Zwei E-Autos, eine Wallbox – geht das gleichzeitig?
Move Electric testet im Video eine 11-kW-Dual-Wallbox, die zwei E-Autos an einem Anschluss gleichzeitig lädt. Wir ordnen ein, wo die Leistung dabei wirklich hingeht, was Lastmanagement und Hausanschluss dazu sagen – und für wen sich eine zweite Ladelösung eher lohnt als eine geteilte.
Eingebettetes Video von Move Electric. Wir betten es nur ein – alle Rechte liegen beim Urheber; die Einordnung ist unsere eigene redaktionelle Meinung.
Unsere Einordnung
Zwei E-Autos in der Familie treffen in vielen Haushalten auf genau eine vorhandene Wallbox, und die naheliegende Frage lautet, ob beide Fahrzeuge gleichzeitig laden können, ohne dass eines davon die ganze Nacht wartet. Eine Dual-Wallbox mit dynamischem Lastmanagement teilt die verfügbare Leistung automatisch zwischen beiden Ladepunkten auf – bei 11 kW Gesamtleistung bekommt dann jedes Auto real nur rund 5,5 kW, was die Ladezeit gegenüber einer einzelnen Wallbox spürbar verlängert. Das ist kein Defekt der Technik, sondern schlicht Physik: Die Gesamtleistung am Hausanschluss bleibt gleich, sie wird nur anders verteilt.
Der Hausanschluss selbst setzt die eigentliche Grenze, nicht die Wallbox – wer zusätzlich zu zwei E-Autos noch Herd, Wärmepumpe und Waschmaschine am selben Zähler hängen hat, sollte vor der Anschaffung den vorhandenen Anschlusswert vom Elektriker prüfen lassen. Ein dynamisches Lastmanagement, wie es die getestete Dual-Wallbox nutzt, drosselt die Ladeleistung automatisch, sobald andere Verbraucher im Haus gleichzeitig Strom ziehen, und verhindert damit eine Überlastung der Hauptsicherung. Diese Funktion ist bei Wallboxen für zwei Ladepunkte praktisch Pflicht, nicht optional – ohne sie drohen im Alltag ausgelöste Sicherungen.
Wirtschaftlich lohnt sich die geteilte Lösung vor allem dort, wo beide Autos ohnehin über Nacht stehen und Zeit keine Rolle spielt: Eine Ladung von 20 auf 80 Prozent dauert mit halbierter Leistung statt vier eben acht Stunden, was bei einem nächtlichen Ladefenster von acht bis zehn Stunden meist noch reicht. Wer dagegen morgens beide Autos schnell wieder voll braucht oder öfter Besuch mit E-Auto hat, fährt mit zwei getrennten, jeweils voll leistungsfähigen Wallboxen besser – das kostet mehr in der Anschaffung, spart aber Wartezeit. Die Installation zweier separater Wallboxen erfordert zudem, je nach Hausanschluss, ebenfalls ein Lastmanagement zwischen beiden Geräten.
Die ehrliche Grenze: Eine Dual-Wallbox löst das Platz- und Kostenproblem einer zweiten Ladelösung, nicht das Leistungsproblem eines zu schwachen Hausanschlusses – wer regelmäßig beide Autos gleichzeitig mit voller Leistung laden will, kommt an einer Anschlusserweiterung oder einem stärkeren Zähler nicht vorbei. Vor der Kaufentscheidung lohnt deshalb immer der Blick auf den tatsächlichen Ladealltag: Wie oft stehen wirklich beide Autos gleichzeitig an der Wallbox, und wie viel Zeit bleibt bis zur nächsten Fahrt?
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