Video-Check · Heizkosten Winter 2026: Gaspreis, Tipps, Nebenkostenabrechnung

Heizen wird teurer: Wie viel davon wirklich bei dir ankommt

Zum Start der Heizperiode legt der Kanal Finanzfluss nach: Der Gaspreis habe sich seit Januar auf das Zweieinhalbfache verteuert, dazu zehn Spartipps für Mieter. Ein Transkript lag uns nicht vor, wir kennen Videobeschreibung und Kapitelübersicht. Wir ordnen deshalb ein, was zwischen einem Börsen- oder Marktpreis und deiner Heizrechnung liegt, und welche der zehn Tipps tatsächlich Geld bringen.

Eingebettetes Video von Finanzfluss. Wir betten es nur ein – alle Rechte liegen beim Urheber; die Einordnung ist unsere eigene redaktionelle Meinung.

Unsere Einordnung

Die Aussage des Kanals laut Videobeschreibung: Der Gaspreis habe sich seit Januar auf das Zweieinhalbfache verteuert, im Video werde durchgerechnet, was das für den Winter bedeutet. Das ist die Darstellung des Kanals, die zugrunde liegende Quellenliste haben wir nicht geprüft. Wichtig für die Einordnung: Ein Preissprung am Markt ist nicht dasselbe wie ein Sprung auf deiner Rechnung.

Zwischen beidem liegen dein Vertrag und deine Abrechnung. Wer einen Tarif mit laufender Preisbindung hat, zahlt bis zum Ablauf den vereinbarten Preis. Versorger müssen Preiserhöhungen vorab ankündigen, und du hast dann ein Sonderkündigungsrecht. Bei Fernwärme oder Mietwohnungen mit Sammelheizung entscheidet dagegen der Vermieter oder Betreiber, und die Erhöhung kommt oft erst mit der nächsten Nebenkostenabrechnung. Wir hatten die Lage im Spätsommer in unserem Ratgeber zu den niedrigen Gasspeichern eingeordnet: Dort lag die Prognose bei bis zu 20 Prozent höheren Heizkosten, nicht beim Zweieinhalbfachen. Beide Zahlen können stimmen, sie messen nur Verschiedenes.

Von den zehn Tipps im Video sind einige sofort wirksam und kosten nichts: Heizkörper entlüften, richtig stoßlüften statt Fenster kippen, Räume gezielt temperieren und Türen zu kaum genutzten Zimmern schließen. Als grober Faustwert gilt, dass ein Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Heizenergie spart. Das ist ein Richtwert, kein Versprechen, denn Gebäude und Heizung entscheiden mit. Abdichten und ein Sparduschkopf kosten wenig, rechnen sich aber nur dort, wo es wirklich zieht oder der Warmwasserverbrauch hoch ist.

Die zwei Tipps mit dem größten Hebel sind Papierarbeit: die Nebenkostenabrechnung prüfen und die Abschläge anpassen. Eine Betriebskostenabrechnung darf als Mieter innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang beanstandet werden. Die Abschläge zu erhöhen spart keinen Cent, es verhindert aber die hohe Nachzahlung auf einen Schlag. Das ist keine Rechtsberatung. Was bei verstaubten Heizkörpern und dem Entlüften wirklich herauskommt, haben wir in unserem Video-Check zum Heizkörper eingeordnet.

Kurz gesagt: Ein hoher Marktpreis ist nicht automatisch deine Rechnung: Erst Vertrag und Preisbindung klären, dann die kostenlosen Tipps nutzen und die Nebenkostenabrechnung prüfen. Abschläge anzupassen verhindert die Überraschung, nicht die Kosten.

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