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V2G im Vergleich: Was BMW, Ford und Renault Kunden zahlen

Kurz gesagt: Mit BMW/E.ON, Ford/Octopus Energy und Renault sind die ersten kommerziellen Vehicle-to-Grid-Angebote in Europa gestartet: Das Elektroauto speist zeitweise Strom aus dem Akku zurück ins Netz oder ins Haus und der Kunde bekommt dafür Geld. BMW-Kunden mit iX3 sollen bis zu 720 Euro Bonus pro Jahr bekommen, bei Ford in Kombination mit Octopus Energy sind bis zu 792 Euro Ersparnis und 16.000 Kilometer kostenfreies Fahren im Jahr möglich. Renault testet in einem Carsharing-Pilotprojekt in Utrecht mit über 100 Fahrzeugen automatisiertes bidirektionales Laden. Die Modelle unterscheiden sich deutlich bei Vergütung, Hardware-Pflicht und Transparenz der Abrechnung.

V2G im Vergleich: Was BMW, Ford und Renault Kunden zahlen

Symbolbild: KI-generiert

Vehicle-to-Grid (V2G) ist in Deutschland und Europa aus dem Pilotstadium herausgetreten: Mit Angeboten von BMW, Ford und Renault können Elektroauto-Besitzer ihre Fahrzeugbatterie inzwischen kommerziell als Teil des Energiesystems nutzen - das Auto speichert nicht nur Strom, sondern gibt ihn bei Bedarf auch wieder ab und der Halter bekommt dafür eine Vergütung. Das Prinzip: Wer sein Auto nachts an eine bidirektionale Wallbox* anschließt und in einer App hinterlegt, wann er am nächsten Morgen wie viel Reichweite braucht, überlässt dem Anbieter den Rest - Laden und Entladen laufen automatisiert im Hintergrund, je nachdem wann Strom günstig oder gefragt ist.

BMW und E.ON haben ihr Paket aus bidirektionaler BMW Wallbox Professional, einem V2G-Stromtarif von E.ON und einem intelligenten Messsystem bereits Anfang 2026 für Privatkunden freigeschaltet. Erste iX3-Fahrer bekommen einen Rabatt von 700 Euro auf die Wallbox und sollen durch jede Stunde am Netz einen Bonus von bis zu 720 Euro im Jahr erzielen - macht laut BMW bis zu 14.000 kostenlos gefahrene Kilometer pro Jahr möglich. Wer die Hardware-Investition scheut, kann alternativ nur den kostenoptimierten Lade-Tarif mit Nachtladebonus nutzen, ganz ohne echtes V2G.

Ford geht die Sache über eine Kooperation mit dem britischen Ökostromanbieter Octopus Energy an: Der neue Tarif Octopus PowerDrive zahlt für jede eingespeiste Kilowattstunde eine feste Vergütung von 18 Cent, dazu kommen 30 Euro monatlicher Bonus und Ladestrom für 15 Cent/kWh - macht gegenüber einem normalen Fixtarif laut Anbieter bis zu 792 Euro Ersparnis im Jahr und bis zu 16.000 kostenfrei gefahrene Kilometer. Voraussetzung ist allerdings eine bestimmte Wallbox des Herstellers Ambibox sowie aktuell nur der Ford Capri oder Explorer mit Baujahr 2026 - ältere Modelle mit mehr als 60 kWh Akkukapazität können unter Umständen ebenfalls teilnehmen.

Renault verfolgt einen anderen Ansatz: Im niederländischen Utrecht laufen bereits mehr als 100 Renault 5 im größten V2G-Carsharing-Projekt Europas, Ziel sind 500 Fahrzeuge. Hier bucht der Kunde nicht sein eigenes Auto, sondern nutzt ein geteiltes Fahrzeug samt bidirektionalem Lader, Energievertrag und Software, die Laden und Entladen automatisch steuert - eine Erweiterung nach Deutschland, in die Niederlande und nach Großbritannien ist für 2026 angekündigt.

Für Verbraucher heißt das: Wer heute in V2G einsteigen will, muss genau vergleichen. Die Modelle unterscheiden sich nicht nur in der Vergütung pro Kilowattstunde, sondern auch darin, ob eine teure Spezial-Wallbox Pflicht ist, welches Fahrzeugmodell überhaupt kompatibel ist und wie transparent die Abrechnung der tatsächlich eingespeisten Strommenge erfolgt. Für Installateure und Energieberater entsteht dadurch ein komplett neues Beratungsfeld zwischen Wallbox-Wahl, Stromtarif und Energiemanagement - wer hier die Pakete der Hersteller nicht kennt, kann Kunden kaum noch seriös beraten.

Quelle: pv-magazine.de, ergänzend Octopus Energy, BMW Group und Ford Media Center.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: pv-magazine.de. Text, Bewertung und Bild sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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