Video-Check · Wärmepumpe und Photovoltaik

Die PV liefert im Sommer, die Wärmepumpe zieht im Winter

Der Fachwerker geht der Frage nach, wie gut Wärmepumpe und Photovoltaik wirklich zusammenpassen. Wir ordnen ein, warum die beiden zeitlich aneinander vorbeilaufen – und welche zwei Stellschrauben mehr bringen als jedes zusätzliche Solarmodul.

Eingebettetes Video von Der Fachwerker. Wir betten es nur ein – alle Rechte liegen beim Urheber; die Einordnung ist unsere eigene redaktionelle Meinung.

Unsere Einordnung

Das Grundproblem der Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik ist ein Kalenderproblem, kein Technikproblem: Die Anlage erzeugt im Dezember und Januar grob ein Zehntel bis ein Fünftel dessen, was sie im Juni liefert – und genau in diesen Monaten läuft die Wärmepumpe auf Volllast. Eine deutsche PV-Anlage erzeugt im Dezember und Januar grob ein Zehntel bis ein Fünftel dessen, was sie im Juni liefert – und genau in diesen Monaten läuft die Wärmepumpe auf Volllast. Die beiden Kurven sind also nahezu gegenläufig. Wer erwartet, seine Heizung im Winter überwiegend mit eigenem Solarstrom zu betreiben, plant an der Physik vorbei; wer die Anlage danach auslegt, kauft Module, die im Januar trotzdem kaum etwas liefern.

Ein Hausspeicher verschiebt diese Rechnung deutlich weniger, als viele hoffen, denn er überbrückt Stunden, nicht Jahreszeiten: Im Sommer schiebt er den Mittagsüberschuss in den Abend, im Winter ist er an trüben Tagen oft schon vormittags leer. Im Sommer schiebt er den Mittagsüberschuss in den Abend, im Winter ist er an trüben Tagen oft schon vormittags leer, weil die Anlage gar nicht genug erzeugt hat, um ihn überhaupt zu füllen. Das ist kein Argument gegen den Speicher – für Haushaltsstrom und Warmwasser rechnet er sich unabhängig davon – aber es ist ein Argument dagegen, ihn als Winterlösung für die Heizung zu verkaufen.

Die wirksamere Stellschraube sitzt gar nicht auf dem Dach, sondern an der Heizung selbst, nämlich bei der Vorlauftemperatur: Als Faustregel senkt jedes Grad weniger Vorlauf den Stromverbrauch der Wärmepumpe um rund zweieinhalb Prozent. Als Faustregel gilt, dass jedes Grad weniger Vorlauf den Stromverbrauch der Wärmepumpe um rund zweieinhalb Prozent senkt – über eine ganze Heizsaison ist das ein größerer Hebel als jedes zusätzliche Kilowatt Peak auf dem Dach, und er kostet nichts außer einer sauber eingestellten Heizkurve und, wo nötig, größeren Heizflächen. Wer hier zehn Grad herausholt, spart in der Größenordnung eines Viertels des Heizstroms. Das ist eine Faustregel, kein Messwert für Ihr Haus – aber sie zeigt die Richtung, in der gesucht gehört.

Der zweite Hebel ist der Strombezug: Ein dynamischer Tarif macht die Nachtstunden und windreichen Tage nutzbar, an denen die eigene Anlage ohnehin nichts liefert – kombiniert mit einer SG-Ready-Ansteuerung, die den Pufferspeicher genau in diese günstigen Stunden vorlädt. Und was die PV im Sommer wirklich leistet, wird dabei gern unterschätzt: Von etwa April bis September kann sie die Warmwasserbereitung der Wärmepumpe praktisch vollständig tragen. Das ist der ehrliche Nutzen der Kombination – nicht das solarbeheizte Haus im Januar.

Kurz gesagt: Wärmepumpe und PV passen im Sommer hervorragend zusammen – das Warmwasser läuft dann faktisch solar. Im Winter kaum, und das ist ein Jahreszeiten-Problem, das auch ein Speicher nicht löst. Wer Heizkosten senken will, stellt zuerst die Vorlauftemperatur herunter: als Faustregel rund 2,5 Prozent weniger Stromverbrauch je Grad. Für den Winter ist ein dynamischer Stromtarif plus SG-Ready-Ansteuerung wirksamer als zusätzliche Module.

Das passt dazu

🔥 Ratgeber: Wärmepumpe ☀️ Ratgeber: Photovoltaik-Anlage ⚡ Ratgeber: Dynamische Stromtarife 🔋 Ratgeber: Lohnt sich ein Stromspeicher?

* Links zu unseren Deals/Ratgebern können Affiliate-Links enthalten – kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision, dein Preis ändert sich nicht.