Schneider Electric will Shelly für 1,2 Milliarden kaufen
Kurz gesagt: Schneider Electric will Shelly für 70 Euro je Aktie übernehmen, das entspricht rund 1,2 Milliarden Euro. Der Deal braucht mindestens 95 Prozent der Anteile und die Zustimmung der Behörden, ein Abschluss wird im ersten Quartal 2027 erwartet. Für Kunden ändert sich zunächst nichts.
Symbolbild: KI-generiert
Der französische Technologiekonzern Schneider Electric will die bulgarische Shelly Group übernehmen. Den Aktionären liegt ein freiwilliges Barangebot von 70 Euro je Aktie vor, damit würde Shelly mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. Nach Angaben der Beteiligten liegt der Preis etwa 27 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate vor Bekanntwerden der Gerüchte.
Was bisher feststeht
Die beiden Mitgründer Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov halten zusammen rund 57 Prozent der Anteile und haben sich bedingt zum Verkauf bereit erklärt. Dimitrov will einen Teil des Erlöses gemeinsam mit Schneider wieder investieren, mindestens drei Jahre lang. Der Verwaltungsrat von Shelly hält ein Angebot auf diesem Niveau vorläufig für im Interesse von Unternehmen, Aktionären und Beschäftigten. Firmensitz, Standorte und Belegschaft sollen mindestens drei Jahre erhalten bleiben.
Ganz durch ist der Deal nicht: Schneider braucht mindestens 95 Prozent der Aktien, außerdem müssen die bulgarische Finanzaufsicht und die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Das Angebot war zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht offiziell eingereicht. Gelingt die Übernahme, soll Shelly von der Börse genommen werden. Beide Seiten rechnen mit einem Abschluss im ersten Quartal 2027.
Einordnung für Smart-Home-Nutzer
Shelly ist vor allem durch kleine, günstige Funk-Relais und Schalter bekannt, die sich auch lokal ohne Cloud steuern lassen. Genau das schätzen viele Bastler und Home-Assistant-Nutzer. Schneider ist bereits mit der Marke Wiser in der Gebäudeautomation aktiv und sieht laut Mitteilung Chancen, das Geschäft mit Software und Abos auszubauen.
Für bestehende Kunden ändert sich zunächst nichts: Es sind keine Anpassungen an App oder Geräten angekündigt, und Sie müssen nichts tun. Offen ist, wie es langfristig mit den offenen Schnittstellen, möglichen Abo-Preisen und den kostenlosen Grundfunktionen weitergeht. Wer seine Geräte lokal betreibt, ist von etwaigen Cloud-Änderungen am wenigsten betroffen. Wir halten Sie auf dem Laufenden, sobald die Aufsicht entschieden hat.
Quellen: techbook sowie Berichte zur Ankündigung von Schneider Electric vom 24. September 2026.