Home Assistant für Einsteiger: Was Sie brauchen, was es kostet und für wen es sich lohnt
Symbolbild: KI-generiert.
Home Assistant ist in vielen Smart-Home-Meldungen das Stichwort, und meist wird vorausgesetzt, dass Sie es schon kennen. Hier steht, was Sie für den Start wirklich brauchen und was das kostet.
Was ist Home Assistant?
Home Assistant ist eine Steuerzentrale, die bei Ihnen zu Hause läuft. Sie führt Geräte verschiedener Hersteller in einer Oberfläche zusammen und verbindet sie über Automationen. Der Hersteller nennt mehr als 1.000 eingebaute Integrationen.
Der wichtigste Unterschied zu Alexa oder Google Home: Ihre Daten bleiben lokal, und das Zuhause läuft laut Hersteller auch bei einem Internetausfall weiter. Entwickelt wird die Software als Open Source von einer großen Gemeinschaft. Nabu Casa verkauft Hardware und das Cloud-Abo und ist kommerzieller Partner der Open Home Foundation.
Für wen lohnt sich das?
Unsere Einschätzung: Es lohnt sich, wenn Sie Geräte mehrerer Marken besitzen, die sich in keiner App vertragen, oder wenn Ihr Zuhause ohne fremde Server laufen soll. Auch wer Automationen mit vielen Bedingungen bauen will, ist hier richtig.
Lassen Sie es, wenn Sie nur ein paar Lampen per Sprache schalten wollen. Dafür reicht Apple Home, Google Home oder Alexa. Wie Sie dort ohne teuren Fehlkauf anfangen, steht in unserem Ratgeber zum günstigen Einstieg. Home Assistant verlangt mehr Einrichtungszeit, und die Pflege bleibt bei Ihnen.
Welche Hardware brauchen Sie?
Der Hersteller empfiehlt den meisten Nutzern das eigene Betriebssystem Home Assistant OS. Am schnellsten geht es mit dem fertigen Green.
| Weg | Was Sie brauchen | Für wen |
|---|---|---|
| Home Assistant Green | 179 Euro UVP. 4 GB RAM, 32 GB Speicher, Netzteil und Netzwerkkabel liegen bei, System ist vorinstalliert | Einsteiger |
| Raspberry Pi 4 oder 5 | Mindestens 2 GB RAM, Netzteil, microSD-Karte, Ethernet-Kabel. System installieren Sie selbst | Wer schon einen Pi hat |
| Eigener PC (x86-64) | Home Assistant OS auf einem vorhandenen Rechner | Wer einen Rechner übrig hat |
| Container | Linux, macOS, Windows und weitere Systeme. Keine Apps (früher Add-ons), Thread und Z-Wave nicht von Haus aus | Wer Container und Kommandozeile kennt |
Was der Dauerbetrieb kostet, lässt sich leicht rechnen. Der Hersteller nennt für den Green rund 1,7 Watt im Leerlauf und rund 3 Watt unter Last. Über ein Jahr sind das 15 bis 26 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent ergibt das rund 5 bis 9 Euro im Jahr. Mit Ihrem eigenen Tarif rechnen Sie das im Stromkosten-Rechner nach.
Den Green finden Sie auch im Handel, die Preise weichen teils von der UVP ab: Home Assistant Green bei Amazon suchen*.
* Affiliate-Link: Kaufen Sie darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision. Ihr Preis ändert sich nicht.
Brauchen Sie einen Funkstick?
Das hängt von Ihren Geräten ab. Ein Überblick über die Standards steht in unserem Ratgeber zu den Funkstandards. Für Home Assistant gilt:
- WLAN und Ethernet: kein Stick nötig. Das gilt auch für Matter über WLAN oder Ethernet.
- Zigbee: Sie brauchen einen Stick, denn der Green hat keinen eingebauten Zigbee-Funk. Der Hersteller empfiehlt seinen Connect ZBT-2 für 45 Euro UVP. Die Dokumentation nennt auch Sticks anderer Hersteller, etwa SONOFF ZBDongle-E und ConBee III.
- Thread: Sie brauchen einen Thread-Border-Router. Das kann ein HomePod mini, ein Apple TV 4K, ein Nest Hub der 2. Generation oder Home Assistant selbst mit passender App sein.
Zwei Stolperstellen stehen in der Dokumentation. Der ZBT-2 kann Zigbee und Thread nicht gleichzeitig, Sie entscheiden sich also für eines davon. Und ein Thread-Logo auf der Packung heißt nicht automatisch, dass das Gerät Matter beherrscht.
Matter-Geräte koppeln Sie über die Handy-App von Home Assistant, weil dabei das Bluetooth des Telefons genutzt wird. Voraussetzung ist Android ab 8.1 oder iOS ab 16. Ob ein Gerätetyp zu Ihrem System passt, prüft unser Matter-Checker.
Was kostet das Ganze?
| Posten | Preis (Herstellerangabe) | Pflicht? |
|---|---|---|
| Software | 0 Euro | ja |
| Home Assistant Green | 179 Euro UVP | nein, wenn Sie eigene Hardware nutzen |
| Connect ZBT-2 | 45 Euro UVP | nur für Zigbee oder Thread |
| Home Assistant Cloud | 7,50 Euro im Monat oder 75 Euro im Jahr, ohne Steuern | nein |
Der typische Einstieg mit Green und Zigbee-Stick liegt damit bei 224 Euro UVP. Das Cloud-Abo können Sie 31 Tage kostenlos testen. Es bringt Fernzugriff, Backups außer Haus und die Anbindung an Alexa und Google Home, die der Hersteller dafür empfiehlt. Ab dem 2. Dezember heißt es laut Nabu Casa „Home Assistant Link“.
So starten Sie in vier Schritten
- Bestand aufschreiben. Notieren Sie Ihre Geräte und deren Funkstandard. Das entscheidet, ob Sie einen Stick brauchen.
- Green anschließen. Strom und Netzwerkkabel genügen, das System ist vorinstalliert. Für die Ersteinrichtung braucht der Green Internet.
- Handy-App installieren. Sie brauchen sie ohnehin für Matter-Geräte.
- Klein anfangen. Binden Sie ein bis zwei Geräte ein und bauen Sie eine einfache Automation. Erst wenn die zuverlässig läuft, kommt der Rest dazu.
Häufige Fragen
Brauche ich für Home Assistant ein Abo?
Die Software läuft ohne Abo. Home Assistant Cloud kostet 7,50 Euro im Monat oder 75 Euro im Jahr, jeweils ohne Steuern. Sie bringt Fernzugriff und externe Backups. Für Alexa und Google Home empfiehlt der Hersteller das Abo.
Funktioniert Home Assistant ohne Internet?
Im laufenden Betrieb ja. Der Hersteller schreibt, dass das Smart Home auch bei einem Internetausfall weiterläuft. Die Ersteinrichtung des Green braucht aber eine Internetverbindung.
Hat der Home Assistant Green Zigbee eingebaut?
Nein. Laut Dokumentation hat der Green keinen eingebauten Zigbee-Funk. Sie brauchen einen Funkstick, etwa den Home Assistant Connect ZBT-2 für 45 Euro UVP. Matter über WLAN und Ethernet läuft ohne Stick.
Reicht ein Raspberry Pi?
Ja. Der Hersteller nennt einen Raspberry Pi 4 oder 5 mit mindestens 2 GB RAM, dazu Netzteil, microSD-Karte und Ethernet-Kabel. Sie installieren das Betriebssystem dann selbst.
Hat SmartHome Kompass Home Assistant getestet?
Einen eigenen Langzeittest haben wir noch nicht. Dieser Ratgeber stützt sich auf die Dokumentation von Home Assistant und Nabu Casa, Stand 4. November 2026.
Fazit: Für viele Marken stark, für drei Lampen zu viel
Mit 224 Euro für Green und Stick sind Sie dabei, laufende Kosten fallen kaum an. Dafür übernehmen Sie Einrichtung und Pflege selbst. Haben Sie Geräte mehrerer Marken oder wollen Sie unabhängig von fremden Servern bleiben, ist das ein fairer Tausch. Für ein paar Lampen reicht Ihr bisheriges System.
Passt das Gerät zu Ihrem System?
Unser Matter-Checker zeigt in Sekunden, ob ein Gerätetyp mit Ihrem System zusammenarbeitet.
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