Alte Heizungspumpe frisst bis zu 125 Euro Strom im Jahr
Symbolbild: KI-generiert.
Im Heizungskeller läuft ein Gerät, das kaum jemand je bewusst angeschaut hat: die Umwälzpumpe. Sie dreht sich die ganze Heizsaison, Tag und Nacht, auch wenn alle Heizkörper längst warm sind. Ich habe nachgerechnet, was eine alte Pumpe im Jahr an Strom zieht und was ein Tausch bringt, mit Zahlen, die Sie in zehn Sekunden an Ihrer eigenen Pumpe überprüfen können.
Vorweg die Einordnung: Das ist kein Mega-Sparthema, aber eines der wenigen, bei denen sich eine einmalige Ausgabe ohne Komfortverlust in wenigen Jahren zurückzahlt. Alle Beträge sind Rechenbeispiele mit offen genannten Annahmen. Ihre Zahlen hängen an Ihrer Wattzahl, Ihren Betriebsstunden und Ihrem Strompreis, und beides können Sie unten selbst einsetzen.
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Wie viel Strom verbraucht eine alte Heizungspumpe?
Eine ungeregelte Pumpe mit 80 Watt kommt bei 5.000 Betriebsstunden auf 400 Kilowattstunden, bei 37,3 Cent je Kilowattstunde sind das rund 149 Euro im Jahr. Eine Hocheffizienzpumpe mit 13 Watt verbraucht rund 65 Kilowattstunden und kostet etwa 24 Euro.
Die Formel kennen Sie aus anderen Geräten: Watt mal Stunden durch 1.000 ergibt Kilowattstunden, mal Ihr Arbeitspreis. Die Heizungspumpe ist deshalb teuer, weil sie so lange läuft. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und 42watt rechnen mit rund 5.000 Betriebsstunden im Jahr, Stiftung Warentest ging 2018 von rund 4.000 Stunden je Heizsaison aus. Ich nehme die 5.000 als Annahme, wer weniger Stunden hat, kürzt die Beträge entsprechend.
Den Strompreis setze ich mit 37,3 Cent je Kilowattstunde an, das ist der BDEW-Wert vom Oktober 2026, den 42watt für seine Rechnung nutzt. Ältere Veröffentlichungen rechnen mit niedrigeren Preisen und kommen deshalb auf kleinere Euro-Beträge, die Kilowattstunden bleiben gleich. Auch co2online nennt für alte Pumpen Verbräuche bis zu 600 Kilowattstunden im Jahr, das liegt in derselben Größenordnung.
| Pumpentyp | Leistung | Verbrauch (5.000 h) | Kosten bei 37,3 ct |
|---|---|---|---|
| Sehr alte ungeregelte Pumpe | 100 W | 500 kWh | 187 € |
| Alte ungeregelte Pumpe | 80 W | 400 kWh | 149 € |
| Geregelte Pumpe (älteres Modell) | 45 W | 225 kWh | 84 € |
| Hocheffizienzpumpe | 13 W | 65 kWh | 24 € |
Werte laut 42watt (Stand Oktober 2026), Rechnung Watt mal 5.000 Stunden mal 37,3 Cent. Richtwerte, maßgeblich ist das Typenschild Ihrer Pumpe.
Eigene Darstellung, Rechenbeispiel mit den genannten Annahmen.
Wie erkenne ich, ob meine Pumpe alt ist?
Am Typenschild: Dort steht die Leistung in Watt. Ab etwa 40 Watt oder mit einem Drehschalter für die Stufen I, II und III ist die Pumpe sehr wahrscheinlich keine Hocheffizienzpumpe. Hocheffizienzpumpen liegen bei 3 bis 18 Watt und haben oft ein Display.
Das Typenschild sitzt am Pumpenmotor, einem runden Gehäuse an einem Heizungsrohr, meist direkt am Heizkessel oder an der Heizungsverteilung. Mehrstufige Pumpen nennen einen Wert je Stufe, dann zählt die Stufe, auf der Ihr Schalter steht. Ab hier rechnen Sie selbst: Watt mal 5.000 durch 1.000 sind die Kilowattstunden im Jahr, mal Ihr Arbeitspreis die Euro.
Eine Faustregel zur Plausibilität nennt 42watt: Je Heizkörper reichen 0,5 bis 1 Watt Pumpenleistung. Ein Haus mit zehn Heizkörpern braucht also keine 80 Watt, und eine Pumpe, die deutlich darüber liegt, ist ein Kandidat für den Tausch. Ablesen können Sie das im laufenden Betrieb, geöffnet wird dabei nichts. Der Tausch selbst gehört in Fachhand.
Läuft die Pumpe im Sommer weiter?
Bei alten Pumpen ohne Sommerabschaltung ja, und das kostet. 42watt nennt für diesen Fall rund 700 Kilowattstunden und 261 Euro im Jahr. Eine Pumpe, die im Sommer abschaltet oder drosselt, spart den größten Teil davon.
Der Hintergrund: Wird nur das Wasser fürs Duschen erwärmt, braucht die Heizungspumpe keine Arbeit zu leisten. Steht sie trotzdem das ganze Jahr auf Dauerlauf, summiert sich der Verbrauch deutlich. Für eine alte Pumpe ohne Sommerabschaltung nennt 42watt rund 700 Kilowattstunden und 261 Euro im Jahr. Ob Ihre Anlage im Sommer abschaltet, sehen Sie an der Pumpe selbst: Ist sie im Juli noch warm und surrt, läuft sie. Ein Fachbetrieb stellt die Sommerabschaltung am Regler ein oder tauscht die Pumpe gleich gegen ein Modell, das das selbst kann.
Was kostet der Tausch und wann lohnt er sich?
Einschließlich Einbau werden meist 300 bis 400 Euro genannt, andere Quellen kommen auf bis zu 700 Euro. Bei einer 80-Watt-Pumpe rechnet 42watt mit 2,4 bis 5,6 Jahren bis zur Amortisation, bei 100 Watt mit 1,9 bis 4,3 Jahren, co2online mit rund 4 Jahren.
Der Einbau dauert nach Angaben von co2online ein bis zwei Stunden, die Pumpe hält nach DUH-Angaben von 2022 meist 10 bis 15 Jahre. Aus der Rechnung folgt: Bei 125 Euro Ersparnis im Jahr (80 Watt auf 13 Watt, das sind rund 84 Prozent weniger Pumpenstrom) und 300 bis 400 Euro Tauschkosten ist die Pumpe nach etwa drei Jahren bezahlt. Die Ersparnis ist die Differenz von 149 und 24 Euro aus der Tabelle oben.
Anders sieht es aus, wenn Ihre Pumpe schon geregelt ist: Bei 45 Watt nennt 42watt 5 bis knapp 12 Jahre bis zur Amortisation. Dann lohnt der Tausch vor allem, wenn die Pumpe ohnehin ersetzt werden muss. co2online nennt für typische Einfamilienhäuser mehr als 150 Euro Ersparnis im Jahr und bis zu 290 Euro zusammen mit einem hydraulischen Abgleich. Das sind Obergrenzen unter günstigen Bedingungen, keine Garantie für Ihr Haus.
Zur Förderung gibt es unterschiedliche Angaben. Die BAFA kann Zuschüsse zahlen, doch Bedingungen und Prozentsätze unterscheiden sich je nach Quelle und Einzelfall. Klären Sie das vor dem Auftrag mit dem Installateur, nicht danach. Eine konkrete Zusage nenne ich Ihnen deshalb nicht.
Was bringt die richtige Einstellung ohne Neukauf?
Bei mehrstufigen Pumpen oft die niedrigste Stufe, die noch alle Räume warm bekommt. Moderne Pumpen laufen im Proportionaldruck-Modus, bei Fußbodenheizung meist im Konstantdruck-Modus. Wer unsicher ist, fragt den Installateur, bevor er dreht.
Viele alte Pumpen stehen seit der Installation auf der höchsten Stufe, weil es früher so eingestellt wurde. 42watt nennt als Praxisregel die niedrigste Stufe, mit der alle Räume noch warm werden. Drehen Sie in kleinen Schritten, warten Sie einen Tag und prüfen Sie jeden Raum. Werden Heizkörper dauerhaft nicht mehr richtig warm, stellen Sie zurück.
Bei geregelten Pumpen heißt der Modus je nach Hersteller etwas anderes. Proportionaldruck steht bei Grundfos als Δp-v, konstanter Differenzdruck als Δp-c. Letzterer passt laut 42watt zu Fußbodenheizung und Einrohrheizung. Die Einstellung hängt am Heizsystem, deshalb ist ein Fachbetrieb hier die sichere Wahl.
Der größte Sparhebel bleibt der Tausch, die Einstellung allein holt nur einen Teil heraus. Wie sich Pumpe, Heizkörper und Wassermenge aufeinander abstimmen lassen, steht in Hydraulischer Abgleich und Heizkörperthermostat-Abo. Was das Absenken der Heizung nachts bringt, habe ich in Heizung nachts absenken oder durchheizen gerechnet.
Fazit
Die Heizungspumpe ist einer der wenigen Stromverbraucher im Haus, die man nie sieht und die trotzdem Jahr für Jahr zwei- bis dreistellige Beträge kosten. Schauen Sie aufs Typenschild: Steht dort ein Wert ab etwa 40 Watt, lohnt ein Angebot vom Fachbetrieb für eine Hocheffizienzpumpe. Ist die Pumpe geregelt und jünger, dürfen Sie warten. Wie viel Strom Ihre anderen Dauerläufer ziehen, zeigt Stand-by-Dauerlast, und mit dem Stromkosten-Rechner setzen Sie Ihre Wattzahl selbst ein.
Quellen und Stand: November 2026. Leistungs-, Kosten- und Amortisationswerte laut 42watt (Strompreis BDEW Oktober 2026, 5.000 Betriebsstunden nach Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz); Tauschkosten, Einbauzeit und Ersparnis im Einfamilienhaus laut co2online. Alle Euro-Beträge sind Rechenbeispiele, keine Messung Ihrer Anlage.