zulässige Last achten und nie mehrere Leisten hintereinanderstecken.
Vorsicht bei sehr kleinen Werten: Einfache Messgeräte zeigen unter etwa einem Watt oft ungenau an. Für die Frage „Lohnt sich das Abschalten?“ ist das unerheblich, denn dort, wo es sich lohnt, liegen die Werte klar darüber.
Was lässt sich gefahrlos abschalten?
Gefahrlos abschalten lassen sich Unterhaltungsgeräte wie Fernseher, Soundbar, Konsole und Receiver, am einfachsten als Gruppe über eine schaltbare Leiste. Nicht abschalten sollten Sie Router mit Telefon- oder Smart-Home-Anbindung, Netzwerkspeicher in der Sicherung und Geräte, die dauerhaft am Netz bleiben müssen.
Zuerst die Entwarnung: Sie müssen nicht jedes Lämpchen jagen. Die größten Brocken im Haushalt sind ohnehin Heizung, Warmwasser, Kühlgeräte und der Wäschetrockner, und zu der Frage, wo Smart Home überhaupt spart, habe ich in Smart Home spart Energie: wem es nichts bringt geschrieben. Stand-by ist ein Posten unter mehreren, aber einer, den man mit wenig Aufwand im zweistelligen Euro-Bereich drücken kann. So gehen Sie vor, vom Einfachen zum Aufwendigen:
- Kostenlos: Beim Receiver den Tiefschlaf („Deep Standby“, „Eco-Modus“) aktivieren, bei der Konsole Schnellstart und Laden im Ruhemodus ausschalten, am Router die WLAN-Nachtabschaltung nutzen, am Fernseher HDMI-Steuerung und Schnellstart prüfen.
- Günstig: Ein Steckdosen-Messgerät für ein paar Euro und eine Leiste mit Schalter. Gruppen wie Fernseher, Receiver, Soundbar und Konsole mit einem Schalter vom Netz nehmen, wenn Sie abends ins Bett gehen.
- Mit Technik: Schaltbare Funksteckdosen mit Zeitplan, die die Gruppe nachts und bei Abwesenheit trennen, dazu die Messfunktion zur Kontrolle.
Und was Sie nicht abschalten sollten: den Router, wenn Telefon, Alarmanlage oder Smart Home daran hängen, Netzwerkspeicher mitten in der Sicherung, Geräte mit Update-Fenster in der Nacht und alles, was laut Handbuch dauerhaft am Netz bleiben soll. Auch bei Funksteckdosen gilt: Eine Automation spart Geld, ersetzt aber nie den Blick auf das Gerät dahinter. Wer die Heizperiode im Blick hat, findet in der Heizsaison-Checkliste Stellschrauben, die größer sind als jedes Lämpchen.
Lohnt sich das Abschalten überhaupt?
Es lohnt sich ab etwa fünf Watt Gruppenlast: 15 Watt, rund 16 Stunden am Tag getrennt, sparen bei 35 Cent etwa 36 Euro im Jahr. Unter zwei Watt liegt die Ersparnis unter fünf Euro, dort ist der Aufwand größer als der Gewinn.
Rechnen Sie ehrlich: Eine Leiste mit Schalter kostet wenige Euro. Zieht die Gruppe dahinter 15 Watt, sparen Sie bei 35 Cent und etwa 16 Stunden Abschaltung am Tag rund 36 Euro im Jahr. Bei zwei Watt Gesamtlast sind es keine fünf Euro, und dort lohnt sich der Aufwand nicht. Meine Faustregel: erst messen, dann nur Gruppen mit mehr als etwa fünf Watt angehen. Ihren eigenen Tarif setzen Sie im Stromkosten-Rechner ein. Die Hinweise folgen der Eignung, nicht einem Rabatt, und ein Einspar-Versprechen gibt es nicht, denn Ihre Geräte und Gewohnheiten entscheiden.
Die Entscheidungshilfe kompakt:
| Messwert der Gruppe | Empfehlung | Ersparnis je Jahr (ca.) |
|---|---|---|
| unter 2 Watt | Nichts tun | unter 5 Euro |
| 2 bis 5 Watt | Nur bei ohnehin vorhandener Schalterleiste | etwa 5 bis 15 Euro |
| 5 bis 15 Watt | Schaltbare Leiste oder Funksteckdose | etwa 15 bis 36 Euro |
| über 15 Watt | Einstellungen prüfen, Gerät ersetzen oder trennen | über 36 Euro |
Fazit
Dauerlast ist eine leise Kostenstelle: Ein Watt kostet rund 3 Euro im Jahr, zehn Watt rund 31 Euro. Meist sind nicht die vielen kleinen Netzteile schuld, sondern zwei oder drei Geräte, die nie richtig ausgehen, allen voran Receiver, Konsolen mit Schnellstart und ältere Geräte mit Festplatte. Fünf Minuten mit einem Messgerät zeigen, wo sich der Aufwand lohnt. Alles unter fünf Watt lassen Sie am besten in Ruhe, und den Router schalten Sie nicht ab, solange Telefon oder Smart Home daran hängen.
Quellen und Stand: Strompreis 35 Cent je kWh als Rechenbeispiel (Spanne zwischen Neukundentarif und Grundversorgung, Stand Oktober 2026); Leistungsbereiche als Richtwerte nach Herstellerangaben und gängigen Verbraucherratgebern, Abweichungen je Modell und Einstellung sind möglich; Stand-by-Grenzwerte für vernetzte Geräte nach den EU-Ökodesign-Vorgaben, hier nur grob wiedergegeben. Alle Berechnungen sind Überschlagsrechnungen, kein Messprotokoll.