Solar-Woche: 800-kWh-Speicher, SmartFlux und Trina-Roboter
Kurz gesagt: Für Privathaushalte ist vor allem SmartFlux interessant: ein monatlich kündbarer Tarif für Solarstrom ohne feste EEG-Vergütung (Smart Meter nötig, 5,99 Euro Grundpreis). Der 800-kWh-Speicher von Lynus und die Roboter von Trina betreffen Gewerbe und Solarparks, wirken aber mittelbar auf Preise und Bauzeiten.
Symbolbild: KI-generiert
Die Fachseite photovoltaik.eu hat ihre Produkte der Woche zusammengestellt. Wir haben die drei Meldungen mit den Herstellerangaben und weiteren Fachmedien abgeglichen und für den Alltag eingeordnet.
SmartFlux: Direktvermarktung für kleine Anlagen
Das Kölner Start-up Spotmyenergy hat laut pv magazine und Solarserver den Einspeisetarif SmartFlux gestartet. Er ist monatlich kündbar und setzt einen Smart Meter voraus. Spotmyenergy verkauft den Strom am Day-Ahead-Markt und verlangt dafür 5,99 Euro Grundpreis im Monat plus ein Cent netto je verkaufter Kilowattstunde. Wer einen Batteriespeicher hat, bekommt die Einspeisung so gesteuert, dass der Erlös möglichst hoch ausfällt.
Spannend ist der Zeitpunkt: Der Tarif lässt sich schon jetzt abschließen, wird aber erst aktiv, wenn er mehr bringt als die schrittweise sinkende staatliche Förderung. Hintergrund ist der Entwurf zur EEG-Novelle, über den der Bundestag berät. Danach sollen neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 für bis zu drei Jahre eine feste, sinkende Vergütung erhalten und danach in die Direktvermarktung wechseln. Ob das so kommt, ist offen.
Unsere Einordnung: Wer ohnehin einen Speicher und einen Smart Meter hat, kann rechnen. Ohne Speicher verkauft man zwangsläufig viel Strom zur Mittagszeit, wenn die Börsenpreise bei viel Sonne oft niedrig sind. Den Grundpreis muss die Anlage erst einmal einspielen.
Lynus: Großspeicher mit 800 kWh
Die Lynus AG, eine Tochter der Enerfin AG, hat in Dillingen in Bayern die Fertigung des BESS Cube 2.0 aufgenommen (pv magazine). Laut Datenblatt bietet er 835 kWh brutto und 800 kWh nutzbar, Leistungen bis 500 kW, LFP-Zellen für mehr als 8.000 Vollzyklen und wahlweise eine Auslegung als 2- oder 4-Stunden-System. Zunächst sollen zehn Einheiten pro Woche entstehen, später 20. Das sind Herstellerangaben, unabhängige Messungen haben wir nicht gefunden.
Für Privathaushalte ist das keine Option, ein Einfamilienhaus-Speicher hat meist 5 bis 15 kWh. Relevant ist es trotzdem: Mehr Großspeicher aus deutscher Fertigung stabilisieren das Netz und können Preisspitzen glätten.
Trina: Roboter für Montage und Reinigung
Die Tracker-Tochter von Trina Solar hat laut pv magazine zwei Roboter vorgestellt. Buildex montiert Module und soll bis zu 90 Stück pro Stunde schaffen, nach Firmenangaben drei- bis viermal so schnell wie Handarbeit. Aurora reinigt Modulfelder selbstständig und gleicht Höhenunterschiede bis 50 Millimeter aus. Auch hier stammen alle Leistungsdaten vom Hersteller.
Gedacht sind beide für Solarparks. Auf dem Hausdach spielen sie keine Rolle, könnten aber langfristig Baukosten und Bauzeiten großer Anlagen drücken.
Fazit
Von den drei Meldungen betrifft SmartFlux Privatleute am direktesten. Wer mit einer neuen Anlage ab 2027 plant, sollte die Entscheidung über das EEG abwarten und dann Vergütung und Direktvermarktung gegeneinander rechnen.