Home Assistant: Apps bekommen ab Dezember weniger Rechte
Kurz gesagt: Home Assistant entzieht App-Containern, früher Add-ons, standardmäßig vier Linux-Rechte: NET_RAW, MKNOD, AUDIT_WRITE und SETFCAP. Mit Supervisor 2026.12 gilt das für Neuinstallationen, bestehende Systeme folgen spätestens mit 2027.05. Wer eine Installation betreibt, muss zunächst nichts tun.
Symbolbild: KI-generiert
Home Assistant zieht die Zügel bei den Zusatz-Apps an. Laut einem Bericht von SmarthomeAssistent.de hat das Projekt am 6. November einen Fahrplan veröffentlicht, nach dem die App-Container, früher Add-ons genannt, weniger Linux-Berechtigungen automatisch erhalten.
Was sich ändert
Aus der Standardausstattung fallen vier Rechte: NET_RAW, MKNOD, AUDIT_WRITE und SETFCAP. NET_RAW erlaubt besonders weitreichende Netzwerkzugriffe. Braucht eine App eines dieser Rechte wirklich, kann sie es in ihrer Konfiguration ausdrücklich anfordern. Im zugehörigen Änderungsvorschlag des Supervisors auf GitHub (PR 7402) ist das als Voreinstellung für neue Installationen angelegt; er war beim Abruf noch als Entwurf markiert.
Der Zeitplan
- Supervisor 2026.12: gilt zunächst nur für Neuinstallationen.
- Supervisor 2027.05: spätestens dann folgen bestehende Installationen, ein früherer Termin soll gesondert angekündigt werden.
Bis dahin behalten bestehende Systeme ihr bisheriges Verhalten. Von rund 90 untersuchten Apps aus offiziellen und Community-Verzeichnissen brauchen laut Home Assistant die meisten keine Änderung. Ausnahmen wie der OpenThread Border Router, der Matter Server und Netzwerkwerkzeuge bekommen die nötigen Rechte hinterlegt. Gewöhnliche Ping-Abfragen sollen weiter funktionieren.
Wann es Ärger geben kann
Stolpern kann man bei Apps mit eigenen Netzwerkverfahren und bei Backups: Wer eine Sicherung auf einem frisch eingerichteten System wiederherstellt, bekommt die neuen Standardrechte. Ein Backup einer älteren Installation kann also dazu führen, dass eine App ein Recht verliert, das ihr Entwickler nicht ausdrücklich angefordert hat.
Unsere Einordnung
Für die Sicherheit ist der Schritt sinnvoll: Was eine App nicht braucht, sollte sie nicht dürfen. Praktisch trifft es vor allem Neueinsteiger. In unserem Home-Assistant-Ratgeber für Einsteiger kalkulieren wir den typischen Start mit dem Home Assistant Green für 179 Euro UVP plus Zigbee-Stick für 45 Euro UVP, zusammen 224 Euro UVP. Wer so frisch startet, bekommt die neuen Standardrechte ab Supervisor 2026.12 von Anfang an, ein zusätzlicher Aufwand entsteht dadurch für Standard-Apps nach Angaben von Home Assistant aber nicht. Bestehende Anlagen laufen bis zum Umstieg unverändert weiter. Unsere Empfehlung: Vor einem Backup-Restore auf neuer Hardware kurz prüfen, ob die eigenen Zusatz-Apps eines der vier Rechte brauchen.
Hinweis: Wir stützen uns auf den Bericht von SmarthomeAssistent.de und den öffentlichen GitHub-Vorschlag. Den Fahrplantext von Home Assistant selbst konnten wir nicht direkt lesen, die Termine stammen aus dem genannten Bericht.
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