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Powerstation richtig lagern: Wann Lithium-Akkus gefährlich werden

Kurz gesagt: Lithium-Ionen-Akkus in Powerstations und Balkonspeichern werden vor allem durch drei Fehler gefährlich: Lagerung bei voller oder leerer Ladung, direkte Sonne bzw. Hitze über 45 Grad und ein Aufstellort ohne Abstand zu brennbarem Material. Fachstellen wie die Unfallkasse Hessen und der Sicherheitsdienstleister Denios empfehlen eine Lagerung bei 40 bis 60 Prozent Ladezustand, Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad und einen nicht brennbaren Untergrund ohne Brandlasten in der Nähe. Bei sichtbaren Schäden wie Aufblähung, Hitze oder Geruch hilft nur die sofortige Trennung vom Netz und die Lagerung im Freien.

Powerstations und Speicher für Balkonkraftwerke stecken voller Lithium-Ionen-Zellen - derselben Technik, die auch in E-Bike-Akkus und Elektroauto-Batterien steckt. Die Gefahr ist real, aber beherrschbar: Sie entsteht fast immer aus denselben drei Fehlern bei Lagerung und Aufstellung, nicht aus einem generellen Defekt der Technik.

Warum ein Lithium-Akku überhaupt brennen kann

Wird eine Lithium-Ionen-Zelle beschädigt, überhitzt oder falsch geladen, kann eine Kettenreaktion in Gang kommen, die als „thermisches Durchgehen" (Thermal Runaway) bezeichnet wird: Die entstehende Wärme lässt die Elektrolytflüssigkeit im Inneren verdampfen, dabei entstehen zusätzliche Wärme und brennbare Gase. Ist der Prozess erst angelaufen, lässt er sich kaum noch stoppen - der Brand breitet sich schnell aus und setzt giftige Rauchgase frei. Das macht Lithium-Akku-Brände so gefürchtet: Nicht die Wahrscheinlichkeit ist hoch, sondern die Folgen sind es, wenn es passiert.

Der Ladezustand bei der Lagerung: 40 bis 60 Prozent, nicht 100

Wer eine Powerstation über Wochen oder Monate nicht braucht - etwa im Winter, wenn das Balkonkraftwerk kaum Ertrag liefert - sollte sie nicht voll geladen wegstellen. Der Sicherheitsdienstleister Denios empfiehlt eine Lagerung bei 40 bis 60 Prozent Ladezustand: Das schont die Zellen und schützt gleichzeitig vor Tiefentladung. Vollständig geladene Akkus verlieren bei langer Lagerung schneller an Kapazität, vollständig entladene Akkus können in eine kritische Tiefentladung rutschen, aus der sie sich nicht mehr erholen. Der Ladezustand sollte alle drei bis sechs Monate kontrolliert und bei Bedarf nachgeladen werden, spätestens nach zwölf Monaten ist ein kurzer Ladevorgang fällig.

Temperatur: Der Keller schlägt den Dachboden

Beim Aufstellort zählt vor allem eins: konstante, moderate Temperaturen. Denios nennt als ideale Lagertemperatur 10 bis 25/30 Grad, kurzzeitig sind bis 40 Grad tolerierbar - über 45 Grad und unter 0 Grad sollte die Lagerung vermieden werden. Damit fallen klassische Lagerorte wie der aufgeheizte Dachboden im Sommer oder die zugige Garage im Winter durch: Beide bringen genau die Temperaturschwankungen, die den Zellen am meisten zusetzen. Ein trockener Kellerraum oder ein Schrank im temperierten Wohnbereich sind die bessere Wahl. Direkte Sonneneinstrahlung, etwa auf dem Balkon direkt neben den Solarmodulen, gehört ebenfalls vermieden - sie kann die Gehäusetemperatur deutlich über die Umgebungstemperatur heben.

Aufstellort und Brandschutz: Abstand zu brennbarem Material

Die Unfallkasse Hessen rät als Grundregel für Feuerwehr und Verbraucher gleichermaßen: Akkus nur auf nicht brennbarem Untergrund und nicht in der Nähe von Brandlasten aufstellen oder laden - gemeint sind Kartons, Textilien, Holzregale oder andere leicht entflammbare Gegenstände in unmittelbarer Nähe. Wird ein Akku als beschädigt oder auffällig erkannt, gehört er laut Unfallkasse an einen eigenen Lagerort ohne Brandlasten, im Zweifel ins Freie und abseits weiterer Brandlasten. Im gewerblichen Bereich gilt bei größeren Mengen sogar ein Sicherheitsabstand von mindestens fünf Metern zu anderen Lagerbereichen, sofern keine feuerbeständige Trennung vorhanden ist - für den privaten Haushalt ein Maßstab dafür, wie ernst die Fachstellen das Thema nehmen.

Warnzeichen, bei denen sofort gehandelt werden muss

  • Gehäuse ist aufgebläht oder verformt. Sofort vom Netz trennen, nicht mehr laden oder entladen, im Freien und abseits brennbarer Materialien lagern.
  • Akku wird im Betrieb ungewöhnlich heiß. Ladevorgang beenden, Gerät abkühlen lassen und beobachten - bei wiederholtem Auftreten den Hersteller-Support kontaktieren.
  • Es tritt Geruch, Rauch oder Flüssigkeit aus. Gebäude verlassen, Feuerwehr rufen. Ein Lithium-Brand lässt sich mit Wasser zwar kühlen, aber praktisch nicht mit Hausmitteln löschen.

Drei Regeln für den Alltag

Wer diese drei Punkte beherzigt, minimiert das Risiko deutlich: Powerstation und Balkonspeicher nie komplett voll oder komplett leer über längere Zeit lagern, sondern bei 40 bis 60 Prozent; einen kühlen, trockenen Platz ohne pralle Sonne und ohne brennbares Material in der Nähe wählen; und beim Laden nicht auf Teppich, Bett oder Sofa, sondern auf einer nicht brennbaren Unterlage. Wer eine Powerstation für den Notstromfall zu Hause bereithält, findet weitere Auswahlkriterien in unserem Ratgeber Powerstation für den Notstromfall.

Quellen: Unfallkasse Hessen, Lithium-Ionen-Akkus richtig lagern, Denios, Lithium-Ionen-Batterien lagern, Denios, Gefahren im Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus, abgerufen am 20. August 2026.

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