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Hinweis zu den Testgeräten: Smart Lock Pro und Keypad 2 NFC hat uns Nuki als Testmuster zur Verfügung gestellt. Eine Bezahlung, eine Vorab-Freigabe des Textes oder Auflagen zum Inhalt gab es nicht. Unser Urteil entsteht ausschließlich aus dem eigenen Betrieb der Geräte an der eigenen Haustür.
Es gibt Verbesserungen, die auf keinem Datenblatt gut aussehen und im Alltag trotzdem alles verändern. Beim Nuki Smart Lock Pro der 5. Generation ist es diese: Der Akku wird geladen, während das Schloss an der Tür bleibt. Ein magnetisches USB-C-Kabel wird angesetzt, fertig. Wer eines der älteren Nuki-Modelle kennt, weiß, warum das mehr ist als eine Fußnote – dort musste das Schloss zum Laden vom Zylinder herunter.
Wir haben das Schloss zusammen mit dem Keypad 2 NFC an der Haustür betrieben. Diese Kombination ist der eigentliche Gegenstand dieses Berichts: Ein Türschloss allein ist eine Bequemlichkeit. Ein Türschloss plus Außenbedienfeld ist der Punkt, an dem man aufhört, über den Haustürschlüssel nachzudenken.
Vorweg die ehrliche Einordnung: Wir arbeiten ohne Laborequipment. Was Sie hier an Zahlen finden, ist entweder eine Herstellerangabe, ein klar benanntes Fremdtest-Ergebnis – oder unsere eigene Beobachtung aus dem Alltag. Was wir nicht gemessen haben, behaupten wir auch nicht. Die Lautstärke zum Beispiel haben wir nicht selbst gemessen; die Zahlen dazu stammen von heise/techstage und stehen weiter unten mit Quelle.
Das getestete System im Überblick
| Gerät | Rolle im Test | Bestpreis* |
|---|---|---|
| Nuki Smart Lock Pro (5. Gen) | Sitzt innen auf dem vorhandenen Euro-Profilzylinder, verriegelt und entriegelt motorisch | ab 269,00 € |
| Nuki Keypad 2 NFC | Außen am Türrahmen: Zahlencode, Fingerabdruck, NFC-Entriegelung | ab 178,90 € |
| Als Set gekauft (Smart Lock 5.0 Pro inkl. Keypad 2 NFC, schwarz) | ab 369,00 € | |
* Geizhals-Bestpreise, abgerufen am 08.09.2026. Die UVP liegt bei 269 € für das Schloss und 179 € für das Keypad. Rechnen lohnt sich: Einzeln gekauft kosten beide Geräte zusammen 447,90 € – das Set war am selben Tag für 369,00 € gelistet. Das sind 78,90 € Unterschied für exakt dieselbe Hardware.
Der Ladeweg: die Änderung, die den Alltag trägt
Fangen wir mit dem an, was uns am meisten überrascht hat. Der Akku des Smart Lock Pro ist fest verbaut. Bei den Vorgängergenerationen bedeutete das: Zum Laden kam das Schloss vom Zylinder – ein Handgriff, den man ein-, zweimal im Jahr macht und trotzdem jedes Mal verflucht, weil die Tür in dieser Zeit wieder ein ganz normales Schloss ist.
Bei der 5. Generation liegt dem Schloss ein magnetisches USB-C-Kabel bei, das von außen an das montierte Gerät angesetzt wird. Das Schloss bleibt an der Tür, es bleibt bedienbar, und der Ladevorgang läuft nebenbei. techtest.org und apfelpage.de beschreiben denselben Weg; connect.de nennt für eine Vollladung rund zwei Stunden. Ein Netzteil liegt nicht bei – ein beliebiges USB-C-Netzteil aus dem Haushalt genügt.
Zur Laufzeit: Nuki gibt vier bis neun Monate an, und das ist keine Marketingspanne, sondern hängt konkret am Funkweg. techtest.org beziffert sieben bis neun Monate ohne Fernzugriff, fünf bis sieben Monate über Thread und vier bis sechs Monate über WLAN; connect.de kommt für den WLAN-Betrieb auf dieselben vier bis sechs Monate. Wer also Wert auf lange Intervalle legt, betreibt das Schloss über Thread statt über WLAN.
Installation: der unterschätzte Kaufgrund
Das Schloss wird über den vorhandenen Schließzylinder gesetzt – der Zylinder muss nicht getauscht werden. Das ist der zentrale Unterschied zum teureren Nuki Smart Lock Ultra, bei dem ein Zylindertausch ansteht. Voraussetzung ist ein Euro-Profilzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion: Nur damit lässt sich die Tür von außen auch dann aufsperren, wenn innen ein Schlüssel steckt.
Die Montage selbst ist in wenigen Minuten erledigt und kommt ohne Bohren aus. Genau das ist der Punkt, an dem viele smarte Nachrüstlösungen scheitern – nicht an der Technik, sondern an der Hürde davor. Ihr normaler Schlüssel funktioniert danach weiter. Das klingt banal, ist aber der Grund, warum man so ein Schloss überhaupt an die einzige Tür schraubt, durch die man täglich muss.
Keypad 2 NFC: drei Wege durch dieselbe Tür
Das Keypad sitzt außen am Türrahmen und ist mit 11,8 × 2,9 × 2,1 cm schmal genug, um auf einem üblichen Rahmenprofil Platz zu finden. Es ist nach IP54 gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt – wetterfest im Sinne von „hält Regen aus", nicht im Sinne von „darf unter Wasser". Die Batterien sollen mindestens zwölf Monate halten.
Drei Wege führen durch die Tür, und alle drei haben ihre Situation:
- Fingerabdruck – der schnellste Weg, wenn man mit vollen Händen ankommt. Das Video oben zeigt genau diesen Vorgang an unserer Haustür. Bis zu 20 Abdrücke lassen sich hinterlegen.
- Zahlencode – der Weg für Menschen ohne hinterlegten Finger: Handwerker, Nachbarn, Paketdienste. Bis zu 200 Codes sind möglich, jeder einzeln vergeb- und widerrufbar.
- NFC („Tap to Unlock") – kurz mit Smartphone oder Smartwatch antippen, das dauert etwa eine Sekunde. Bis zu 35 solcher Schlüssel lassen sich anlegen.
Der Unterschied zum einfachen Keypad 2 ohne NFC ist genau dieser dritte Weg. Er kostet: Das Keypad 2.0 war am 08.09.2026 ab 143,23 € gelistet, die NFC-Variante ab 178,90 € – rund 36 € Aufpreis für das Antippen.
Wo wir dem Hersteller widersprechen
Ein Urteil von 9,4 ist eine hohe Note, und sie verdient eine ehrliche Gegenrechnung. Drei Punkte gehören auf den Tisch:
Erstens die Lautstärke. Der Motor ist bürstenlos und sperrt in unter 1,5 Sekunden – auch in der langsamsten von drei Geschwindigkeitsstufen. Leise ist er dabei nicht. heise/techstage hat am 04.09.2025 gemessen: 60 dB im Modus „Insane", 58 dB in „Standard", 57 dB in „Gentle". Das Fazit dort – „laut sind alle drei Einstellungen" – teilen wir dem Höreindruck nach. Im freistehenden Haus ist das kein Thema. Im hellhörigen Mehrfamilienhaus, bei einer Wohnungstür neben dem Schlafzimmer der Nachbarn, wäre es eines.
Zweitens der Fingerabdrucksensor. homeandsmart beschreibt ihn im Test vom 21.05.2026 als unzuverlässig, sobald der Finger feucht ist oder schräg aufgelegt wird. Wir können das nicht pauschal bestätigen – bei trockenem Finger und sauberem Auflegen funktioniert er in unserem Betrieb zuverlässig, wie das Video zeigt. Aber es ist ein Außengerät. Wer im Regen mit nassen Fingern ankommt, sollte einen Zahlencode als zweiten Weg eingerichtet haben, und genau dafür ist er da.
Drittens Matter nur über Thread. Das Schloss funkt über Bluetooth LE, Thread und WLAN – letzteres allerdings nur im 2,4-GHz-Band. Die Matter-Anbindung läuft ausschließlich über Thread. Wer Matter nutzen will, braucht also einen Thread-Border-Router im Haus. Einen nativen Apple Home Key gibt es nicht; die Konkurrenz von Aqara kann das.
Was andere Redaktionen gemessen haben
connect.de vergab im Test von März 2025 94,0 Prozent (940 von 1000 Punkten) und maß eine durchschnittliche App-Reaktionszeit von 2,1 Sekunden; kritisiert wurde dort die Anlaufzeit des Motors von rund 0,8 Sekunden nach dem Tastendruck. heise/techstage nannte das Schloss im September 2025 das „aktuell schnellste Smart Lock am Markt" – bei gleichzeitiger Kritik an der Lautstärke. homeandsmart sprach im Mai 2026 für das Keypad 2 NFC eine klare Kaufempfehlung für Apple- und Samsung-Haushalte aus, monierte aber den Preis und den fehlenden UWB-Support.
Ein Hinweis zur Einordnung des Marktstands: Das Smart Lock Pro der 5. Generation ist seit dem 11. März 2025 erhältlich. Es ist also kein Neuheiten-Check, den Sie hier lesen, sondern ein Bericht über ein Gerät, das seine erste Praxisbewährung längst hinter sich hat – aus unserer Sicht die interessantere Perspektive.
Die Alternativen – und wann sie die bessere Wahl sind
| Modell | Preis* | Der entscheidende Unterschied |
|---|---|---|
| Aqara Smart Lock U200 | ca. 148 € | Beherrscht den Apple Home Key nativ – das kann der Nuki Pro nicht. |
| SwitchBot Lock Pro | ca. 150 € | Deutlich günstiger, ebenfalls ohne Zylindertausch, Matter-fähig. |
| Tedee GO 2 | ca. 129 € | Günstigster Einstieg, dafür funktional schmaler ausgestattet. |
| Nuki Smart Lock Ultra | ab 331,55 € | Aus dem eigenen Haus, aber mit Zylindertausch – dafür kompakter im Auftritt. |
* Preisangaben zur Orientierung aus der Marktrecherche vom 08.09.2026; beim Nuki Ultra Geizhals-Bestpreis vom selben Tag.
Für wen sich das Nuki-System NICHT lohnt
Wir vergeben hohe Noten, aber wir verkaufen niemandem etwas, das nicht passt. Diese vier Fälle sprechen gegen den Kauf:
- Wohnungstür im hellhörigen Mehrfamilienhaus. 57 bis 60 dB in allen drei Stufen sind im Treppenhaus um 23 Uhr deutlich zu hören. Wer Rücksicht nehmen muss, wird mit diesem Schloss nicht glücklich.
- Apple-Haushalte, die den Home Key wollen. Wenn das Ziel ist, die Tür mit der Apple Watch am Handgelenk ohne Umweg zu öffnen, ist die Aqara U200 für rund 148 € die konsequentere Wahl.
- Wer nur eine Fernöffnung braucht. Geht es ausschließlich darum, dem Paketdienst gelegentlich aufzumachen, sind 369 € für das Set viel Geld. Ein Tedee GO 2 für rund 129 € erledigt das auch.
- Türen ohne passenden Zylinder. Ohne Euro-Profilzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion wird es nichts – dann kommt vor dem Schloss erst der Schlosser, und die Rechnung sieht anders aus.
Fazit: 9,4 von 10 – und warum es diese Note ist
Das Gespann aus Smart Lock Pro und Keypad 2 NFC ist das am saubersten aufeinander abgestimmte System, das wir in dieser Kategorie im eigenen Betrieb hatten. Es installiert sich in Minuten, es sieht an der Tür gut aus statt nach Nachrüstlösung, und es verlangt im Alltag praktisch keine Aufmerksamkeit mehr. Der neue Ladeweg über USB-C am montierten Schloss nimmt der einzigen wiederkehrenden Pflicht ihren Schrecken.
Die 9,4 sind ein Alltagsurteil, kein Laborwert. Sie enthalten ausdrücklich nicht die Lautstärke als gelösten Punkt – die bleibt der schwächste Teil des Pakets, und wer empfindliche Nachbarn hat, muss das einrechnen. Sie enthalten sehr wohl, dass ein Gerät, das man morgens mit vollen Händen per Daumen öffnet, den Unterschied zwischen „nettes Gadget" und „will ich nicht mehr hergeben" markiert.
Häufige Fragen zum Nuki Smart Lock Pro
Muss ich zum Laden das Schloss abschrauben?
Nein. Bei der 5. Generation wird am montierten Schloss per magnetischem USB-C-Kabel geladen; die Tür bleibt in dieser Zeit voll funktionsfähig.
Bleibt mein normaler Schlüssel nutzbar?
Ja. Das Schloss sitzt innen auf dem vorhandenen Euro-Profilzylinder. Dieser muss eine Not- und Gefahrenfunktion haben, damit von außen auch bei innen steckendem Schlüssel aufgesperrt werden kann.
Brauche ich WLAN am Schloss?
Nein, aber es kostet Sie Laufzeit, wenn Sie es nutzen: über WLAN vier bis sechs Monate, über Thread fünf bis sieben, ohne Fernzugriff sieben bis neun Monate. WLAN funktioniert außerdem nur im 2,4-GHz-Band.
Was, wenn die Batterie im Keypad leer ist?
Dann bleibt Ihnen der normale Schlüssel – und das ist der Grund, warum man ihn trotz allem weiter einsteckt. Die Batterien im Keypad sollen mindestens ein Jahr halten.
Set oder einzeln kaufen?
Set. Am 08.09.2026 lag das Bündel bei 369,00 €, einzeln zusammen bei 447,90 €.
Nuki Smart Lock Pro (5. Gen) & Keypad 2 NFC
Set ab 369,00 € · Schloss einzeln ab 269,00 € · Keypad 2 NFC einzeln ab 178,90 € (Stand 08.09.2026)
Zum Weiterlesen: unser Launch-Check zum Smart Lock Pro (5. Gen) mit der Einordnung zum Marktstart und der Launch-Check zum Nuki Smart Lock Ultra, wenn ein Zylindertausch für Sie infrage kommt.