Australien: Solarstrom aus Großanlagen erreicht Rekordwerte
Kurz gesagt: Im australischen Stromnetz NEM haben Großanlagen für Solar und Wind im September zusammen 5,44 Terawattstunden erzeugt, 7 % mehr als im Vorjahresmonat. Mehrere Bundesstaaten meldeten Solarrekorde, und es wurde weniger Solarstrom abgeregelt. Für Deutschland zeigt der Fall, wie wichtig Speicher werden, wenn Mittagsstrom im Überfluss da ist.
Symbolbild: KI-generiert
Australiens Großkraftwerke für erneuerbaren Strom haben im September einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Auswertungen, über die pv magazine international berichtet, erzeugten die Solar- und Windparks im National Electricity Market (NEM), dem Verbundnetz der Ostküste, zusammen 5,44 Terawattstunden. Das sind 7 Prozent mehr als im September 2025.
Die wichtigsten Zahlen
Allein bei der Solarenergie aus Großanlagen setzten New South Wales (841 Gigawattstunden) und Queensland (645 Gigawattstunden) neue Septemberrekorde. Auch Victoria meldet Bestwerte; hier weichen die Angaben der Fachmedien leicht voneinander ab (267 beziehungsweise 276 Gigawattstunden), weshalb wir keine genaue Zahl nennen. Die Windkraft entwickelte sich dagegen gegenläufig: Sie lag um 86 Gigawattstunden unter dem Vorjahresmonat.
Bemerkenswert ist die Abregelung. Von dem Solarstrom, den die Großanlagen hätten liefern können, wurden im NEM im September 22 Prozent abgeregelt, also gar nicht erst eingespeist. Im Vorjahr waren es 26 Prozent. Bei der Windkraft blieb der Wert bei rund 13 Prozent. Der Fachdienst PV Tech führt den Rückgang auch auf den Ausbau der Batteriespeicher zurück. Gaskraftwerke erzeugten im September mit 455 Gigawattstunden so wenig wie noch nie in diesem Monat.
Wichtige Einschränkung
Ein Septemberrekord ist kein Allzeitrekord. In Australien beginnt im September der Frühling, die Tage werden länger, und jedes Jahr kommen neue Anlagen hinzu. Rekorde sind deshalb zu erwarten. Interessanter ist, dass trotz der Zubauwelle ein größerer Teil des Stroms tatsächlich ins Netz gelangt. Dazu kommen die Dachanlagen: Sie lieferten laut PV Tech im September rund 2.975 Gigawattstunden, etwa 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Was das für Deutschland bedeutet
Das Muster kennen wir. Nach Daten des Fraunhofer ISE hat Deutschland bis zum 27. September bereits 90,2 Terawattstunden Solarstrom erzeugt, mehr als im gesamten Jahr 2025 (90,0), meldet der Bundesverband Solarwirtschaft. Je mehr Sonnenstrom mittags anfällt, desto mehr zählt, ihn zu verschieben: in Speicher, ins E-Auto oder in flexible Verbraucher wie die Wärmepumpe. Wer eine Solaranlage plant, sollte einen Speicher und ein Energiemanagement deshalb von Anfang an mitdenken. Australien deutet an, dass wachsende Speicherkapazität die Abregelung dämpfen kann.
Quellen: pv magazine international, PV Tech, Bundesverband Solarwirtschaft (Daten: Rystad Energy, Fraunhofer ISE Energy-Charts). Eigene weitere Quellen zu den Einzelwerten haben wir nicht; die Zahlen stammen aus den genannten Veröffentlichungen.