Video-Check · Energiespar-Mythen im Haushalt

Diese Energiespar-Tipps bringen kaum etwas – was wirklich hilft

Alles wird Strom räumt im Video mit gängigen Energiespar-Mythen auf. Wir ordnen ein, welche der beliebten Haushaltstipps tatsächlich Wirkung zeigen, welche Zeitverschwendung sind – und wo im Alltag der größte Hebel tatsächlich liegt.

Eingebettetes Video von Alles wird Strom. Wir betten es nur ein – alle Rechte liegen beim Urheber; die Einordnung ist unsere eigene redaktionelle Meinung.

Unsere Einordnung

Der beliebteste Energiespar-Mythos betrifft die Heizung: Nachts oder bei Abwesenheit komplett abschalten klingt logisch, ist aber in den meisten Fällen der falsche Weg. Ein ausgekühltes Haus muss beim Wiederaufheizen die gespeicherte Wärme in Wänden und Möbeln erst neu aufbauen – das kostet oft mehr Energie, als die Abschaltphase eingespart hat. Sinnvoller ist eine Nachtabsenkung um 2 bis 4 Grad statt eines kompletten Stopps, das lässt sich mit jedem programmierbaren oder smarten Thermostat einstellen.

Standby-Killer für jede Steckdose gelten vielen als Pflichtprogramm, bringen in modernen Haushalten aber kaum noch etwas. Geräte aus den letzten Jahren liegen im Standby meist bei 0,1 bis 0,5 Watt – bei einem Fernseher oder Router macht das übers Jahr wenige Euro aus. Der Aufwand, jeden Abend Stecker zu ziehen, steht in keinem Verhältnis zur Ersparnis. Wer wirklich sparen will, schaut stattdessen bei Heizung und Warmwasser genauer hin – dort liegen laut Verbraucherzentrale rund drei Viertel des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts.

Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergiebedarf nach gängiger Faustregel um etwa 6 Prozent – das ist einer der wenigen Energiespar-Tipps, die sich fast beschwerdefrei umsetzen lassen, ohne dass es spürbar kälter wird. Beim Lüften gilt dagegen: Kurzes, kräftiges Stoßlüften mehrmals am Tag tauscht die Luft komplett aus, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster kostet dagegen deutlich mehr Heizenergie, weil die Wärme über Stunden durch den Spalt entweicht.

Die ehrliche Grenze: Kein einzelner Trick ersetzt eine gut eingestellte Heizungsanlage. Wer die Vorlauftemperatur seiner Heizung nie angepasst hat oder mit veralteten, ungedämmten Heizungsrohren im Keller heizt, verschenkt mehr Energie als jeder Standby-Killer je einsparen könnte. Der erste sinnvolle Schritt ist deshalb meist ein Blick auf die eigene Heizungseinstellung – erst danach lohnen sich die kleineren Alltagstipps.

Kurz gesagt: Die größten Hebel beim Energiesparen liegen bei Heizung und Warmwasser – ein Grad weniger Raumtemperatur spart real, Standby-Killer kaum. Heizung nachts nicht ganz abschalten, sondern nur absenken, und kurz stoßlüften statt Fenster dauerhaft zu kippen.

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