Saugroboter vs. Treppe: Der erste Sieger kommt von der IFA
Transparenz: Dieser Beitrag enthält keine Affiliate-Links, da das vorgestellte Gerät noch nicht im Handel ist. Bild-Credit: Pressebild Roborock.
Vor drei Wochen habe ich hier erklärt, warum mein Saugroboter trotz zwei Jahren Praxisbetrieb nie ins Obergeschoss kommt - egal wie teuer und clever das Gerät im Erdgeschoss auch ist, an der Treppe ist für jeden Saugroboter, den ich bisher getestet habe, Schluss. Diese Woche, pünktlich zur IFA in Berlin, zeigt Roborock ein Gerät, das genau dieses Problem angeht: einen Saugroboter, der nach Herstellerangaben tatsächlich Treppenstufen erklimmt. Ich habe mir die Technik genauer angesehen - und was mich überzeugt, ist nicht der Marketing-Clip, sondern wie die Idee dahinter funktioniert.
Das Problem, von dem ich vor drei Wochen geschrieben habe
Kurze Erinnerung, falls Sie den Artikel nicht kennen: Jeder Saugroboter, den ich in den letzten Jahren getestet habe - von einfachen Einsteigergeräten bis zum Flaggschiff mit Auto-Wisch-Station - bleibt an der ersten Stufe stehen. Das liegt nicht an schlechter Software, sondern an der Physik: Runde, starr montierte Räder unter einem flachen Chassis können keine 17 bis 19 Zentimeter hohen Stufen überwinden, egal wie gut der Lidar-Sensor die Umgebung kartiert. Die bisher einzigen praxistauglichen Lösungen sind ein zweiter, günstigerer Roboter fürs Obergeschoss oder das Gerät von Hand zu tragen - beides beschreibe ich ausführlich in meinem Ratgeber zu Saugrobotern im Obergeschoss. Genau an diesem Punkt setzt die Neuheit an, die Roborock diese Woche zeigt.
Was zeigt Roborock mit dem Saros Rover auf der IFA 2026 genau?
Der Saros Rover ist laut Roborock der erste Saugroboter mit Bein-Rad-Architektur. Statt vier starr montierten Rädern sitzen die Räder an Beinen, die sich unabhängig voneinander heben und senken lassen. Damit soll das Gerät einzelne Stufen erklimmen, kleine Hindernisse wie Türschwellen oder Kabel überwinden und - das ist der eigentliche Clou - selbstständig zwischen Etagen wechseln. Vorgestellt wurde die Technik erstmals auf der CES 2026 in Las Vegas Anfang Januar, jetzt feiert sie auf der IFA in Berlin (4. bis 8. September) ihre Europapremiere.
Was mich an den ersten unabhängigen Berichten von der Messe überrascht hat: Das Gerät soll nicht nur Stufen hochkommen, sondern sie dabei auch reinigen - über Bewegungssensoren und eine 3D-Erfassung der Umgebung soll der Roboter erkennen, wo genau er auf einer Stufe steht, und diese gezielt absaugen. Mehrere Fachmedien, die das Gerät live auf der Messe gesehen haben, beschreiben zudem kurze, kontrollierte Sprünge über kleinere Kanten - eine Bewegung, die bei einem klassischen Saugroboter schlicht nicht vorgesehen ist.
Wie das Bein-Rad-System technisch funktioniert
Der Unterschied zu jedem bisherigen Saugroboter-Konzept liegt im Antrieb. Klassische Geräte haben zwei oder vier Räder, die fest unter dem runden Gehäuse sitzen und nur vorwärts, rückwärts oder drehend bewegt werden. Beim Saros Rover sitzt jedes Rad am Ende eines beweglichen Beins, das sich einzeln anheben, absenken und in der Länge verändern lässt - ähnlich dem Prinzip, das man von vierbeinigen Laufrobotern in der Industrie kennt, nur eben mit Rädern statt Füßen. Dadurch kann der Roboter seine Körperhöhe an Hindernisse anpassen, auf Neigungen die Balance ausgleichen und eben auch einzelne Stufen anfahren, mit den vorderen Beinen anheben und den Rest des Körpers nachziehen.
Diese Bauweise ist aufwendiger und störanfälliger als ein starres Rad-Fahrwerk - mehr bewegliche Teile bedeuten mehr potenzielle Verschleißstellen. Genau deshalb sehe ich das Gerät aktuell als das, was es ist: ein technischer Machbarkeitsbeweis, kein fertiges Serienprodukt. Ob die Mechanik über hunderte Reinigungsläufe und Jahre im Alltag zuverlässig bleibt, kann auf einer Messe niemand zeigen - das lässt sich erst in einem echten Langzeittest beurteilen, und den gibt es naturgemäß noch nicht.
Kann ich den Roborock Saros Rover schon kaufen?
Nein. Roborock hat bislang weder einen Preis noch ein Verkaufsdatum genannt. Auf der IFA 2026 ist der Saros Rover ein Showcase-Gerät - vergleichbar mit einer Konzeptstudie in der Automobilbranche, die zeigt, wohin die Entwicklung geht, aber noch lange nicht im Handel steht. Wer also jetzt aus Begeisterung nach einem Kaufdatum sucht: Das gibt es noch nicht, und angesichts der Komplexität der Mechanik würde ich für eine echte Marktreife eher mit einem Zeitraum von einem bis zwei Jahren rechnen als mit Wochen.
Kein Einzelfall: Auch bei Mährobotern wächst die Umgebungsintelligenz
Der Saros Rover steht auf der IFA nicht allein - der Trend, dass Reinigungsroboter ihre Umgebung eigenständiger verstehen und sich anpassen, statt sich starr an vorgegebene Bahnen zu halten, zieht sich durch mehrere Hersteller. Segway Navimow zeigt mit dem H5 Pro einen Mähroboter mit ausfahrbarem Mäharm, der Rasenkanten ohne stehen bleibenden Grasstreifen schneidet, kombiniert mit Lidar, Kameras und einem Infrarotsensor, der auch bei schlechtem Licht Kleintiere erkennen soll. Worx wiederum stellt mit den Landroid-Vision-Cloud-Modellen Mähroboter vor, die ihre Grenzen beim ersten Mähgang per KI-Kamera und Cloud-RTK-Daten selbst erkunden - ganz ohne Begrenzungsdraht und ohne manuelle Einmessung. Beide Beispiele zeigen dieselbe Richtung wie der Saros Rover: Die Geräte sollen nicht mehr nur stur einer Karte folgen, sondern ihre reale Umgebung erkennen und sich aktiv daran anpassen.
| Lösung fürs Treppenproblem | Verfügbarkeit | Bewertung |
|---|---|---|
| Zweiter Roboter fürs Obergeschoss | Sofort, jeder Hersteller | Praxistauglich, aber doppelte Anschaffung |
| Gerät manuell zwischen Etagen tragen | Sofort, mit Multi-Karten-Funktion | Kostenlos, aber Komfortverlust |
| Roborock Saros Rover (Bein-Rad) | Messe-Showcase, kein Verkaufsstart | Vielversprechend, noch ungetestet im Alltag |
Stand der Ankündigungen Anfang September 2026, Quellen siehe unten. Roborock kann Zeitplan und technische Details bis zur Marktreife noch ändern.
Gibt es schon heute eine Lösung für Saugroboter im Obergeschoss?
Ja, aber keine, die Treppen selbst überwindet. Praxistauglich sind aktuell zwei Wege: ein zweiter, meist günstigerer Roboter, der fest im Obergeschoss bleibt, oder ein einzelnes Gerät mit Multi-Karten-Funktion, das Sie von Hand zwischen den Etagen tragen und per App zwischen den gespeicherten Kartenprofilen wechseln. Beide Varianten habe ich mit konkreten Modell-Empfehlungen in meinem Ratgeber zum Treppenproblem beschrieben - der Saros Rover ändert daran aktuell noch nichts, weil er schlicht nicht kaufbar ist.
Ist die Bein-Rad-Technik nur ein Marketing-Gag?
Nicht nur. Mehrere unabhängige Fachmedien, die den Saros Rover live auf CES und IFA gesehen haben, bestätigen übereinstimmend, dass das Gerät einzelne Stufen tatsächlich erklimmt und dabei sogar kurze Sprünge über Kanten schafft - das ist also keine reine Rendering-Animation aus der Pressemitteilung. Offen bleibt aus meiner Sicht trotzdem die entscheidende Frage: wie zuverlässig das über hunderte Reinigungsläufe im echten Alltag funktioniert, mit vollem Staubbehälter, unterschiedlichen Bodenbelägen und Teppichkanten. Dazu gibt es bislang ausschließlich Messevorführungen unter kontrollierten Bedingungen, keine unabhängigen Langzeittests.
Meine Einordnung als Vieltester
Ich teste seit Jahren Saugroboter mehrerer Marken parallel im eigenen Zweifamilienhaus, und die Treppe zum Obergeschoss war bislang bei jedem einzelnen Gerät die Grenze, an der die Automatisierung endet. Dass ausgerechnet jetzt - drei Wochen nachdem ich das hier beschrieben habe - der erste ernsthafte technische Ansatz zur Lösung öffentlich vorgeführt wird, ändert an meinem eigenen Haushalt noch nichts: Ich werde weiterhin zwei Geräte betreiben, bis der Saros Rover oder ein vergleichbares Modell tatsächlich im Handel steht und sich in einem echten Test beweisen kann. Aber als Signal, wohin sich die Kategorie entwickelt, ist die IFA-Präsentation die interessanteste Saugroboter-Neuheit, die ich in diesem Jahr gesehen habe - deutlich mehr als die üblichen Aufstockungen bei Saugkraft oder Dockstation-Funktionen.
Häufige Fragen zum Roborock Saros Rover
Was zeigt Roborock mit dem Saros Rover auf der IFA 2026 genau?
Der Saros Rover ist laut Roborock der erste Saugroboter mit Bein-Rad-Architektur: Statt starrer Räder sitzen die Räder an Beinen, die sich unabhängig heben und senken lassen. Damit soll das Gerät einzelne Treppenstufen erklimmen, kleine Hindernisse überwinden und sogar Etagen wechseln - vorgeführt erstmals auf der CES 2026, jetzt Europapremiere auf der IFA in Berlin.
Kann ich den Roborock Saros Rover schon kaufen?
Nein. Roborock hat bislang weder Preis noch Verkaufsstart genannt. Der Saros Rover ist auf der IFA 2026 ein Showcase-Gerät - vergleichbar mit einer Konzeptstudie, die zeigt, wohin die Entwicklung geht, aber noch nicht im Handel steht.
Gibt es schon heute eine Lösung für Saugroboter im Obergeschoss?
Ja, aber keine, die Treppen selbst überwindet. Praxistauglich sind aktuell zwei Wege: ein zweiter, günstigerer Roboter fürs Obergeschoss oder das manuelle Tragen eines Geräts mit Multi-Karten-Funktion zwischen den Etagen. Beide Lösungen sind ausführlich in unserem Ratgeber zum Thema beschrieben.
Ist die Bein-Rad-Technik nur ein Marketing-Gag?
Nicht nur. Erste unabhängige Vorführungen bestätigen, dass das Gerät einzelne Stufen tatsächlich erklimmt und dabei sogar kurze Sprünge über Kanten schafft. Offen bleibt, wie zuverlässig das im Alltag über hunderte Reinigungsläufe funktioniert - dazu gibt es bislang keine Langzeittests, nur Messevorführungen.
Fazit: Ein Meilenstein-Versprechen, kein fertiges Produkt
Der Roborock Saros Rover löst mein Treppenproblem heute noch nicht - dafür fehlen Preis, Verkaufsstart und vor allem der Praxisbeweis über Monate im echten Alltag. Aber er ist der erste Saugroboter, bei dem ich das Prinzip "Treppen steigen" nicht als Marketing-Floskel abtue, sondern als technisch nachvollziehbaren Ansatz einordne. Bis das Gerät oder ein Nachfolger tatsächlich kaufbar ist, bleibt für Mehrgeschoss-Haushalte die pragmatische Lösung mit zwei Geräten oder dem manuellen Tragen die einzig verlässliche - ich werde den Saros Rover im Auge behalten und sobald ein Testgerät verfügbar ist, hier ausführlich berichten.