180 Grad heißes Wasser: Mein Wischroboter blamiert sich dagegen
Nach dem Wischen sieht mein Küchenboden sauber aus – bis ich abends bei Kunstlicht genauer hinschaue und feine Schlieren rund um den Herd entdecke, wo beim Kochen immer wieder Fett tropft. Mein Roboter wäscht seinen eigenen Mopp brav mit heißem Wasser in der Station, aber auf dem Boden selbst arbeitet er mit dem, was aus der Leitung kommt: kalt. Auf der IFA 2026, die diese Woche in Berlin läuft, zeigt Dreame jetzt einen Roboter, der genau diesen Schritt umdreht – und mich fragen lässt, ob mein eigenes Gerät damit auf einmal alt aussieht.
Bildquelle: Dreame Technology (Pressematerial)
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Wird mit heißem Wasser wirklich sauberer gewischt?
Kurzantwort: Ja, in zwei messbaren Punkten. Fett und eingetrocknete Rückstände lösen sich in warmem Wasser deutlich schneller als in kaltem – jeder, der schon einmal eine fettige Pfanne unter kaltem statt heißem Wasser abgewaschen hat, kennt den Unterschied. Zusätzlich reduziert Wärme die Keimzahl auf dem Wischtuch selbst. Kaltes Leitungswasser, mit dem die meisten Saug-Wisch-Roboter aktuell wischen, verteilt Fett eher, als es zu lösen.
Genau diese Lücke haben die Hersteller lange über die Station gelöst statt über den eigentlichen Wischvorgang: Mein Dreame X60 Pro Ultra Complete etwa wäscht seine Mopps in der Andockstation mit bis zu 100 °C heißem Wasser und trocknet sie danach mit Heißluft – das hält den Mopp selbst hygienisch sauber. Was dabei aber unverändert bleibt, ist das Wasser, das während des Wischens tatsächlich auf dem Boden landet. Das kommt nach wie vor kalt aus dem Frischwassertank, nicht aus der heißen Station.
Infografik zum Teilen – Quellenangaben unten in der Grafik.
Was auf der IFA 2026 konkret gezeigt wurde
Dreame hat den Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete vorgestellt: ein Saug-Wisch-Roboter, der laut Hersteller Wasser auf bis zu 180 °C erhitzt und damit direkt während des Wischvorgangs arbeitet – nicht erst nachträglich in der Station. Der Roboter soll ab dem 21. September 2026 für rund 1.499 € in den Handel kommen. Parallel zeigten auch Ecovacs (X12S Pro Omni, OmniCyclone) und die neue T90-Serie deutliche Preissenkungen bei bestehender Technik – der eigentliche Technologiesprung dieser IFA liegt aber klar bei der Wassertemperatur direkt auf dem Boden, nicht bei mehr Saugkraft oder mehr Sensoren.
Ob sich der Effekt in der Praxis so deutlich zeigt wie in der Theorie, muss ein echter Test erst belegen – Herstellerangaben zur Markteinführung sind kein unabhängiger Praxistest. Sobald das Gerät im Handel ist, werde ich es mir für einen Praxis-Check vornehmen und gegen meine bestehenden Geräte antreten lassen.
Technisch ist der Sprung nachvollziehbar: Bislang steckte die Heiztechnik der meisten Geräte ausschließlich in der Andockstation, weil dort genug Platz für einen leistungsfähigen Durchlauferhitzer und eine feste Stromversorgung ist. Ein Roboter, der frei durch die Wohnung fährt, muss dieselbe Heizleistung dagegen mit Akkustrom und auf engstem Bauraum stemmen – das erklärt, warum diese Funktion erst jetzt in Serie geht und nicht schon vor zwei oder drei Jahren. Ecovacs hält bei seiner parallel vorgestellten T90-Serie und dem X12S Pro Omni bewusst am bewährten Prinzip fest: mehr Saugkraft, mehr Andockstation, aber weiterhin kaltes Wischwasser auf dem Boden. Wer also demnächst zwischen den IFA-Neuheiten wählt, entscheidet in Wahrheit zwischen zwei unterschiedlichen Philosophien – mehr Rohleistung oder ein neuer Ansatz bei der Bodenhygiene.
Lohnt sich der Umstieg auf einen Dampf- oder Heißwasser-Wischroboter?
Kurzantwort: Für die meisten Haushalte nicht sofort nötig. Wer bereits einen Saugroboter mit Mopp-Selbstreinigung besitzt, sollte zuerst prüfen, ob dessen Station die Mopps überhaupt mit heißem Wasser wäscht – das deckt einen Teil des Effekts schon ab. Ein eigener Umstieg lohnt sich eher für Haushalte mit Haustieren, Allergikern oder stark frequentierten Küchenböden.
- Kostenlos – Verhalten ändern. Wer einen vorhandenen Wisch-Saugroboter hat, sollte prüfen, ob die Mopp-Wäsche in der Station überhaupt mit warmem statt kaltem Wasser läuft (oft in den Geräte-Einstellungen einstellbar) und den Frischwassertank regelmäßig mit frisch erhitztem statt tagealtem Wasser befüllen, wenn das Gerät das zulässt.
- Günstig – gezielt nachwischen. Stark verschmutzte Bereiche wie den Boden vor dem Herd oder dem Napf lassen sich einmal wöchentlich von Hand mit heißem Wasser und einem Mikrofasermopp nachwischen, statt auf den Roboter allein zu vertrauen – ein einfacher Mikrofaser-Wischmopp bei Amazon ansehen* kostet wenig und schließt die Lücke, die der Roboter bei kaltem Wasser lässt.
- Neue Technik. Wer ohnehin einen neuen Saug-Wisch-Roboter plant, kann gezielt auf eine heiße Mopp-Wäsche in der Station achten – mein aktuell getesteter Dreame X60 Pro Ultra Complete wäscht die Mopps bereits mit bis zu 100 °C, was einen guten Teil des Hygiene-Effekts liefert, ohne auf den erst ab dem 21.09. verfügbaren Aqua20 zu warten.
Wer beim Thema Saugroboter noch ganz am Anfang steht, findet in meiner Saugroboter-Kaufberatung die Grundlagen zu Saugkraft, Navigation und Preisklassen. Und wer sich zwischen zwei aktuellen Modellen entscheiden muss, kann bei meinem direkten Vergleich MOVA V70 Ultra gegen Dreame X60 Pro Ultra weiterlesen.
Häufige Fragen
Wird mit heißem Wasser wirklich sauberer gewischt?
Ja, in zwei Punkten messbar: Fett und eingetrocknete Rückstände lösen sich in warmem Wasser deutlich schneller als in kaltem, und Wärme reduziert die Keimzahl auf dem Mopp. Kaltes Leitungswasser, wie es die meisten Saug-Wisch-Roboter bislang beim eigentlichen Wischvorgang nutzen, schiebt Schmutz eher vor sich her, statt ihn zu lösen.
Lohnt sich der Umstieg auf einen Dampf- oder Heißwasser-Wischroboter?
Für die meisten Haushalte nicht sofort nötig: Wer bereits einen Saugroboter mit Mopp-Selbstreinigung besitzt, sollte zuerst prüfen, ob dessen Station die Mopps mit heißem Wasser wäscht – das schafft schon einen Teil des Effekts. Ein eigener Umstieg lohnt sich eher für Haushalte mit Haustieren, Allergikern oder stark frequentierten Küchenböden, bei denen kaltes Wischwasser sichtbar an seine Grenzen kommt.
Was kostet der neue Dreame Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete?
Laut Hersteller startet das Gerät ab dem 21. September 2026 zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 1.499 €. Wie bei fast allen Dreame-Flaggschiffen ist zu erwarten, dass der Straßenpreis in den ersten Monaten nach Markteinführung spürbar unter die UVP fällt.
Fazit: Ein echter Fortschritt – aber kein Grund, den eigenen Roboter sofort zu ersetzen
Heißes Wasser direkt auf dem Boden statt nur in der Station ist der erste Wisch-Fortschritt seit Langem, der nicht nur eine Zahl auf dem Datenblatt größer macht, sondern ein reales Problem trifft: kaltes Wasser, das Fett eher verteilt als löst. Trotzdem ersetze ich meinen Dreame X60 Pro Ultra deswegen nicht sofort – seine 100-°C-Mopp-Wäsche in der Station deckt einen guten Teil des Hygiene-Effekts bereits ab, und der Aqua20 muss sich erst im unabhängigen Praxistest beweisen. Wer aber ohnehin gerade einen neuen Saug-Wisch-Roboter sucht, sollte ab sofort gezielt nach der Wassertemperatur beim Wischen fragen – nicht nur nach Saugkraft und Pascal-Zahlen.
Quellen und Stand: Herstellerangaben Dreame Technology zum Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete (Vorstellung IFA 2026, Marktstart 21.09.2026, UVP ca. 1.499 €) · eigene Geräteangaben zum Dreame X60 Pro Ultra Complete (Moppwäsche bis 100 °C, Straßenpreis Stand September 2026 ab ca. 1.199 €) · Berichterstattung zu weiteren IFA-2026-Neuheiten bei Ecovacs (X12S Pro Omni, T90-Serie). Alle Preis- und Verfügbarkeitsangaben ohne Gewähr, Stand des Artikels 07.09.2026.