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Wallboxen gibt es längst wie Sand am Meer – und die meisten tun nur eines: Strom mit 11 oder 22 Kilowatt ins Auto schicken, egal woher er kommt und egal, was er kostet. Genau hier setzt EcoFlow mit der PowerPulse 2 an. Der Hersteller, vielen vor allem als Marke für Powerstations und Balkonspeicher bekannt, hat die zweite Generation seiner Heim-Wallbox Ende März 2026 in den deutschen Preisvergleichen platziert. Das Versprechen: eine Wallbox, die bevorzugt Ihren eigenen Solarstrom verlädt und in den günstigsten Stunden lädt, statt blind den teuersten Netzstrom durchzureichen. Wir haben uns die offiziellen Daten und die ersten Händler-Listungen angesehen – hier ist unser Launch-Check. Eine eigene Testnote vergeben wir erst, wenn ein Gerät bei uns an der Wand hängt.
Die PowerPulse 2 in einer Grafik
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Technische Daten im Überblick
| Ladeleistung | 11 kW oder 22 kW (3-phasig) · 3,7 / 7,4 kW (1-phasig) |
| Anschluss | Typ-2-Ladesteckdose (ohne fest verbautes Kabel) |
| Lademodi | Smart, Solar (PV-Überschuss), Schnellladen, Zeitsteuerung |
| Solar-Integration | EcoFlow PowerOcean oder Solaranlagen anderer Hersteller |
| Dynamische Tarife | Tibber, EPEXSPOT, Nord Pool, Octopus Energy, Rabot.energy |
| Schnittstellen | OCPP 1.6J, MODBUS-RTU, EcoFlow-App, RFID |
| Messung | MID-Zähler integriert (nur 3-phasige Variante) |
| Schutzart | IP55 (IP54 ohne eingestecktes Kabel) · innen & außen |
| Maße / Gewicht | 333 × 226 × 145 mm · ca. 3,5 kg |
| Garantie | 3 Jahre |
| Bestpreis (Stand 22.06.2026) | 11 kW ab ca. 729 € · 22 kW ab ca. 869 € |
Was die PowerPulse 2 besonders macht
Die nackten Ladewerte – 11 oder 22 Kilowatt über eine Typ-2-Steckdose – sind Standardkost; das kann jede solide Wallbox. Interessant wird die PowerPulse 2 durch das, was vor dem Laden passiert. Drei Punkte heben sie aus der Masse der austauschbaren Boxen heraus.
Erstens das Solar-Überschussladen. Im Solar-Modus zieht die Wallbox bevorzugt den Strom, den Ihre Photovoltaikanlage gerade nicht selbst verbraucht und sonst für wenige Cent ins Netz drücken würde. Erst wenn die Sonne nicht reicht, ergänzt sie sekundengenau mit Netzstrom. Wichtig für die Praxis: Das funktioniert nicht nur mit EcoFlows eigenem PowerOcean-Hausspeicher, sondern laut Hersteller auch mit Solaranlagen anderer Marken – kein geschlossenes Ökosystem also.
Zweitens die dynamischen Stromtarife. Wer einen Tarif wie Tibber, Octopus oder einen anderen EPEXSPOT-/Nord-Pool-gekoppelten Anbieter nutzt, kann die Wallbox automatisch in die günstigsten Stunden des Tages legen lassen. An windigen Nächten rutscht der Börsenpreis regelmäßig auf wenige Cent – genau dann soll das Auto laden, nicht zur teuren Abendspitze. Das ist derselbe Hebel, den wir auch im Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen beschreiben.
Drittens die offene Plattform. Mit OCPP 1.6J und MODBUS-RTU lässt sich die PowerPulse 2 in fremde Energiemanagement-Systeme einbinden und ist nicht auf die EcoFlow-App allein angewiesen. Ein integrierter MID-Zähler (bei der dreiphasigen Variante) liefert eichrechtskonforme Verbrauchswerte – praktisch, wenn der Arbeitgeber das Laden bezuschusst oder mehrere Haushalte abrechnen. Das Echtzeit-Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung dynamisch und verhindert, dass beim gleichzeitigen Laden zweier Autos die Hausanschluss-Sicherung fliegt.
Die ehrliche Einordnung: stark beim Preis, kein Vehicle-to-Home
Der vielleicht überraschendste Punkt ist der Preis. Mit einem Bestpreis ab rund 729 € für die 11-kW-Variante (Stand 22.06.2026, Geizhals/heise) und ca. 869 € für die 22-kW-Version liegt die PowerPulse 2 trotz Solar-Logik, dynamischer Tarife und MID-Zähler im Bereich vieler einfacher Wallboxen ohne diese Intelligenz. Für eine Box mit dieser Ausstattung ist das ein bemerkenswert ehrlicher Einstiegspreis.
Eine Einschränkung gehört aber klar benannt: Die PowerPulse 2 ist eine klassische AC-Wallbox – sie lädt das Auto, aber sie entlädt es nicht. Bidirektionales Laden, also Vehicle-to-Home (V2H) oder Vehicle-to-Grid (V2G), bei dem die Autobatterie nachts das Haus versorgt oder Notstrom liefert, kann sie nicht. Wer genau das sucht, ist bei einer DC-Wallbox wie der Wallbox Quasar 2 richtig – die kostet allerdings ein Vielfaches und hängt an einer kurzen Liste kompatibler Fahrzeuge. Die PowerPulse 2 spielt eine andere, deutlich breitere Liga: günstig, mit jedem E-Auto kompatibel und auf maximale Eigenverbrauchsquote getrimmt. Zwei verschiedene Antworten auf zwei verschiedene Fragen.
Im Wettbewerbsumfeld
Smarte Solar-Wallboxen sind 2026 ein umkämpftes Feld. Anker SOLIX bewirbt seine erste Wallbox (V1, ab ca. 500 €) ebenfalls mit KI-Laden und Solarintegration, lässt sie in 7,4-, 11- und 22-kW-Varianten antreten. Etablierte Hersteller wie go-eCharger bieten Überschussladen und dynamische Tarife seit Längerem, liegen preislich aber meist höher, sobald MID-Zähler und Lastmanagement an Bord sind. Der Reiz der PowerPulse 2 liegt im Gesamtpaket: Sie bündelt Solar-Logik, Tibber-Anbindung, OCPP und MID-Zähler zu einem Preis, den sonst eher abgespeckte Boxen aufrufen. Ihr fehlendes bidirektionales Laden teilt sie mit fast allen Wallboxen dieser Preisklasse – echtes V2H bleibt 2026 ein teures DC-Thema.
Pro und Contra: PowerPulse 2 (Stand Launch)
Pro
- Solar-Überschussladen, auch mit Fremd-PV-Anlagen
- Dynamische Tarife (Tibber, EPEXSPOT & Co.) integriert
- OCPP 1.6J + MODBUS – offen statt Insellösung
- MID-Zähler und Echtzeit-Lastmanagement an Bord
- Für die Ausstattung sehr günstig (ab ca. 729 €)
Contra
- Kein bidirektionales Laden (kein V2H / V2G / Notstrom)
- Nur 3 Jahre Garantie – manche Wettbewerber geben mehr
- MID-Zähler nur bei der 3-phasigen Variante
- Unabhängige Langzeit-Messwerte fehlen noch – unser Test folgt
Für wen lohnt sich die EcoFlow PowerPulse 2?
Unsere Einschätzung zum Launch: Die PowerPulse 2 ist die richtige Wallbox für alle, die eine Photovoltaikanlage besitzen oder einen dynamischen Stromtarif fahren – und ihr E-Auto möglichst mit eigenem oder billigem Strom laden wollen, ohne ein Vermögen für die Hardware auszugeben. Solar-Modus, Tibber-Anbindung, OCPP und MID-Zähler in einer Box ab rund 729 € sind ein faires Angebot, das viele teurere Wallboxen alt aussehen lässt. Wer hingegen das Auto als Notstrom-Speicher fürs Haus nutzen möchte, sollte sich nicht von der PowerPulse 2 angesprochen fühlen – dafür braucht es eine bidirektionale DC-Wallbox. Unseren ausführlichen Praxistest mit eigenen Lade- und Verbrauchsmessungen liefern wir nach, sobald ein Gerät bei uns hängt – Deal-Alarm abonnieren lohnt sich.
Häufige Fragen
Was kostet die EcoFlow PowerPulse 2?
Die 11-kW-Variante startet im Preisvergleich bei ca. 729 € (Bestpreis, Stand 22.06.2026), die 22-kW-Version bei ca. 869 €. Gelistet ist die Wallbox in Deutschland seit Ende März 2026.
Kann sie mit Solarstrom-Überschuss laden?
Ja. Im Solar-Modus priorisiert die Wallbox überschüssigen PV-Strom und ergänzt nur bei Bedarf Netzstrom. Das funktioniert mit EcoFlows PowerOcean ebenso wie mit Solaranlagen anderer Hersteller.
Unterstützt sie bidirektionales Laden (V2H / Notstrom)?
Nein. Die PowerPulse 2 ist eine AC-Wallbox und kann das Auto nur laden, nicht entladen. Für Vehicle-to-Home oder Notstrom aus der Autobatterie ist eine bidirektionale DC-Wallbox wie die Wallbox Quasar 2 nötig.
Lädt sie automatisch in günstigen Stunden mit Tibber?
Ja. Über die Anbindung an Nord Pool, EPEXSPOT, Tibber, Octopus Energy und Rabot.energy lädt die Wallbox automatisch in den günstigsten Börsenstunden. Per OCPP 1.6J lässt sie sich zudem in fremde Energiemanagement-Systeme einbinden.
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