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Balkonkraftwerke: Union will 1000 statt 800 Voltampere

Kurz gesagt: Ein internes Papier der Unionsfraktion zur EEG-Novelle sieht 1000 statt 800 VA Wechselrichterleistung für Steckersolargeräte vor. Beschlossen ist nichts: Der Regierungsentwurf bleibt bei 800 VA, und Kritiker verweisen auf Sicherheits- und Europarechtsfragen.

Balkonkraftwerke: Union will 1000 statt 800 Voltampere

Symbolbild: KI-generiert

Wer ein Balkonkraftwerk betreibt oder plant, hört gerade eine mögliche Änderung: Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will die zulässige Wechselrichterleistung von Steckersolargeräten von 800 auf 1000 Voltampere (VA) anheben. Das steht in einem Änderungskatalog zur laufenden EEG-Novelle, über den zuerst Fachmedien und anschließend heise online berichteten.

Was bisher gilt und was sich ändern soll

Aktuell dürfen Steckersolargeräte mit höchstens 800 VA ins Hausnetz einspeisen, die Modulleistung ist auf 2000 Wattpeak begrenzt. Die Union würde die Wechselrichtergrenze um 25 Prozent anheben. Der Regierungsentwurf zur EEG-Novelle arbeitet laut mobiFlip weiterhin mit 800 VA. Ob die höhere Grenze ins Gesetz kommt, ist offen. Unklar ist sogar, ob das Papier eine feste politische Linie oder eher eine Ideensammlung ist.

Die Tücken

Der Verein Balkon.Solar warnt vor mehreren Fallstricken. Erstens fehlen für Geräte oberhalb von 800 VA aus Sicht von Kritikern Sicherheitsstudien und normierte Betriebsvorgaben. Zweitens sind Anlagen unter 0,8 Kilowatt nach dem EU-Netzkodex von bestimmten technischen Anforderungen befreit. Eine Anhebung auf 1000 VA könnte damit kollidieren. Drittens hängt die vereinfachte Anmeldung beim Netzbetreiber an dieser Grenze: Ohne angepasste Verweise könnten Netzbetreiber aufwendigere Verfahren verlangen.

Bringt das dem Haushalt etwas?

Balkon.Solar sieht ökonomisch kaum Vorteile. Die zusätzlichen 200 VA würden vor allem zur Mittagszeit anfallen, wenn im Haushalt ohnehin selten so viel Strom gebraucht wird, und ungenutzt ins Netz fließen. Sinnvoller sei es, die Modulobergrenze zu streichen oder anzuheben und dynamische Einspeiseregelungen gesetzlich abzusichern, die sich am tatsächlichen Verbrauch orientieren.

Das deckt sich mit der Praxis: Schon heute hat laut heise rund die Hälfte der verkauften Anlagen einen Speicher. Wer Überschüsse in einer Batterie puffert oder per Smart-Home-Automation Verbraucher gezielt zuschaltet, nutzt seinen Solarstrom besser als jemand, der nur an der Wechselrichter-Grenze dreht.

Unsere Einordnung

Für Käufer heißt das: Jetzt kein Gerät nach einer Regel kaufen, die es noch nicht gibt. Entscheidend bleiben ein passender Speicher und ein Eigenverbrauch, der zum Tagesablauf passt. Eine Verfügbarkeit von 1000-VA-Geräten wäre ohnehin erst nach Verabschiedung des Gesetzes und einer Übergangsfrist realistisch. Wir beobachten das Gesetzgebungsverfahren und aktualisieren diesen Beitrag, sobald sich etwas Verbindliches ergibt.

Quellen: heise online, mobiFlip (jeweils verlinkt). Die Zahlen stammen aus den genannten Berichten und wurden nicht an der Gesetzesvorlage selbst geprüft.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: heise online (Hauptfeed). Text, Bewertung und Bild sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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