Heimspeicher ohne Elektriker: Was die Notstrom-Funktion der Solarbank Max AC wirklich leistet
Ein ausführlicher YouTube-Test nimmt die Anker SOLIX Solarbank Max AC inklusive Notstrom unter die Lupe. Wir ordnen ein, was ein AC-gekoppelter Speicher technisch anders macht als die üblichen PV-Speicher – und wo die Notstrom-Steckdose an ihre Grenzen stößt.
Eingebettetes Video von Wittmanns Welt. Wir betten es nur ein – alle Rechte liegen beim Urheber; die Einordnung ist unsere eigene redaktionelle Meinung.
Unsere Einordnung
Der entscheidende Unterschied steckt im Kürzel AC: Klassische Heimspeicher hängen an den Gleichstrom-Strings der PV-Anlage und brauchen deshalb einen Fachbetrieb, der Wechselrichter und Verkabelung anfasst. Die Solarbank Max AC arbeitet rein netzseitig – sie lädt aus der Steckdose und speist über dieselbe wieder ein. Genau das macht sie zur Nachrüst-Option für alle, die eine bestehende Anlage ohne Installationstermin um einen Speicher ergänzen wollen.
Bezahlt wird dieser Komfort mit Wirkungsgrad. Anker gibt für den bidirektionalen Wechselrichter 3,5 kW in beide Richtungen an; Energienerds.de hat eine Round-Trip-Effizienz von 84 % gemessen. Jede gespeicherte Kilowattstunde geht also zweimal durch eine Wandlung, rund ein Sechstel bleibt unterwegs liegen. Bei fest verdrahteten DC-Speichern liegen 90 bis 95 % im Bereich des Üblichen – wer den Speicher primär als Rendite-Instrument rechnet, sollte diese Differenz in die Amortisation einpreisen.
Die Notstrom-Steckdose bis 3.500 W ist die eigentliche Nachricht, wird aber gerne missverstanden: Sie ist eine einzelne Steckdose am Gerät, keine Ersatzstrom-Umschaltung für den Hausverteiler. Kühlschrank, Router, Licht und Laptop laufen damit problemlos weiter – Herd, Wärmepumpe oder eine dreiphasige Verteilung erreicht man so nicht. Für einen mehrstündigen Ausfall reicht das trotzdem weit, weil die 7 kWh Basiskapazität diese Verbraucher rechnerisch über einen kompletten Tag tragen.
Zwei Punkte kritisieren die unabhängigen Tests übereinstimmend, und beide betreffen den Alltag mehr als das Datenblatt: 73 kg Eigengewicht – das Gerät stellt man einmal auf und bewegt es nicht mehr – und die Anbindung nur per WLAN, ohne LAN-Anschluss. Im Keller oder in der Garage, wo solche Speicher typischerweise stehen, ist das die wahrscheinlichste Fehlerquelle im Betrieb. Wer die Aufstellfläche vorher prüft und den WLAN-Empfang am geplanten Standort testet, erspart sich die häufigste Enttäuschung nach dem Auspacken.
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