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Autodiebstahl durch Relais-Angriffe - 85 Prozent aller Autos gefährdet

Kurz gesagt: Der ADAC hat mehr als 800 Fahrzeugmodelle auf ihre Anfälligkeit für sogenannte Relais-Angriffe getestet: Bei 85 Prozent gelang es, das Funksignal des Schlüssels aus dem Haus abzufangen, zum Auto zu verlängern und es so ohne Gewalt zu öffnen und zu starten. Die Polizei NRW warnt aktuell verstärkt vor genau dieser Methode und meldet mehrere Fälle ohne jede Aufbruchsspur, etwa einen gestohlenen Mercedes E 350 in Hamm. Problematisch wird es zusätzlich bei der Versicherung: Ohne sichtbare Einbruchsspuren lehnen manche Versicherer die Regulierung ab oder zahlen nur einen Bruchteil des Schadens.

Autodiebstahl durch Relais-Angriffe - 85 Prozent aller Autos gefährdet

Bild: KI-generiert

Der Autoschlüssel liegt im Flur, die Haustür ist abgeschlossen, das Auto steht sicher auf der eigenen Einfahrt - und ist trotzdem am nächsten Morgen weg. Kein Fenster eingeschlagen, kein Schloss aufgebrochen. Genau das passiert immer häufiger, weil sich die Komfortfunktion Keyless Go gegen ihre Besitzer wenden lässt.

Der ADAC hat in einem breit angelegten Test mehr als 800 Fahrzeugmodelle auf ihre Anfälligkeit für sogenannte Relais-Angriffe geprüft. Ergebnis: Bei 85 Prozent der getesteten Autos gelang es, das schwache Funksignal des Autoschlüssels - selbst durch Wände hindurch - mit einem Empfänger abzufangen und über einen zweiten Sender bis zum Fahrzeug zu verlängern. Für das Auto sieht es dann so aus, als befände sich der Schlüssel in unmittelbarer Nähe, und es lässt sich öffnen und starten, ganz ohne Werkzeug oder Gewaltanwendung.

Polizei NRW meldet aktuell mehrere Fälle

Dass die Masche längst kein theoretisches Testlabor-Szenario mehr ist, zeigen aktuelle Warnungen der Polizei NRW: Sie berichtet unter anderem vom Diebstahl eines Mercedes E 350 in Hamm sowie weiterer Fahrzeuge, bei denen keinerlei Einbruchsspuren zu finden waren. In einem in Medienberichten dokumentierten Fall aus Italien entstand einem BMW-Besitzer auf diese Weise ein Schaden von 11.000 Euro binnen 20 Minuten - die Versicherung erstattete davon nur rund 4.200 Euro, weil fehlende Aufbruchsspuren als Indiz gegen einen „klassischen“ Diebstahl gewertet wurden. Genau das ist eine der unterschätztesten Folgen dieser Angriffe: Ohne sichtbare Gewaltspuren verweigern manche Versicherer die volle Regulierung, weil sie den Nachweis für unzureichend halten.

Was das für den eigenen Alltag bedeutet

Wer ein Auto mit Keyless-Go-Funktion besitzt, sollte davon ausgehen, mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit betroffen zu sein - 85 Prozent ist keine Randerscheinung, sondern die Mehrheit der aktuellen Fahrzeugflotte. Wirksamen Schutz bieten laut Polizei und ADAC vor allem einfache, aber konsequent angewendete Maßnahmen: den Schlüssel signalabschirmend lagern (Faraday-Hülle oder -Box), statt ihn offen an der Wohnungstür oder im Flur liegen zu lassen, die Keyless-Funktion am Fahrzeug nachts nach Möglichkeit deaktivieren sowie zusätzlich mechanische Sicherungen wie eine Lenkradkralle einsetzen. Wer zusätzlich einen sicheren, gut einsehbaren Stellplatz wählt, senkt das Risiko weiter. Einen ausführlichen Überblick über die Angriffsmethode und konkrete Schutzmaßnahmen haben wir in unserem Ratgeber zum Keyless-Autodiebstahl per Relais-Angriff zusammengestellt.

Quellen: ad-hoc-news.de, Polizei NRW.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: ad-hoc-news.de / Polizei NRW. Text und Bewertung sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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