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Südkorea gründet Komitee gegen Chinas Solar-Übermacht

Kurz gesagt: Südkoreas Ministerium für Klima, Energie und Umwelt hat am 10. September 2026 ein Komitee aus Regierung, Industrie und Forschung gestartet, das die heimische Solar-Lieferkette wiederaufbauen soll. Hintergrund: Chinesische Module kamen 2025 auf 69,3 Prozent der neu installierten Kapazität, bei Solarzellen sind es laut Schätzungen sogar rund 95 Prozent. Das Komitee soll Lokalisierungshürden für Unternehmen abbauen und den Sprung zu effizienteren Perowskit-Silizium-Tandemzellen vorbereiten, die bis 2028 kommerzialisiert werden sollen. Der Staatskonzern Kepco hat dafür bereits eine eigene Tochtergesellschaft gegründet.

Südkorea gründet Komitee gegen Chinas Solar-Übermacht

Symbolbild: KI-generiert

Südkorea zieht die Notbremse bei der eigenen Solarindustrie: Das Ministerium für Klima, Energie und Umwelt hat am 10. September 2026 ein neues Komitee ins Leben gerufen, das gemeinsam mit Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen die heimische Fertigungskette für Solarmodule wieder aufbauen soll. Die Dringlichkeit hat handfeste Zahlen: Laut pv magazine kamen chinesische Module 2025 bereits auf 69,3 Prozent der in Südkorea neu installierten Solarkapazität - 2019 lag dieser Anteil noch unter 50 Prozent. Bei Solarzellen wird der chinesische Anteil sogar auf rund 95 Prozent geschätzt, bei fertigen Modulen auf etwa 60 Prozent.

Das neue Gremium soll zunächst von den Unternehmen selbst erfassen, wo genau eine Rückverlagerung der Produktion nach Südkorea an Kosten, Rohstoffen oder fehlenden Zulieferern scheitert, und darauf aufbauend Kooperationsmodelle sowie Demonstrationsanlagen für neue Zelltechnologie aufbauen. Parallel positioniert sich der staatliche Energiekonzern Kepco bereits konkret: Ende August 2026 gründete er die Tochtergesellschaft Kepco Technology Holdings mit einem Startkapital von umgerechnet rund 14,9 Millionen US-Dollar, das binnen fünf Jahren auf bis zu 100 Milliarden Won wachsen soll. Sie soll staatliche Patente vermarkten und mit sieben heimischen Wechselrichter-Herstellern zusammenarbeiten.

Technologisch setzt Südkorea auf Perowskit-Silizium-Tandemzellen als Hebel gegen die reine Skalen-Konkurrenz aus China: Bereits im November 2025 hatte die Regierung rund 33,6 Milliarden Won (etwa 23 Millionen US-Dollar) für die Forschung an dieser Zelltechnologie bereitgestellt, mit dem Ziel, bis 2030 kommerzielle Module mit rund 28 Prozent Wirkungsgrad zu bauen. Ein separates Förderprogramm aus dem August 2026 zielt sogar auf 35 Prozent Zelleffizienz bis 2028. Tandemzellen kombinieren eine klassische Silizium- mit einer Perowskit-Schicht und können dadurch einen größeren Teil des Sonnenlichtspektrums nutzen als heutige Standardmodule - ein Feld, in dem sich auch europäische und chinesische Hersteller derzeit ein Wettrennen liefern.

Für deutsche Verbraucher und Installateure ist die südkoreanische Entwicklung vor allem ein Signal: Die Abhängigkeit von chinesischen Zellen und Modulen ist kein rein deutsches oder europäisches Thema, sondern betrifft auch technologisch hochentwickelte Länder wie Südkorea in ähnlichem Ausmaß. Sollten Perowskit-Tandemzellen tatsächlich ab 2028 in Serie gehen, könnte das mittelfristig auch das Preis- und Effizienzniveau am europäischen Markt beeinflussen - bis dahin bleibt der deutsche Markt für Dach-PV-Anlagen weiterhin überwiegend von etablierten Standard-Siliziummodulen geprägt.

Quelle: pv magazine international, ergänzend PV Tech und Perovskite-Info.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: pv magazine international. Text, Bewertung und Bild sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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