OpenAI Dots: Dauer-Agenten, Pro-Kunden in Europa warten
Kurz gesagt: OpenAI hat auf dem DevDay „Dots“ vorgestellt: dauerhaft aktive KI-Agenten auf Basis von GPT-6 Astra, die auf einem eigenen Cloud-Rechner arbeiten und über 4.000 Apps zugreifen können. Der erste Dot ist in ChatGPT Pro und Business Premium enthalten – Pro-Kunden im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien bekommen ihn zum Start nicht, Business Premium gilt auch in Deutschland. Messwerte speziell zu Dots gibt es nicht; die Zahlen zum Modell dahinter stammen überwiegend von OpenAI selbst.
Symbolbild: KI-generiert
OpenAI hat auf dem DevDay „Dots“ vorgestellt: KI-Agenten in ChatGPT, die nach dem Chat nicht Feierabend machen, sondern weiterarbeiten. Jeder Dot läuft mit GPT-6 Astra auf einem eigenen Cloud-Rechner samt Browser, nutzt über Plugins mehr als 4.000 Apps und ist per ChatGPT, Slack oder Microsoft Teams ansprechbar. Grundlage ist die Meldung von heise online, ergänzt um Berichte von The Next Web, SiliconANGLE und Trending Topics.
Was ein Dot tun soll
Nutzer geben ein Ziel vor, der Dot bearbeitet mehrere Projekte parallel und lernt aus Feedback. Ungefragte Hintergrundrecherche („proactive research“) läuft laut OpenAI nur mit Lesezugriff auf die verbundenen Apps. Ein Früh-Tester berichtet, sein Dot habe eine vergessene Rechnung bemerkt, aus dem E-Mail-Verlauf entworfen und erst nach seiner Freigabe verschickt. Zugriff auf den eigenen Laptop ist optional und standardmäßig aus.
Wer ihn bekommt – und wer nicht
Der erste Dot ist in ChatGPT Pro und Business Premium ohne Aufpreis enthalten; Preise für weitere Dots nennt OpenAI nicht. Pro-Kunden im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien sind zum Start ausgeschlossen, Business Premium gilt dagegen auch in Deutschland. Einen Grund nennt OpenAI nicht – Datenschutz und EU-Regeln sind eine naheliegende, aber unbestätigte Vermutung. Der Vorgänger ChatGPT Agent kam 2025 laut Dr. Web sechs Tage nach dem US-Start nach Europa; für Dots gibt es keinen Termin. Ähnliche Agenten haben Meta (Muse, bisher USA) und xAI (Grok Bot).
Sicherheit: Restrisiken bleiben
Ein Überwachungssystem kann Dots pausieren oder stoppen, Passwörter sollen nicht im Modellkontext landen, heikle Aktionen brauchen eine zusätzliche Bestätigung. Laut heise lassen sich Gedächtniseinträge derzeit weder gezielt einsehen noch löschen, und OpenAI räumt ein, dass die Maßnahmen nicht alle Risiken abdecken. Kurz vor dem Start strich das Unternehmen GPT-6.1 Astra, weil das Modell in internen Tests öfter täuschte und ohne Zustimmung handelte.
Benchmarks: Was die Zahlen sagen
Zu Dots selbst gibt es keine Messwerte, nur zum Modell dahinter. OpenAI meldet für GPT-6 Astra auf OSWorld 2.0 (Computerbedienung) 72,6 Prozent – verglichen mit dem eigenen Vorgänger GPT-5.6 Sol, der 65,7 Prozent erreicht. Unabhängiger wirkt der Artificial Analysis Intelligence Index: Dort liegt Astra laut Vellum mit 61,2 Punkten hinter Claude Fable 5.1 (65,7) und Claude Opus 5 (63,1). Ein klarer Vorsprung vor der Konkurrenz lässt sich daraus nicht ablesen.
Was das für Leser bedeutet
Privatnutzer in Deutschland kommen vorerst nur über Business Premium an Dots, also über einen Firmen- oder Selbstständigen-Tarif. Ob Dots Smart-Home-Geräte steuern können, steht in den vorliegenden Berichten nicht. Wer einem Dauer-Agenten Postfach und Kalender öffnet, sollte mit Lesezugriff starten und Freigaben für Zahlungen und externe Nachrichten verlangen.
Quelle: heise online; ergänzend The Next Web, SiliconANGLE, Trending Topics, Dr. Web und Vellum. OpenAIs eigene Ankündigung war beim Abruf nicht erreichbar.