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Millionen Haushalte in Deutschland heizen über eine wassergeführte Fußbodenheizung – gerade in Neubauten ist sie längst Standard. Und doch bleibt sie beim Thema Smart Home meist außen vor: Während der Markt für smarte Heizkörperthermostate seit Jahren wächst, gibt es für die klassische Wandsteuerung von Flächenheizungen kaum Matter-fähige Alternativen zum werkseitig verbauten Analog- oder Billig-Digitalregler. Eve Systems, seit der ABB-Übernahme Teil eines größeren Smart-Home-Konzerns, hat dafür am 9. Dezember 2025 gemeinsam mit einer neuen, kompakteren Generation des Heizkörperthermostats Eve Thermo das Eve Thermostat angekündigt. Ursprünglich für das erste Quartal 2026 geplant, ist es nach Verzögerung seit Ende Juli 2026 in Deutschland tatsächlich erhältlich.
Das Eve Thermostat in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Einsatzbereich | Wassergeführte (hydraulische) Fußbodenheizung, elektrothermische 230-V-Stellantriebe |
| Konnektivität | Matter over Thread (Full Thread Device), benötigt Thread-Border-Router |
| Schaltung | Geräuschloser Triac-Schalter (max. 65 mA/15 W) oder Relaisausgänge (NO/NC/COM, max. 5 A/2 A) |
| Steuerung | Eve-App, Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, Home Assistant, Samsung SmartThings (via Matter), Zeitpläne, direkt am Gerät |
| Display | Dimmbar, automatische Helligkeitsanpassung, konfigurierbare Abschaltung |
| Messgenauigkeit | 0,1 °C, Betriebsbereich 5–35 °C / 5–100 % Luftfeuchte |
| Maße | 94 x 94 x 20 mm |
| Stromversorgung | 100–240 VAC, 50/60 Hz |
| Cloud/Abo | Keine Registrierung, keine Cloud-Pflicht, keine laufenden Kosten |
| Lieferumfang | Wandhalterung, Schrauben, Kurzanleitung |
| Preis | 119,95 € UVP |
| Verfügbarkeit | Angekündigt 9.12.2025, ursprünglich Q1 2026 geplant, in Deutschland seit Ende Juli 2026 erhältlich |
Das Problem: Fußbodenheizung bleibt der blinde Fleck im Smart Home
Der Grund, warum Fußbodenheizungen bei der Smart-Home-Nachrüstung so oft außen vor bleiben, liegt am Aufbau: Statt eines Ventils pro Heizkörper regelt bei wassergeführten Flächenheizungen meist ein zentraler Verteilerkasten pro Raum oder Etage, gesteuert über ein einzelnes Wandthermostat, das elektrothermische Stellantriebe im Verteiler öffnet und schließt. Diese Wandthermostate sind in den allermeisten Bestandsbauten simple Drehregler oder einfache Digitalanzeigen ohne App, ohne Fernzugriff, ohne Zeitplan – schlicht, weil sie meist vom Heizungsbauer mitinstalliert wurden, lange bevor Matter oder Thread existierten. Wer die Raumtemperatur ändern will, muss physisch zum Regler gehen; eine Nachtabsenkung oder ein Abwesenheitsmodus für einzelne Räume ist praktisch nicht vorgesehen. Genau diese Lücke will das Eve Thermostat schließen, ohne dass Handwerker die Fußbodenheizung selbst anfassen müssen – ausgetauscht wird nur das Wandthermostat.
Wie das Eve Thermostat schaltet: Triac statt klickendem Relais
Technisch setzt Eve auf einen Triac-Schalter, der die elektrothermischen 230-V-Stellantriebe im Verteilerkasten geräuschlos ein- und ausschaltet – ohne das hörbare Klicken, das bei älteren relaisbasierten Reglern häufig auffällt, gerade wenn das Wandthermostat im Schlafzimmer sitzt. Für Anlagen mit Stellantrieben oder Ventilen, die zwingend eine Relaisschaltung benötigen, bietet das Gerät zusätzlich Relaisausgänge (NO/NC/COM) samt Wahlschalter, um beide Antriebstypen zu bedienen. Die Kommunikation läuft ausschließlich lokal über Matter und Thread – anders als viele Konkurrenzprodukte verlangt Eve dafür weder ein Nutzerkonto noch eine Cloud-Anbindung noch ein Abonnement. Voraussetzung ist allerdings ein vorhandener Thread-Border-Router im Haus, etwa ein Apple TV 4K, ein HomePod mini oder ein anderer Matter-Hub mit Thread-Unterstützung – ohne ihn bleibt das Thermostat auf lokale Bedienung am Gerät beschränkt.
Parallel zum Thermostat hat Eve mit der 5. Generation von Eve Thermo ein kompakteres Heizkörperthermostat vorgestellt (55 x 55 x 89 mm statt zuvor 54 x 67 x 85 mm, Adapter für Danfoss-Ventile im Lieferumfang, 79,95 € UVP). Beide Geräte teilen sich dieselbe App und dasselbe Grundprinzip – wer Heizkörper und Fußbodenheizung im selben Haus smart machen will, bleibt damit in einem Ökosystem, ohne zwei unterschiedliche Apps pflegen zu müssen.
Was die Herstellerangaben offenlassen
Eve hatte das Thermostat ursprünglich für das erste Quartal 2026 angekündigt – tatsächlich verfügbar wurde es in Deutschland erst Ende Juli, mit rund einem halben Jahr Verzögerung gegenüber der eigenen Ankündigung. Zum Verfügbarkeitsstart lief die Steuerung zunächst über iOS und die Eve-App bzw. Apple Home zuverlässig, während das Update für die Android-App laut Ankündigung erst für Anfang August 2026 vorgesehen war – Android-Nutzer sollten das vor dem Kauf gegenprüfen, falls sie ausschließlich über die native Eve-App statt über Google Home steuern wollen. Offen bleibt außerdem, wie sich das Gerät bei sehr trägen Fußbodenheizungssystemen mit langer Aufheizzeit im Alltag schlägt – ein Punkt, den unser Praxistest klären soll, sobald ein Testgerät vorliegt. Unabhängige deutschsprachige Tests mit eigenen Messwerten liegen zum Redaktionsschluss noch nicht vor, weil das Gerät schlicht zu frisch ist.
Pro und Contra: Eve Thermostat (Stand Verfügbarkeit)
Pro
- Erste breit verfügbare Matter/Thread-Lösung speziell für wassergeführte Fußbodenheizung
- Keine Cloud, kein Konto, kein Abo – alle Funktionen kostenlos
- Geräuschloser Triac-Schalter, alternativ Relaisausgänge für ältere Antriebe
- 0,1 °C Messgenauigkeit, dimmbares Display mit Auto-Helligkeit
- Gleiche App-Welt wie die Eve-Thermo-Heizkörperthermostate
Contra
- Nur für wassergeführte Fußbodenheizung – elektrische Heizmatten bleiben außen vor
- Ohne Thread-Border-Router keine Fernsteuerung/Automation
- Ankündigung Q1 2026, tatsächliche Verfügbarkeit erst Ende Juli – rund ein halbes Jahr Verzug
- Android-App-Update laut Hersteller erst zeitversetzt zum Marktstart
- Noch keine unabhängigen Praxistests verfügbar
Für wen sich das Eve Thermostat NICHT lohnt
Wer eine elektrische Fußbodenheizung mit Heizmatten oder -folien statt einer wassergeführten Anlage besitzt, kann das Eve Thermostat gar nicht einsetzen – hier braucht es dedizierte Thermostate für elektrische Systeme. Wer noch keinen Thread-Border-Router im Haushalt hat und auch keinen anschaffen möchte, verliert einen Großteil des Nutzens: Ohne ihn bleibt nur die lokale Bedienung am Gerät, Fernzugriff und Automationen mit Licht, Rollos oder Anwesenheitssensoren fallen weg. Und wer ohnehin nur einen einzelnen Raum mit Fußbodenheizung hat und selten die Temperatur ändert, dürfte den überschaubaren Alltagsnutzen kaum aus dem Kaufpreis von rund 120 € herausholen – hier tut es oft auch der vorhandene einfache Regler weiter. Schließlich sollten Nutzer, die primär über Android und ausschließlich über die native Eve-App steuern wollen, den tatsächlichen Stand des Android-Updates vor dem Kauf prüfen, da die App zum Marktstart zeitversetzt zur iOS-Version kam.
Für wen lohnt sich das Eve Thermostat?
Unsere Einschätzung zum Start: Eve besetzt mit dem Thermostat eine Nische, die Matter-Hersteller bislang kaum bedient haben – die Wandsteuerung wassergeführter Fußbodenheizung, komplett ohne Cloud-Zwang und Abo. Für Haushalte mit hydraulischer Flächenheizung, vorhandenem Thread-Border-Router und dem Wunsch nach raumweisen Zeitplänen ist das ein stimmiges, datenschutzfreundliches Angebot zu einem fairen Preis. Wer elektrische Fußbodenheizung hat oder keinen Thread-Hub besitzt, schaut sich besser anderswo um. Unser ausführlicher Praxistest mit eigener Installation und Messreihen folgt, sobald ein Testgerät vorliegt – Deal-Alarm abonnieren lohnt sich, um ihn nicht zu verpassen.
Häufige Fragen
Was kostet das Eve Thermostat?
119,95 € UVP, erhältlich direkt bei Eve, bei tink und bei Amazon. Ein Idealo-Preisvergleich existiert zum Stand 06.08.2026 noch nicht, da das Gerät erst Ende Juli 2026 in Deutschland gestartet ist.
Funktioniert das Eve Thermostat auch mit elektrischer Fußbodenheizung?
Nein. Es ist ausschließlich für wassergeführte (hydraulische) Fußbodenheizungen mit elektrothermischen 230-V-Stellantrieben ausgelegt, nicht für elektrische Heizmatten oder -folien.
Für wen lohnt sich das Eve Thermostat?
Für Haushalte mit wassergeführter Fußbodenheizung, die raumweise smarte Zeitpläne ohne Cloud-Konto oder Abo wollen – vorausgesetzt, ein Thread-Border-Router wie ein Apple TV 4K oder HomePod mini ist bereits vorhanden.