Ratgeber

Tankrabatt 2026: Lohnt das E-Auto jetzt noch?

Zapfpistole und Ladekabel nebeneinander auf einer Ablage an einer Tankstelle, daneben ein Stapel Münzen

Symbolbild: KI-generiert (EU AI Act Art. 50).

Seit heute Nacht gilt der Tankrabatt: Benzin und Diesel sollen rund 17 Cent je Liter weniger kosten. Wer ein E-Auto fährt oder kaufen will, fragt sich sofort, ob sich die Rechnung damit gedreht hat. Die kurze Antwort lautet nein. Ich habe es nachgerechnet, mit veröffentlichten Zahlen von Bundestag, ADAC, BDEW und Bundesnetzagentur. Vom Rabatt habe ich selbst nichts, mein Model Y tankt keinen Sprit. Die Rechnung steht unten, samt allen Annahmen.

Wie viel spart der Tankrabatt pro Liter?

Kurz: Die Energiesteuer sinkt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 um 14,04 Cent je Liter. Mit der Mehrwertsteuer darauf ergibt sich eine Entlastung von rund 17 Cent, rechnerisch 16,7 Cent, je Liter Benzin und Diesel. Ob die Tankstellen den Betrag voll weitergeben, steht nicht fest.

Der Bundestag hat den Tankrabatt am 25. September 2026 mit 434 zu 128 Stimmen beschlossen. Er gilt für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent je Liter, brutto nennt der Bundestag eine Ersparnis von rund 17 Cent.

Am 30. September meldete der ADAC für Super E10 im Schnitt rund 2,258 Euro je Liter und für Diesel 2,409 Euro. Gäbe die Branche den Rabatt vollständig weiter, lägen die Preise bei etwa 2,09 Euro für E10 und 2,24 Euro für Diesel. Das ist meine Rechnung auf Basis der ADAC-Zahlen, keine Prognose. Der ADAC rechnet damit, dass die Preise nach und nach um 16,7 Cent fallen, und fordert die vollständige Weitergabe in den ersten Oktobertagen. Ob und wie schnell der Rabatt ankommt, sehen Sie erst an der Preisanzeige Ihrer Tankstelle.

Was kosten 100 Kilometer: Benzin gegen Strom?

Ich vergleiche nur die Energiekosten je 100 Kilometer. Der Benziner verbraucht 7 Liter, das ist eine runde Annahme für einen Alltagswagen. Das E-Auto braucht 18 Kilowattstunden inklusive Ladeverluste. Das liegt zwischen den ADAC-Werten für das Model Y, die je nach Variante und Testjahr von 16,4 bis 21,2 kWh auf 100 Kilometer reichen, jeweils inklusive Ladeverluste.

Beim Strom nehme ich zwei Preise. Haushaltsstrom kostet laut BDEW 2026 bisher im Schnitt 37,0 Cent je Kilowattstunde (Stand August). Eigenen Solarstrom bewerte ich mit der Einspeisevergütung, denn auf diesen Betrag verzichtet, wer die Kilowattstunde selbst ins Auto lädt. Für Anlagen, die seit dem 1. August 2026 ans Netz gehen, sind das laut Bundesnetzagentur 7,70 Cent bei Teileinspeisung bis 10 Kilowatt. Bei älteren Anlagen weicht der Satz ab.

Modellrechnung: Energiekosten je 100 Kilometer

Benziner ohne Rabatt (2,258 €/l × 7 l)15,81 €
Benziner mit Rabatt (2,091 €/l × 7 l, volle Weitergabe)14,64 €
E-Auto, Haushaltsstrom (0,37 €/kWh × 18 kWh)6,66 €
E-Auto, eigener Solarstrom (0,077 €/kWh × 18 kWh)1,39 €
Energiekosten je 100 Kilometer (Modellrechnung) Benziner ohne Rabatt Benziner mit Rabatt E-Auto, Haushaltsstrom E-Auto, eigener Solarstrom 15,81 € 14,64 € 6,66 € 1,39 €

Quellen: Deutscher Bundestag (Beschluss 25.09.2026), ADAC-Pressemeldung vom 30.09.2026 (Spritpreise), ADAC-Stromverbrauchstest, BDEW-Strompreisanalyse (Stand 21.08.2026), Bundesnetzagentur (Einspeisevergütung). Alle Preise und Steuersätze mit dem jeweiligen Stand; die Rechnung ist eine Modellrechnung, keine Messung.

Der Rabatt spart dem Benziner-Fahrer 1,17 Euro je 100 Kilometer. Das E-Auto mit Haushaltsstrom bleibt trotzdem um rund 8 Euro günstiger, vorher waren es rund 9,15 Euro. Bei 15.000 Kilometern im Jahr schmölze der Vorsprung von etwa 1.370 auf etwa 1.200 Euro, wenn der Rabatt ein ganzes Jahr gälte. Er gilt aber nur drei Monate.

Ab welchem Strompreis wäre der Benziner wieder günstiger?

Kurz: Mit Tankrabatt liegt die Schwelle bei rund 81 Cent je Kilowattstunde, ohne Rabatt lag sie bei rund 88 Cent. Der Rabatt verschiebt sie um etwa 6,5 Cent. Wer überwiegend zu Hause lädt, bleibt nach dem BDEW-Durchschnitt weit darunter.

So rechnen Sie selbst nach: Benzinkosten je 100 Kilometer geteilt durch den Stromverbrauch je 100 Kilometer. Mit Rabatt sind das 14,64 Euro geteilt durch 18 Kilowattstunden, also 81 Cent je Kilowattstunde. Ohne Rabatt waren es 15,81 Euro geteilt durch 18, also 88 Cent.

Im Winter liegt die Schwelle niedriger, weil das E-Auto mehr verbraucht. Nehmen wir wie in unserem Winter-Ratgeber einen Aufschlag von 30 % als Modellannahme, sind es 23,4 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Zu Hause kostet die Strecke dann 8,66 Euro, und die Schwelle sinkt auf rund 63 Cent je Kilowattstunde.

Öffentliche Ladepunkte verlangen je nach Anbieter, Tarif und Ladeleistung sehr unterschiedliche Preise, an Schnellladern meist deutlich mehr als zu Hause. Setzen Sie den Preis Ihrer eigenen Ladekarte in die Formel ein. Wer fast nur an teuren Schnellladern lädt, sollte genau hinsehen. Wer zu Hause lädt, hat einen großen Puffer.

Was der Tankrabatt an der Rechnung nicht ändert

  • Er ist befristet. Am 31. Dezember 2026 endet die Entlastung. Bei 15.000 Kilometern im Jahr und 7 Litern Verbrauch macht sie im Quartal, also auf 3.750 Kilometer, rund 44 Euro aus. Je 1.000 Kilometer sind es rund 11,70 Euro.
  • Er betrifft nur den Kraftstoff. Anschaffungspreis, Versicherung, Steuer, Wartung und Wertverlust stehen nicht in meiner Rechnung. Sie unterscheiden sich von Fahrzeug zu Fahrzeug zu stark für eine Pauschale.
  • Er kommt nicht automatisch voll an. Der ADAC fordert die vollständige Weitergabe, eine Garantie ist das nicht. Die Preisanzeige zählt, nicht die Schlagzeile.

Was ich als E-Auto-Fahrer daraus mache

Ich lade mein Model Y zu Hause an einer eigenen Wallbox. Meine 10-kWp-Solaranlage liefert im Sommer den größten Teil des Stroms, meine Erfahrung nach einem Jahr steht in einem eigenen Beitrag. Meinen genauen Cent-Betrag je 100 Kilometer nenne ich bewusst nicht, weil ich keinen separaten Ladezähler mitlaufen lasse. Die Rechnung oben ist deshalb eine Modellrechnung und keine Messung an meinem Auto.

Mein Fazit: Der Tankrabatt ist für Benzin- und Diesel-Fahrer eine willkommene Entlastung. Er ist aber zu klein und zu kurz, um eine Entscheidung fürs E-Auto umzuwerfen. Der Rabatt endet Ende Dezember, die Ladekosten zu Hause bleiben.

Was Sie jetzt tun können:

  1. Sie tanken weiter Sprit: Nehmen Sie den Rabatt mit, aber vergleichen Sie die Preisanzeigen. Erst wenn die 16,7 Cent an der Säule stehen, ist er angekommen.
  2. Sie fahren schon elektrisch: Prüfen Sie Ihren Haushaltsstromtarif und den Preis Ihrer Ladekarte. Wie viel Ihnen eigener Solarstrom bringt, rechnet der E-Auto-PV-Ersparnis-Rechner. Im Winter hilft ein dynamischer Stromtarif beim Nachtladen.
  3. Sie überlegen den Umstieg: Lassen Sie sich vom befristeten Rabatt nicht verunsichern. Entscheidend sind Ihre Ladeoptionen. Was eine Wallbox können muss, steht im Wallbox-Ratgeber, und den Winterverbrauch sollten Sie einplanen.

Lohnt sich das Laden mit eigenem Solarstrom für Sie?

Anlagengröße und Jahresfahrleistung eintragen, der Rechner schätzt Ihr Sparpotenzial in einer Minute.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist der Tankrabatt 2026?

Die Energiesteuer sinkt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 um 14,04 Cent je Liter. Brutto ergibt sich eine Entlastung von rund 17 Cent, rechnerisch 16,7 Cent je Liter Benzin und Diesel.

Gilt der Tankrabatt auch für Diesel?

Ja. Laut Bundestag sinkt die Energiesteuer für Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter. Der ADAC nannte am 30. September für Diesel im Schnitt 2,409 Euro je Liter.

Lohnt sich ein E-Auto trotz Tankrabatt?

In der Modellrechnung ja, wenn überwiegend zu Hause geladen wird: Mit Rabatt kosten 100 Kilometer im Benziner etwa 14,64 Euro, im E-Auto mit Haushaltsstrom etwa 6,66 Euro. Erst ab rund 81 Cent je Kilowattstunde würde der Benziner günstiger.

Kommt der Tankrabatt sofort an der Tankstelle an?

Das steht nicht fest. Der ADAC rechnet damit, dass die Preise nach und nach um 16,7 Cent fallen, und fordert die vollständige Weitergabe in den ersten Oktobertagen. Entscheidend ist die Preisanzeige an Ihrer Tankstelle.

Fazit: Der Rabatt ist eine Delle, keine Wende

Der Tankrabatt spart beim Benziner rund 1,17 Euro je 100 Kilometer, und das nur bis zum 31. Dezember 2026. Ein E-Auto, das zu Hause lädt, bleibt in der Modellrechnung um rund 8 Euro je 100 Kilometer günstiger. Die Schwelle, ab der der Benziner wieder vorn läge, liegt bei etwa 81 Cent je Kilowattstunde. Wer die eigenen Ladekosten kennt, braucht keine Sorge. Wer sie nicht kennt, rechnet in fünf Minuten nach: Benzinkosten je 100 Kilometer geteilt durch den Verbrauch des E-Autos.