Warmwasser sparen

Eine Minute Duschen kostet bis 13 Cent – im Jahr 325 Euro

Dusche mit laufendem Wasser, der Strahl füllt einen Eimer für den Durchfluss-Test

Symbolbild: KI-generiert.

Die Dusche läuft, das Wasser ist herrlich warm, und niemand denkt daran, dass in jeder Minute Geld durch den Abfluss rauscht. Genau dort liegt die Wurzel: Warmwasser ist nach der Heizung meist der zweitgrößte Energieposten im Haushalt, und er entsteht nicht im Keller, sondern an der Brause – je nachdem, wie viele Liter dort pro Minute herauskommen.

Ich rechne solche Posten gern aus, statt sie zu schätzen. Dieser Beitrag zeigt, was eine Duschminute bei Strom, Gas und Wärmepumpe kostet, wie Sie in einer Minute Ihren eigenen Durchfluss messen und welche drei Stellschrauben wirklich etwas bringen. Die Zahlen sind Rechenbeispiele mit offen genannten Annahmen, kein Messprotokoll.

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Was kostet eine Minute Duschen?

Bei 8 Litern Durchfluss je Minute, 10 Grad Kaltwasser und 38 Grad an der Brause braucht eine Duschminute rund 0,26 kWh. Mit Strom-Warmwasser (35 Cent je kWh) und Wasser plus Abwasser kostet sie etwa 13 Cent, mit Gas oder Wärmepumpe rund 7 Cent.

Die Rechnung: 8 Liter mal 28 Grad Temperaturanhebung mal 1,163 Wattstunden je Liter und Grad ergibt rund 260 Wattstunden. Bei 35 Cent je kWh sind das 9,1 Cent für die Energie, dazu etwa 3,6 Cent für Wasser und Abwasser (Richtwert 4,50 Euro je Kubikmeter, regional sehr verschieden). Macht rund 12,7 Cent. Bei Gas (12 Cent je kWh, 90 Prozent Wirkungsgrad) sind es 3,5 Cent Energie, also etwa 7,1 Cent insgesamt, bei einer Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3 etwa 6,6 Cent. Speicher- und Leitungsverluste kommen real noch dazu. Welcher Strompreis bei Ihnen gilt, zeigt Ihre Abrechnung; zur Orientierung hilft der Beitrag Stromanbieter wechseln im Herbst.

Eine Duschminute (8 Liter, 38 °C) – Kosten in Cent Strom rund 12,7 Cent Gas rund 7,1 Cent Wärmepumpe rund 6,6 Cent Eigene Rechnung inkl. 3,6 Cent Wasser/Abwasser; Strom 35 ct, Gas 12 ct bei 90 % Wirkungsgrad, Wärmepumpe JAZ 3.

Eigene Darstellung, Rechenbeispiel.

Hochgerechnet: Wer täglich sieben Minuten duscht, kommt auf 2.555 Minuten im Jahr. Das sind bei Strom-Warmwasser rund 325 Euro je Person, bei Gas rund 181 Euro und bei der Wärmepumpe rund 169 Euro. In einer vierköpfigen Familie mit Durchlauferhitzer ist das schnell ein vierstelliger Betrag.

Wie viel Wasser kommt bei mir aus der Brause?

Brause in einen 10-Liter-Eimer halten und die Zeit bis zum vollen Eimer stoppen. 75 Sekunden entsprechen 8 Litern je Minute, 60 Sekunden 10 Litern. Ältere Brausen liegen oft bei 10 bis 15 Litern, Sparbrausen bei etwa 5 bis 7 Litern (Richtwerte nach Herstellerangaben).

Der Eimertest dauert eine Minute und ist die ehrlichste Messung, die es gibt. Wichtig: Drehen Sie die Armatur so auf, wie Sie wirklich duschen. Liegt der Wert über 9 Litern je Minute, steckt dort Ihr größter Hebel. Liegt er schon bei 6 bis 7 Litern, haben Sie ihn bereits gehoben, und eine neue Brause bringt kaum noch etwas.

Was spart wirklich: Brause, Zeit oder Temperatur?

Am meisten bringt eine Spar-Brause (von 8 auf 6 Liter spart eine Person bei Strom etwa 80 Euro im Jahr), dann eine Minute kürzer duschen (etwa 46 Euro) und zwei Grad weniger (etwa 17 Euro). Alle Werte gelten für Strom-Warmwasser bei sieben Minuten täglich.

StellschraubeÄnderungErsparnis je Person und Jahr, Strom (ca.)Ersparnis, Gas (ca.)
Durchfluss8 auf 6 Liter je Minuteetwa 82 Euroetwa 46 Euro
Duschdauer7 auf 6 Minutenetwa 46 Euroetwa 26 Euro
Temperatur2 Grad weniger an der Brauseetwa 17 Euroetwa 6 Euro

Meine Einordnung: Erst den Durchfluss prüfen, dann über Gewohnheiten nachdenken. Eine Spar-Brause kostet wenige Euro und ändert nichts an der Dauer, weil Luft beigemischt wird. Das funktioniert nur bei ausreichendem Wasserdruck; bei Niederdruck-Armaturen und manchen Durchlauferhitzern kann der Strahl dünn werden oder das Gerät gar nicht anspringen. Im Zweifel in den Unterlagen der Armatur nachsehen.

Was sollte ich nicht ändern?

Die Speichertemperatur nicht pauschal senken: Wegen der Legionellen-Vorsorge werden am Speicher meist etwa 60 Grad empfohlen. Gespart wird an der Mischtemperatur an der Brause und am Durchfluss, nicht am Speicher.

Zuerst die Entwarnung: Sie müssen nicht kalt duschen oder die Stoppuhr mitlaufen lassen. Für die Heizperiode finden Sie Stellschrauben in der Heizsaison-Checkliste; wer Warmwasser elektrisch bereitet, wirft einen Blick in den Heizstab-Ratgeber. Welche anderen Posten auf der Stromrechnung stecken, zeigt 10 Watt Stand-by kosten 31 Euro im Jahr, und mit dem eigenen Tarif rechnen Sie im Stromkosten-Rechner. Die Hinweise folgen der Eignung, nicht einem Rabatt, und ein Einspar-Versprechen gibt es nicht: Ihre Armatur, Ihr Druck und Ihre Gewohnheiten entscheiden.

Was kostet das für eine ganze Familie?

Bei vier Personen mit je sieben Minuten täglich sind es rund 1.300 Euro im Jahr mit Strom-Warmwasser, etwa 720 Euro mit Gas und etwa 680 Euro mit Wärmepumpe. Spar-Brausen (8 auf 6 Liter) sparen der Familie bei Strom rund 330 Euro im Jahr.

Das ist ein Rechenbeispiel, kein Urteil über Ihren Haushalt: Nicht jeder duscht täglich sieben Minuten, manche baden, und Kinder brauchen weniger. Aber die Größenordnung erklärt, warum der Warmwasseranteil in der Nebenkostenabrechnung oft überrascht. Bei Durchlauferhitzern und elektrischen Speichern schlägt der hohe Strompreis voll durch; bei Gas und Wärmepumpe ist die Minute fast halb so teuer, dort kommen aber Speicher- und Zirkulationsverluste hinzu, die ein Rechenbeispiel nicht erfasst.

Wichtig für die Einordnung: Eine Spar-Brause verschiebt die Rechnung nicht um Zehnerpotenzen, sie ist aber eine der wenigen Maßnahmen, die ohne Verzicht, ohne Handwerker und ohne Genehmigung auskommt. Sie kostet in der Regel wenige Euro und amortisiert sich bei Strom-Warmwasser nach Wochen, bei Gas nach einigen Monaten, sofern der Durchfluss vorher wirklich über 9 Litern lag.

Wie rechne ich mit meinen eigenen Werten?

Liter je Minute mal Temperaturanhebung in Grad mal 0,001163 ergibt die Kilowattstunden je Minute. Mal Ihr Arbeitspreis (bei Gas geteilt durch den Wirkungsgrad) plus Wasserpreis je Liter ergibt die Kosten einer Duschminute.

Ein Beispiel mit Ihren Werten: Der Eimertest ergibt 9 Liter je Minute, das Kaltwasser hat im Winter etwa 8 Grad, die Brause soll 38 Grad liefern, also 30 Grad Anhebung. Dann sind es 9 mal 30 mal 0,001163, also rund 0,31 kWh je Minute. Bei 35 Cent sind das knapp 11 Cent Energie, dazu das Wasser. Das Kaltwasser ist im Winter kälter als im Sommer, deshalb kostet dieselbe Dusche im Januar mehr als im August; ein einfaches Thermometer an der Brause zeigt Ihnen die tatsächliche Mischtemperatur.

Ein häufiger Stolperstein ist das Wasser, das ungenutzt abläuft, bis es warm wird. Je länger die Leitung vom Speicher zur Dusche, desto mehr Liter laufen vorab ins Leere, und dieses Wasser ist oft nur lauwarm aufgeheizt. Wer es auffangen und weiterverwenden will, nutzt den Eimer ohnehin. Zudem mischen viele Einhebelmischer schon in der Mittelstellung Warmwasser bei, ohne dass es sich warm anfühlt; ein Blick auf die Armatur lohnt sich, wenn Sie nur kurz Hände waschen.

Fazit

Eine Duschminute kostet je nach Wärmeerzeugung etwa 7 bis 13 Cent, im Jahr und pro Person also grob 170 bis 325 Euro. Der erste Schritt ist der Eimertest: Liegt der Durchfluss über 9 Litern je Minute, lohnt eine Spar-Brause am meisten. Danach bringen eine Minute weniger und zwei Grad weniger noch ein paar Euro. Am Warmwasserspeicher selbst sollten Sie wegen der Legionellen nichts herunterdrehen.

Quellen und Stand: Rechenannahmen Oktober 2026 – Strom 35 Cent je kWh, Gas 12 Cent je kWh bei 90 Prozent Wirkungsgrad, Wasser und Abwasser 4,50 Euro je Kubikmeter (Richtwert, regional verschieden), Kaltwasser 10 Grad, Brause 38 Grad, spezifische Wärmekapazität von Wasser 1,163 Wh je Liter und Kelvin; Durchflusswerte als Richtwerte nach Herstellerangaben und gängigen Verbraucherratgebern; Legionellen-Vorsorge nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, im Einzelfall Fachbetrieb fragen. Alle Berechnungen sind Überschlagsrechnungen ohne Speicher- und Leitungsverluste, kein Messprotokoll.