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Heizstab einbauen & mit PV-Überschuss steuern

Im Sommer fließt der Solar-Überschuss für ein paar Cent ins Netz? Mit einem Heizstab machen Sie daraus warmes Wasser – „Power-to-Heat" zum Selbermachen. Diese Anleitung zeigt, welcher Heizstab-Typ sich lohnt, wie Sie ihn auf den Überschuss regeln, einbauen und sicher betreiben. Mit klarer Grenze, was Eigenleistung sein darf und was die Elektrofachkraft macht.

PrinzipPower-to-Heat (1 kWh Strom = 1 kWh Wärme)
Empfohlener Typmodulierend / PV-optimiert
Anschluss-MuffeG 1½ Zoll (Standard)
Typische Leistung / Speicher2–3 kW · 200–300 L
Kosten (modulierende Lösung)~1.200 € (bis ~2.000 €)
Amortisation~4–10 Jahre
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Den richtigen Typ wählen

Es gibt zwei Welten – und für PV-Überschuss nur eine sinnvolle:

  • Einfacher Heizstab mit Thermostat (An/Aus): günstig (~300 €), schaltet aber nur ganze Stufen per Relais. Bei zu wenig Überschuss zieht er Netzstrom oder bleibt aus – verschenkt Solarstrom.
  • Modulierender, PV-optimierter Heizstab (stufenlos): regelt die Leistung exakt auf den Überschuss (500 W Überschuss → 500 W Heizen, ohne Netzbezug). Bekannte Systeme: my-PV AC ELWA 2 (0–3,5 kW, Plug-and-Play), Fronius Ohmpilot (bis 9 kW), Askoma, clever-PV, Shelly-Lösungen.

Empfehlung: Für die eigene PV-Anlage der modulierende Typ – er holt den größten Eigenverbrauch heraus.

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Leistung & Speicher dimensionieren

HaushaltSpeicherHeizstabPV-Anlage
1–2 Personen200 L2–3 kW5–7 kWp
3–4 Personen300 L3 kW8–10 kWp
5+ Personen400–500 L6 kW10–15 kWp

Bis ~3,5 kW läuft der Heizstab einphasig an 230 V (16 A abgesichert), ab ~4,5–9 kW dreiphasig an 400 V. Nicht überdimensionieren: Ein 9-kW-Stab an einer kleinen Anlage ist selten voll im Überschuss nutzbar.

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Die Überschuss-Steuerung

So fließt nur Solarstrom in den Heizstab – nie teurer Netzstrom:

  1. Ein Energiezähler am Netzanschluss misst sekündlich Einspeisung vs. Bezug.
  2. Der Controller/Energiemanager (my-PV, Fronius Ohmpilot, clever-PV, Shelly 3EM) liest den Wert.
  3. Der Heizstab wird stufenlos auf den Überschuss geregelt.
  4. Bei Erreichen der Zieltemperatur (meist 60 °C) stoppt er.

Sinnvolle Priorität: Direktverbrauch → Batteriespeicher → Heizstab → Netzeinspeisung. Die Anbindung erfolgt häufig über Shelly, EVCC oder ioBroker.

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Mechanischer Einbau (Eigenleistung möglich)

  1. Anlage abschalten und drucklos machen (Absperrventile schließen).
  2. Speicher entleeren – bei vielen Speichern mit oben liegender Muffe genügt drucklos, ohne komplettes Ablassen.
  3. Verschlussstopfen der G-1½-Zoll-Muffe lösen.
  4. Heizstab einschrauben – mit der beiliegenden Flachdichtung abdichten (alternativ Hanf/Teflon am Gewinde), gleichmäßig festziehen.

Tipp: Den Heizstab möglichst weit unten einsetzen – nur das Wasser oberhalb des Stabs wird erwärmt. Vorher die freie Einbaulänge prüfen (nicht an interne Wärmetauscher stoßen).

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Elektrischer Anschluss – Sache der Fachkraft

⚡ Wichtig: Den elektrischen Festanschluss – besonders bei 400-V-Drehstrom – sowie das Verlegen/Absichern des eigenen Stromkreises darf nur eine Elektrofachkraft ausführen (VDE-konform, Feuchtraumvorschriften). Auch bei 230-V-Plug-and-Play-Geräten schreiben Hersteller wie my-PV Anschluss und Inbetriebnahme durch qualifiziertes Personal vor.

Die Fachkraft sorgt für einen eigenen, passend abgesicherten Stromkreis (z. B. 2,5 mm² bei 16 A) und korrekte Erdung.

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Inbetriebnahme, Legionellen & Sicherheit

  • Befüllen & entlüften, und vor dem ersten Einschalten den Wasserstand prüfen – der Heizstab muss vollständig von Wasser umgeben sein (Trockenlaufschutz).
  • Sicherheitstemperaturbegrenzer (fest, je nach Modell ~95–108 °C) schaltet bei Übertemperatur hart ab.
  • Legionellenschutz: Trinkwasser regelmäßig über 60 °C aufheizen. Im reinen Sommer-PV-Betrieb bleibt es sonst zu kühl – periodisches Aufheizen einplanen. Im EFH mit kleinem Speicher keine Untersuchungspflicht, aber sinnvoll.
  • Verkalkung: Bei hartem Wasser den (herausnehmbaren) Heizstab gelegentlich entkalken.

Heizstab oder Brauchwasser-Wärmepumpe?

Der Heizstab wandelt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme, eine Brauchwasser-Wärmepumpe (BWWP) per COP 3–4 in 3–4 kWh – ist aber deutlich teurer (2.500–4.500 €+). Entscheidend: Wenn ohnehin nur PV-Überschuss genutzt wird, ist der reale Effizienzvorteil der WP klein. Der Heizstab lohnt bei geringem/mittlerem Warmwasserbedarf und viel Sommer-Überschuss; die BWWP bei hohem, ganzjährigem Bedarf. Mehr dazu in unserer Kaufberatung Heizstab fürs Warmwasser.

Heizstab, Energiezähler & Steuerung

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⚠️ Wichtiger Sicherheits- und Haftungshinweis

Dieser Beitrag ist eine sorgfältig recherchierte, allgemeine Information – keine individuelle Fach-, Rechts- oder Sicherheitsberatung und kein Ersatz für die Beauftragung eines Fachbetriebs. Arbeiten an der festen Elektroinstallation und an Netzspannung (230 V / 400 V) dürfen in Deutschland ausschließlich von einer eingetragenen Elektrofachkraft nach den anerkannten Regeln der Technik (insb. DIN VDE 0100) ausgeführt werden; Anmeldung und Inbetriebsetzung beim Netzbetreiber bzw. die Registrierung im Marktstammdatenregister liegen in Ihrer Verantwortung. Arbeiten in der Höhe sowie der Anschluss ans Hausnetz bergen erhebliche Gefahren für Personen und Sachwerte. Eigenmächtige Eingriffe können lebensgefährlich sein, gegen Vorschriften verstoßen und zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Die Umsetzung der hier beschriebenen Schritte erfolgt auf eigene Verantwortung und eigene Gefahr. Trotz gewissenhafter Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben und haften nicht für Schäden, die aus der Nutzung dieser Anleitung entstehen. Ziehen Sie im Zweifel immer eine qualifizierte Fachkraft hinzu.