Thermondo baut Wärmepumpen jetzt auch für Mietshäuser
Kurz gesagt: Der Berliner Heizungsanbieter thermondo liefert künftig Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser mit bis zu 20 Wohnungen und hat dafür eine eigene Gesellschaft gegründet. Für Vermieter und Eigentümergemeinschaften gibt es damit einen Anbieter, der Planung, Förderung und Einbau bündelt. Ob sich das rechnet, hängt stark vom einzelnen Gebäude ab.
Symbolbild: KI-generiert
Bisher kannte man thermondo vor allem als Anbieter für Ein- und Zweifamilienhäuser. Nun wagt das Berliner Unternehmen den Schritt in den Geschosswohnungsbau: Mit der neu gegründeten thermondo energy solutions GmbH bietet es Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser mit bis zu 20 Wohneinheiten an. Darüber berichtet mobiFlip.
Was thermondo anbietet
Angesprochen sind Immobilienunternehmen, Vermieter, Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften. Das Paket reicht von Beratung, Planung und Dimensionierung über die Unterstützung bei Fördermitteln bis zu Installation und Wartung. Die Projektsteuerung liegt bei thermondo, die technische Umsetzung übernehmen spezialisierte Partnerfirmen. Für größere Gebäude sind Kaskaden aus mehreren Wärmepumpen vorgesehen, dazu Anlagen von Buderus und weiteren europäischen Herstellern. Ergänzend sollen Photovoltaik und später Mieterstrommodelle dazukommen. Nach Unternehmensangaben gibt es bereits Projekte im zweistelligen Bereich; zunächst geht es in Berlin-Brandenburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen los.
Der Markt ist groß – aber nicht für jeden Bau passend
In Deutschland stehen rund 3,5 Millionen Mehrfamilienhäuser, laut thermondo wird bislang weniger als jedes 25. davon elektrisch beheizt. Eine Auswertung des Wärmedienstleisters Techem kommt zu dem Ergebnis, dass etwa 40 Prozent des Bestands ohne größere Umbauten effizient mit Wärmepumpen heizbar wären; mit dem Tausch einzelner Heizkörper steige der Anteil auf rund 80 Prozent. Das ist die Zahl, an der sich das Geschäftsmodell misst – sie ist aber eine Bestandsrechnung, kein Versprechen für das einzelne Haus.
Unsere Einordnung
Neu ist die Technik nicht, neu ist ein bekannter Name mit Komplettangebot. Wer bisher als Hausverwaltung oder WEG Heizungsbauer, Planer und Förderantrag einzeln koordinieren musste, bekommt eine zentrale Anlaufstelle. Das kann Entscheidungen beschleunigen, denn in Eigentümergemeinschaften scheitert der Heizungstausch oft an Zuständigkeiten und Streit um die Kostenverteilung. Für Mieter bleibt die Frage nach der Miete: Modernisierungskosten können umgelegt werden, ob Betriebskosten sinken, hängt von Dämmung, Vorlauftemperatur und Strompreis ab. Preise nennt thermondo in der Meldung nicht; die Wirtschaftlichkeit muss ein konkretes Angebot zeigen. Eine unabhängige Bewertung des neuen Angebots gibt es noch nicht, und eine eigene Pressemitteilung des Unternehmens konnten wir bei unserer Recherche nicht finden – die Angaben stützen sich deshalb auf die mobiFlip-Meldung und die dort zitierte Techem-Analyse.
Für Eigentümer lohnt sich vor einer Entscheidung ein neutraler Heizlast-Check und der Vergleich mehrerer Angebote.
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