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Wer sein Internet über das TV-Kabel bezieht, war bei den schnellen WLAN-Standards bisher das fünfte Rad am Wagen: Während es Wi-Fi 7 für DSL und Glasfaser längst gab, blieben Kabel-Haushalte auf Wi-Fi 6 sitzen. Mit der FRITZ!Box 6690 Pro ändert sich das. FRITZ! (vormals AVM) bringt nach eigenen Angaben den weltweit ersten Kabelrouter mit Tri-Band-Wi-Fi-7 – also dem neuen Funkstandard auf allen drei Bändern inklusive des schnellen 6-GHz-Bereichs. Das Gerät wurde erstmals zur IFA 2025 gezeigt, der Marktstart steht für 2026 an. Wir haben sämtliche bisher veröffentlichten Datenblätter, Hands-ons und Hersteller-Angaben gesichtet und ordnen ein, was die 6690 Pro kann – und wo ihre Grenzen liegen.

Was ist neu an der FRITZ!Box 6690 Pro?

Der namensgebende Vorgänger, die FRITZ!Box 6690 Cable, war schon ein gutes Gerät – aber sie funkte mit Wi-Fi 6 und ohne das 6-GHz-Band. Genau hier setzt die Pro-Version an. Sie bringt Wi-Fi 7 auf 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz und damit erstmals das breite, störungsarme 6-GHz-Band auf einen FRITZ!-Kabelrouter. Laut FRITZ! sind so WLAN-Bruttoraten von bis zu 12,2 Gbit/s möglich, aufgeteilt auf bis zu 5.760 Mbit/s auf 6 GHz, ebenfalls bis zu 5.760 Mbit/s auf 5 GHz und bis zu 688 Mbit/s auf 2,4 GHz – das berichten übereinstimmend ComputerBase, connect und dslweb.

Das zweite große Neuerungs-Stichwort heißt MLO (Multi-Link-Operation). Diese Wi-Fi-7-Kernfunktion erlaubt es Endgeräten, gleichzeitig über zwei Frequenzbänder mit dem Router zu kommunizieren. In der Praxis bedeutet das stabilere Verbindungen und geringere Latenzen – besonders dann, wenn ein Band gerade ausgelastet oder gestört ist. connect bestätigt MLO ausdrücklich als Feature der 6690 Pro. Für die Kombination aus 6-GHz-Band und MLO ist das Gerät damit auf dem aktuellen Stand dessen, was Wi-Fi 7 zu bieten hat.

Beim Kabelmodem bleibt es beim bewährten DOCSIS-3.1-Standard mit Kanalbündelung (2×2 OFDM(A) und 32×8 SC-QAM). Das ist solide und deckt alle heute in Deutschland gängigen Kabeltarife ab – aber es ist eben nicht das modernere DOCSIS 4.0. Wer also auf einen künftigen Multi-Gigabit-Kabeltarif jenseits von 1 Gbit/s schielt, sollte das im Hinterkopf behalten. Realistisch ist das für die allermeisten Haushalte 2026 aber noch keine Einschränkung.

Anschlüsse: ein Multi-Gig-Port – und sonst Gigabit

Hier zeigt sich der erste echte Kompromiss. Kabelgebunden bietet die 6690 Pro einen 2,5-Gbit-LAN-Port sowie drei weitere LAN-Ports mit je 1 Gbit/s. Dazu kommen zwei USB-3.0-Anschlüsse für Netzwerkspeicher oder Drucker. Das ist für die meisten Haushalte ausreichend, aber im Vergleich zu reinen High-End-Wi-Fi-7-Routern, die teils mehrere 10-Gbit-Ports mitbringen, fällt auf: Es gibt nur einen einzigen Multi-Gig-Anschluss. Wer NAS, Gaming-PC und einen schnellen Switch parallel mit mehr als 1 Gbit/s verkabeln will, stößt hier an Grenzen.

Die WLAN-Hardware ist nach den veröffentlichten Daten als 2×2 auf 6 GHz, 4×4 auf 5 GHz und 2×2 auf 2,4 GHz ausgelegt und voll Mesh-fähig – die 6690 Pro lässt sich also mit FRITZ!Repeatern und weiteren FRITZ!Boxen zu einem nahtlosen FRITZ!-Mesh ausbauen. Telefonie deckt sie klassisch FRITZ!-typisch breit ab: DECT-Basis, IP/SIP sowie zwei analoge Telefonanschlüsse (FXS).

Die heimliche Stärke: Smart-Home-Zentrale ohne Extra-Hub

Für Smart-Home-Haushalte ist ein Detail besonders interessant, das in den reinen Geschwindigkeits-Schlagzeilen oft untergeht: Die 6690 Pro integriert Zigbee und DECT ULE direkt und ist laut FRITZ! für Matter vorbereitet. Damit wird der Router selbst zur Smart-Home-Zentrale – smarte Lampen, Steckdosen, Sensoren oder Heizkörperthermostate lassen sich ohne separaten Hub einbinden.

Das ist genau die Richtung, in die ein modernes Heimnetz gehen sollte: Wer ohnehin einen leistungsfähigen Router braucht, spart sich mit der 6690 Pro die Anschaffung einer zusätzlichen Bridge für Zigbee-Geräte. Zusammen mit der bekannten FRITZ!-Smart-Home-App und FRITZ!DECT-Zubehör entsteht so eine erstaunlich vollständige Steuerzentrale – ein Argument, das einen womöglich höheren Anschaffungspreis relativiert.

FRITZ!Box 6690 Pro in Zahlen

FRITZ!Box 6690 Pro · Technische Daten Launch-Check SmartHome Kompass · Stand Juni 2026 12,2 Gbit/s WLAN brutto gesamt über alle 3 Bänder kombiniert 6 GHz Wi-Fi 7 · neues Band bis 5.760 Mbit/s (auch 5 GHz) MLO Multi-Link-Operation 2 Bänder gleichzeitig nutzen 2,5 G LAN-Port (1×) + 3× 1 Gbit/s · 2× USB 3.0 DOCSIS 3.1 Kabelmodem 2×2 OFDM(A) · 32×8 SC-QAM DECT Telefonie integriert IP/SIP + 2× analog (FXS) Smart-Home-Zentrale · Zigbee + DECT ULE Lampen, Steckdosen, Sensoren & Thermostate ohne separaten Hub einbinden Für Matter vorbereitet · voll FRITZ!-Mesh-fähig (Stand Juni 2026) Preis: noch nicht offiziell · erwartet um 399 € (UVP-Schätzung) Vorgänger 6690 Cable startete bei ~350 € · Marktstart DE: im Laufe 2026

Daten: FRITZ! / AVM (Herstellerangaben) sowie ComputerBase, connect, dslweb · Zusammenstellung: SmartHome Kompass

Geschwindigkeit und Einordnung: Was bringen 12,2 Gbit/s wirklich?

12,2 Gbit/s klingen gewaltig – sind aber, wie immer bei WLAN-Angaben, ein theoretischer Bruttowert über alle Bänder summiert. In der Praxis erreicht kein einzelnes Endgerät diese Zahl. Entscheidend ist vielmehr, dass das 6-GHz-Band mit seinen breiten Kanälen die nutzbare Bandbreite je Gerät deutlich anhebt und – dank MLO – Verbindungen robuster werden. Genau das ist der reale Mehrwert von Wi-Fi 7 gegenüber Wi-Fi 6: nicht eine einzelne Rekordzahl, sondern mehr Stabilität und Reserven, wenn viele Geräte gleichzeitig funken.

Hier liegt aber auch die ehrliche Einordnung: Der größte Engpass im Kabel-Haushalt ist selten das WLAN, sondern der Internet-Uplink selbst. Wer einen 1-Gbit-Kabeltarif hat, sieht im Alltag keinen Unterschied beim Surfen – Wi-Fi 7 zahlt sich vor allem dort aus, wo im Heimnetz große Datenmengen fließen (NAS-Backups, 8K-Streaming auf mehrere Geräte, VR) oder wo viele Smart-Home-Geräte das WLAN belasten. Für reines Surfen und Streaming auf zwei, drei Geräten ist auch eine günstigere Wi-Fi-6-Box weiterhin völlig ausreichend.

Ein unabhängiger Praxistest mit eigenen Durchsatzmessungen liegt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor – das ist bei einem Gerät, das erst kurz vor dem Marktstart steht, normal. Unsere Bewertung beruht daher ausdrücklich auf den geprüften Datenblättern und ersten Berichten der Fachpresse, nicht auf eigenen Messungen.

FRITZ!Box 6690 Pro vs. Alternativen

Merkmal FRITZ!Box 6690 Pro FRITZ!Box 6690 Cable FRITZ!Repeater 6700 Pro
WLAN-Standard Wi-Fi 7 (Tri-Band) Wi-Fi 6 (Dual-Band) Wi-Fi 7 (Quadband)
6-GHz-Band ✓ Ja ✗ Nein ✓ Ja
WLAN brutto (gesamt) bis 12,2 Gbit/s bis 6 Gbit/s bis 18 Gbit/s
Modem / Rolle DOCSIS 3.1 (Kabel) DOCSIS 3.1 (Kabel) Repeater (kein Modem)
Schnellster LAN-Port 2,5 Gbit/s 2,5 Gbit/s 10 Gbit/s
Smart Home (Zigbee) ✓ Zigbee + DECT ULE DECT ULE
Preis (ca.) ~399 € (erwartet) ca. 290 € Preis offen

Die Tabelle zeigt das Profil der 6690 Pro deutlich: Sie ist die richtige Wahl, wenn man am Kabelanschluss hängt und ein Komplettgerät aus Modem, Wi-Fi-7-Router und Smart-Home-Zentrale in einem will. Der FRITZ!Repeater 6700 Pro hat zwar auf dem Papier mehr WLAN-Durchsatz und einen 10-Gbit-Port, ist aber ein Repeater ohne eigenes Modem – er erweitert ein bestehendes Netz, ersetzt aber keinen Router. Wer hingegen noch die alte 6690 Cable hat und mit seinem WLAN zufrieden ist, muss nicht zwingend upgraden – der Sprung lohnt vor allem bei vielen Geräten und 6-GHz-fähigen Clients.

Für wen lohnt sich die FRITZ!Box 6690 Pro?

Die klarste Empfehlung gilt für Kabel-Internet-Haushalte mit vielen vernetzten Geräten: große Familien, Home-Office-Haushalte mit Videokonferenzen, Gamer und alle, die parallel auf mehreren Geräten in 4K/8K streamen. Hier spielt das 6-GHz-Band mit MLO seine Stärken aus und schafft spürbar mehr Reserven als Wi-Fi 6.

Besonders attraktiv ist die Box für Smart-Home-Einsteiger und -Umsteiger, die bisher einen separaten Zigbee-Hub betreiben. Die integrierte Zigbee- und DECT-ULE-Zentrale plus Matter-Vorbereitung macht ein Zusatzgerät überflüssig und bündelt die Steuerung in der FRITZ!-Welt – ein echtes Komfort- und Kostenargument.

Weniger sinnvoll ist das Upgrade für Gelegenheitsnutzer mit einem 250-Mbit- oder 500-Mbit-Kabeltarif und wenigen Geräten. Wer hauptsächlich auf zwei, drei Geräten surft und streamt, merkt vom Wi-Fi-7-Vorsprung im Alltag kaum etwas – hier reicht eine deutlich günstigere Box. Und wer einen Glasfaser- oder DSL-Anschluss hat, ist mit der 6690 Pro ohnehin falsch beraten: Sie ist ein reiner Kabelrouter.

Preis, Verfügbarkeit und Idealo-Stand

Beim Preis muss man ehrlich sein: FRITZ! hat zum Stand 21. Juni 2026 noch keine offizielle UVP genannt. Fachmedien wie netzwelt rechnen mit einer Preisempfehlung um 399 €. Zur Einordnung: Der Vorgänger FRITZ!Box 6690 Cable startete seinerzeit bei rund 350 €, eine moderate Preissteigerung für das Pro-Modell mit Wi-Fi 7 wäre also plausibel. Diese Zahl ist eine begründete Schätzung der Fachpresse, keine Hersteller-Angabe – bitte als solche behandeln.

Eine Idealo-Listung mit Bestpreis gibt es Stand 21. Juni 2026 noch nicht, da das Gerät erst kurz vor dem Marktstart steht. Der Marktstart wurde ursprünglich für das zweite Quartal 2026 erwartet; FRITZ! hat zuletzt lediglich bestätigt, dass die Box „im Laufe des Jahres 2026" kommt, ohne sich auf erstes oder zweites Halbjahr festzulegen. Sobald das Gerät gelistet ist, finden Sie den aktuellen Bestpreis über den Bei Amazon ansehen*.

Fazit: Das modernste Gerät für den Kabelanschluss

Die FRITZ!Box 6690 Pro schließt eine echte Lücke. Kabel-Internet-Kunden mussten bei Wi-Fi 7 bisher passen – jetzt bekommen sie das erste Gerät, das den neuen Standard inklusive 6-GHz-Band und MLO an den DOCSIS-Anschluss bringt, und das auch noch als vollwertige Smart-Home-Zentrale mit Zigbee. Für die Zielgruppe ist das ein rundes, modernes Paket.

Die Wermutstropfen sind überschaubar, aber benennenswert: Das Modem bleibt bei DOCSIS 3.1 statt 4.0, und mit nur einem einzigen 2,5-Gbit-Port ist die Multi-Gig-Verkabelung knapp bemessen. Beides ist für die meisten Haushalte 2026 kein Problem – wer aber ein zukunftssicheres Maximum sucht oder seine Geräte intensiv per Kabel mit mehr als 1 Gbit/s vernetzen will, sollte das einkalkulieren. Und der noch fehlende offizielle Preis macht die endgültige Preis-Leistungs-Bewertung erst nach dem Marktstart möglich.

Unser Gesamtbild auf Datenbasis: 8,5 / 10 – ein technologisch starker, durchdachter Kabelrouter, der vor allem durch die Doppelrolle als Smart-Home-Zentrale heraussticht. Ein ausführlicher Praxistest mit eigenen Durchsatzmessungen folgt, sobald ein Gerät verfügbar ist.

Heimnetz fürs Smart Home rüsten: Welche smarten Geräte auch bei schwachem WLAN über Zigbee und Thread zuverlässig laufen, erklärt unser Smart-Home-Trends-Ratgeber 2026. Aktuelle Router-Angebote finden Sie auf der Deals-Seite.

Häufige Fragen zur FRITZ!Box 6690 Pro

Was kostet die FRITZ!Box 6690 Pro?

Eine offizielle UVP gibt es noch nicht. Fachmedien wie netzwelt erwarten einen Preis um 399 €. Der Vorgänger 6690 Cable startete bei rund 350 €. Eine Idealo-Listung existiert Stand 21. Juni 2026 noch nicht, da der Marktstart erst bevorsteht.

Was ist neu gegenüber der 6690 Cable?

Der große Unterschied ist Wi-Fi 7 auf allen drei Bändern inklusive des 6-GHz-Bandes – die 6690 Cable funkte mit Wi-Fi 6 und ohne 6 GHz. Dazu kommen MLO (Multi-Link-Operation), bis zu 12,2 Gbit/s WLAN-Brutto und ein 2,5-Gbit-LAN-Port.

Für welchen Anschluss ist die 6690 Pro gedacht?

Es ist ein reiner Kabelrouter mit DOCSIS-3.1-Modem – für TV-Kabel-Internetanschlüsse (z. B. Vodafone, PŸUR). Für DSL oder Glasfaser ist sie nicht geeignet; dafür gibt es andere FRITZ!Box-Modelle.

Kann die 6690 Pro Smart-Home-Geräte steuern?

Ja. Sie integriert Zigbee und DECT ULE direkt und ist für Matter vorbereitet. Smarte Lampen, Steckdosen, Sensoren und Heizkörperthermostate lassen sich ohne separaten Hub einbinden – ein klarer Vorteil für Smart-Home-Haushalte.