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Die Rechnung, die viele Balkonkraftwerk-Besitzer erst nach dem ersten Sommer aufmachen, ist ernüchternd: Zwischen 11 und 16 Uhr liefern die Module ihren größten Teil des Tagesertrags – und genau dann läuft im Haushalt oft nur der Kühlschrank. Der Rest fließt ins öffentliche Netz, ohne Vergütung und ohne Nutzen. Ein Speicher verschiebt diesen Ertrag in den Abend, wenn Herd, Fernseher und Waschmaschine laufen. Der Solakon ONE ist ein solcher Speicher – und er bringt den Hybrid-Wechselrichter gleich mit, sodass zwischen Modulen und Steckdose kein weiteres Gerät nötig ist.
Der Solakon ONE in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Kapazität | 2,11 kWh brutto je Einheit, LiFePO4; laut heise-Test rund 1,9 kWh nutzbar |
| Ausbau | modular bis 12,66 kWh (bis zu sechs Einheiten) laut Hersteller |
| Zyklen | bis 8.000 Zyklen bei 70 % Restkapazität laut Hersteller |
| PV-Eingang | 2.600 W über vier MPP-Tracker |
| AC-Laden | 1.200 W, bidirektional |
| Entladeleistung | 800 W ins Hausnetz |
| Notstrom (EPS) | 1.200 W im Inselbetrieb, 2.200 W bei Netzanschluss laut Hersteller |
| Schutzart | IP65 |
| Betriebstemperatur | −20 °C bis +55 °C |
| Anbindung | App, Smart-Meter-Kopplung, Home-Assistant-Integration |
| Garantie | 10 Jahre laut Hersteller |
| Preis | 599 € statt 889,99 € im Hersteller-Shop (Stand 14.08.2026), Preise inkl. 0 % USt. nach § 12 Abs. 3 UStG |
Das eigentliche Problem: Der Ertrag kommt zur falschen Zeit
Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk liefert an einem klaren Julitag über Stunden nahezu Volllast. Ein durchschnittlicher Haushalt zieht in dieser Zeit vielleicht 150 bis 300 Watt Grundlast. Die Differenz ist der Betrag, um den es geht – und er ist ohne Speicher schlicht verloren, weil eine nennenswerte Einspeisevergütung für Steckersolargeräte nicht vorgesehen ist. Ein Speicher lohnt sich deshalb nicht über die Modulleistung, sondern über die Frage: Wie viel Strom hätten Sie abends verbraucht, den Sie mittags geschenkt hergegeben haben?
Genau diese Rechnung entscheidet auch über die Größe. 1,9 nutzbare Kilowattstunden decken in vielen Haushalten den Abendbedarf von Licht, Router, Fernseher und Kühlschrank – aber nicht das Kochen auf dem Ceranfeld. Wer mehr verschieben will, braucht die Erweiterung, nicht mehr Module.
Was der Solakon ONE anders macht
Der auffälligste Unterschied zu vielen Konkurrenten in dieser Preisklasse steckt im Gehäuse: Hybrid-Wechselrichter, Batterie und Notstromausgang sind eine Einheit. Es braucht also keinen separaten Mikrowechselrichter zwischen Modulen und Speicher – die Solarmodule gehen direkt in das Gerät, das über vier MPP-Tracker bis zu 2.600 Watt Modulleistung annimmt. Vier Tracker sind in dieser Geräteklasse ungewöhnlich viel: Sie erlauben unterschiedlich ausgerichtete oder teilverschattete Modulpaare, ohne dass ein schwaches Modul die anderen mit herunterzieht.
Bemerkenswert ist auch die Home-Assistant-Integration, die heise im Test vom 21. Juli 2026 ausdrücklich hervorhebt. Wer sein Zuhause ohnehin mit Home Assistant steuert, kann Ladeverhalten und Entladung in eigene Automationen einbinden, statt auf die Hersteller-App angewiesen zu sein – das ist in dieser Preisklasse selten.
Beim Wirkungsgrad gehen die Messungen auseinander, und das gehört ehrlich benannt: Das Energiemagazin nennt rund 89,7 Prozent auf der AC-Seite, techtest.org misst im Mittel etwa 81 Prozent, bei 800 Watt Entladeleistung aber über 89 Prozent, und beim AC-Laden rund 91 Prozent. Der Grund für die Spanne liegt in der Teillast: Wer den Speicher überwiegend mit kleinen Leistungen entlädt, verliert anteilig mehr. Für die Praxis heißt das: Ein Verbraucher, der abends konstant Strom zieht, holt mehr aus dem Gerät heraus als ein Haushalt mit vielen kleinen Lastspitzen.
Was er kostet – und was das je Kilowattstunde bedeutet
Im Hersteller-Shop kostet die Basiseinheit aktuell 599 Euro statt 889,99 Euro (Abruf am 14.08.2026); die Preise verstehen sich inklusive 0 Prozent Umsatzsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG, wie bei Steckersolargeräten üblich. Mit einer Erweiterung auf 4,22 kWh sind es 1.148 Euro, mit zwei Erweiterungen auf 6,33 kWh 1.697 Euro; ein einzelner Erweiterungsspeicher kostet 569 Euro. Umgerechnet sind das rund 284 Euro je Kilowattstunde bei der Basiseinheit und etwa 272 Euro je Kilowattstunde im Zweier-Ausbau – ein Kurs, der im Feld der Balkonkraftwerk-Speicher am unteren Ende liegt.
Interessant ist die Preisentwicklung: heise nannte im Test vom 21. Juli 2026 noch „ab 649 Euro", zum Marktstart lag der Einstieg nach anderen Quellen bei rund 749 Euro. Ein Preisvergleich bei Idealo lag zum Redaktionsschluss nicht vor – der Hersteller vertreibt das Gerät derzeit vor allem über den eigenen Shop. Wir nennen deshalb ausdrücklich den Shop-Preis mit Datum und keine Bestpreis-Behauptung, die wir nicht belegen können. Vergleichen Sie vor dem Kauf selbst:
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Die dokumentierten Schwächen – überwiegend in der App
Die Hardware bekommt in den vorliegenden Tests wenig Kritik ab, die Software dagegen deutlich. heise beschreibt Statistiken in der App, die teilweise ungenau und verzögert sind, sowie einen umständlichen Wechsel zwischen Einspeiseplan und Smart-Meter-Betrieb; sind mehrere Smart Meter im Netzwerk, kommt die App laut Test durcheinander. Ärgerlicher ist ein handfester Bug: Beim Wechsel der Einspeisemöglichkeit müssen zuvor eingestellte Energieplan-Werte neu eingegeben werden.
Homeandsmart bemängelt zusätzlich das kleine, oben auf dem Gehäuse platzierte Display, das in direkter Sonne kaum abzulesen ist, und einen Punkt, der bei der Planung wirklich zählt: Erweiterungsakkus bringen keine zusätzlichen Anschlüsse mit. Schuko-Steckdose und Solareingänge sitzen ausschließlich an der Basiseinheit. Wer also mehr anschließen möchte, gewinnt durch die Erweiterung Kapazität, nicht Anschlussmöglichkeiten. KI-gestützte Prognosefunktionen, wie sie einige Wettbewerber bewerben, waren zum Testzeitpunkt nicht verfügbar.
Für wen sich der Solakon ONE NICHT lohnt
Wer eine große Dach-Photovoltaikanlage besitzt, ist hier falsch: 800 Watt Entladeleistung und 2,11 kWh Basiskapazität sind auf Balkonkraftwerk-Maßstab ausgelegt, nicht auf die Versorgung eines ganzen Hauses. Wer echte Notstromversorgung für Wärmepumpe, Herd oder Heizstab sucht, wird ebenfalls enttäuscht – 1.200 Watt im Inselbetrieb reichen für Router, Licht, Laptop und Kühlschrank, mehr ist es nicht. Wer sein System täglich über die App feinjustieren will, sollte die dokumentierten Statistik- und Smart-Meter-Bugs ernst nehmen; das sind keine Randnotizen, sondern betreffen genau die Bedienoberfläche, mit der Sie arbeiten. Haushalte mit mehreren Smart Metern im Netzwerk stoßen laut Test reproduzierbar auf Probleme. Und wer später viele Verbraucher direkt am Speicher anschließen möchte, plant besser gleich anders – die Erweiterungen bringen nur Kapazität.
Pro und Contra
Pro
- Speicher, Hybrid-Wechselrichter und Notstromausgang in einem Gerät
- Rund 284 € je Kilowattstunde – am unteren Ende dieser Geräteklasse
- Vier MPP-Tracker bei 2.600 W PV-Eingang: viel Freiheit bei der Modulausrichtung
- Home-Assistant-Integration statt App-Zwang
- 8.000 Zyklen bei 70 % Restkapazität und 10 Jahre Garantie laut Hersteller
- Notstromfunktion serienmäßig, IP65 und −20 °C bis +55 °C
Contra
- App mit ungenauen, verzögerten Statistiken; Werte gehen beim Umschalten verloren (heise)
- Mehrere Smart Meter im Netzwerk bringen die App durcheinander
- Display klein und ungünstig oben platziert, in der Sonne kaum lesbar
- Erweiterungen bringen keine zusätzlichen Steckdosen oder Solareingänge
- Von 2,11 kWh sind nur rund 1,9 kWh nutzbar – die Bruttoangabe führt in die Irre
- Keine KI-Prognosefunktionen zum Testzeitpunkt
Fazit: Viel Speicher fürs Geld, mit Software-Baustellen
Der Solakon ONE macht das Richtige für die richtige Zielgruppe: Er verschiebt den mittäglichen Überschuss eines Balkonkraftwerks in den Abend, bringt den Wechselrichter gleich mit und kostet dabei so wenig je Kilowattstunde wie kaum ein Wettbewerber. Vier MPP-Tracker und die Home-Assistant-Anbindung sind in dieser Preisklasse Argumente, die man sonst zwei Klassen höher sucht. Die Kritik der bisherigen Tests trifft fast ausschließlich die App – ärgerlich, aber nachbesserbar, und für Home-Assistant-Nutzer ohnehin weniger relevant. Wer ein Balkonkraftwerk betreibt, abends spürbar Strom verbraucht und mit einer Software leben kann, die noch reift, bekommt hier viel nutzbare Kapazität für 599 Euro. Wer eine Hausversorgung oder echte Notstromfähigkeit erwartet, sucht in der falschen Geräteklasse.
Häufige Fragen
Was kostet der Solakon ONE?
Die Basiseinheit mit 2,11 kWh kostet im Hersteller-Shop aktuell 599 € statt 889,99 € (Stand 14.08.2026), inklusive 0 % Umsatzsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG. Mit einer Erweiterung (4,22 kWh) sind es 1.148 €, mit zwei Erweiterungen (6,33 kWh) 1.697 €. Ein Erweiterungsspeicher einzeln kostet 569 €.
Wie viel Kapazität ist wirklich nutzbar?
Von den 2,11 kWh brutto stehen laut heise-Test rund 1,9 kWh zur Verfügung – die Differenz ist die Reserve, die der Speicher zum Schutz der Zellen nicht entlädt.
Springt der Speicher bei Stromausfall ein?
Ja, über die Notstromfunktion mit 1.200 W im Inselbetrieb, laut Hersteller 2.200 W bei Netzanschluss. Router, Licht, Laptop und Kühlschrank laufen damit; Herd, Heizstab oder Wärmepumpe nicht.
Brauche ich einen zusätzlichen Wechselrichter?
Nein. Der Hybrid-Wechselrichter steckt im Gerät, die Module werden direkt angeschlossen – bis zu 2.600 W über vier MPP-Tracker.
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