USA: Neue 1,2-GW-Solarfabrik startet Fertigung in South Carolina
Kurz gesagt: Der US-Solarhersteller Translucent Energy nimmt in Summerville, South Carolina, eine Modulfabrik mit 1,2 Gigawatt Jahreskapazität in Betrieb. Investiert werden 15,6 Millionen Dollar, entstehen sollen 167 Arbeitsplätze. Die flexiblen N-Typ-Fertigungslinien verarbeiten mehrere Wafergrößen für Utility-, Gewerbe- und Wohnhausmodule; die ersten kommerziellen Lieferungen sind für Dezember 2026 geplant. Treiber sind US-Einfuhrzölle und die Vorgaben des Inflation Reduction Act zu inländischer Fertigung.
Symbolbild: KI-generiert
In Summerville im US-Bundesstaat South Carolina hat der Solarhersteller Translucent Energy den Aufbau einer neuen Modulfertigung mit einer Jahreskapazität von 1,2 Gigawatt gestartet. Investiert werden in der ersten Ausbaustufe 15,6 Millionen Dollar, wie pv magazine berichtet. Die rund 26.000 Quadratmeter große Anlage in Dorchester County soll 167 lokale Arbeitsplätze schaffen und nutzt nach Angaben des Lokalsenders Live 5 News eine frühere Produktionsstätte, in der zuvor Caterpillar und Corning gefertigt haben.
Flexible Linien für mehrere Modulformate
Kern der Fabrik sind flexible N-Typ-Fertigungslinien, die laut dem Fachportal Solar Power World mehrere Wafergrößen gleichzeitig verarbeiten können - darunter das verbreitete M10-Format (182 mm) sowie die größeren G12- und G12R-Formate (210 mm). Damit lassen sich auf denselben Anlagen drei unterschiedliche Modultypen fertigen: Großanlagen-Module mit 710 bis 730 Watt Leistung, Gewerbemodule mit 630 bis 650 Watt sowie kleinere Module für Wohnhäuser mit 450 bis 470 Watt, alle mit Wirkungsgraden bis knapp über 24 Prozent. Die Ausrüstung ist zusätzlich für HJT- und PERC-Zelltechnik ausgelegt, sodass die Fabrik nicht auf ein einziges Zellkonzept festgelegt ist.
Zeitplan: Serienstart im Dezember
Die Produktionsausrüstung soll im Oktober und November 2026 eintreffen, die ersten kommerziellen Lieferungen sind für Dezember angesetzt. Im ersten vollen Betriebsjahr peilt Translucent Energy 600 bis 800 Megawatt Ausstoß an - deutlich unter der vollen 1,2-GW-Kapazität, mit stufenweisem Ausbau bis auf vier Schichten Richtung erstes Quartal 2027.
Getrieben von Zöllen und Inlandsquote
Hintergrund der Investition sind die US-Einfuhrzölle nach Section 232 sowie die Vorgaben des Inflation Reduction Act (IRA), wonach Solarprojekte nur dann von vollen Steuergutschriften profitieren, wenn ein bestimmter Anteil der Komponenten in den USA gefertigt wird. Translucent Energy bezieht laut pv magazine den Großteil seiner Lieferkette bereits aus US-Quellen, ergänzt um türkische Zulieferer als zweite Bezugsquelle zur Absicherung. Managing Director Augustus Rylands bezeichnete die Anlage laut Live 5 News als ersten Schritt einer mehrjährigen Fertigungsstrategie, die perspektivisch auch Zell- und Waferproduktion in den USA umfassen soll.
Einordnung: Was das für Deutschland bedeutet
Direkt betrifft der Ausbau vor allem den US-Markt - Module aus Summerville werden aller Voraussicht nach nicht nach Europa exportiert, da sie speziell auf die Inlandsquoten des IRA zugeschnitten sind. Für deutsche Käufer ist die Meldung dennoch ein Signal: Die Solarindustrie verlagert sich zunehmend in regionale, zollgeschützte Fertigungsblöcke. Während die USA ihre heimische Kette mit Zöllen und Steueranreizen aufbauen, bleibt der europäische und deutsche Markt weiterhin stark von Importen aus Asien abhängig - ein Punkt, den heimische und europäische Modulhersteller regelmäßig als Wettbewerbsnachteil anführen.
Quelle: pv magazine international