Mähroboter ohne Kabel: Nur zwei von acht schneiden gut ab
Kurz gesagt: Von acht kabellosen Mährobotern im Test der Stiftung Warentest (04/2026) erhielten nur zwei die Note „gut“: der Ecovacs Goat O800 RTK (2,4) als Testsieger und der Mova 600 (2,5) als Preis-Tipp. Mehrere Geräte erkannten Attrappen eines Kinderfusses oder eines Igels nicht zuverlässig rechtzeitig. Wirksamer als jede Sensorik sind eine Mähzeit am Tag statt in der Dämmerung, das Absammeln der Fläche vor dem Start und Aufsicht, solange Kinder im Garten sind.
Produktfotos: Amazon (Partnerprogramm); Podest: KI-generiert
Der grosse Vorteil kabelloser Mähroboter ist unbestritten: kein Begrenzungskabel, das rund um jedes Beet verlegt und bei jeder Umgestaltung nachgezogen werden muss. Die Navigation per Satellit, Kamera und Laser funktioniert inzwischen zuverlässig. Nur hat die Stiftung Warentest im Frühjahr 2026 acht dieser Geräte geprüft – und bei den meisten lag das Problem nicht bei der Navigation, sondern dort, wo es unangenehm wird: bei der Sicherheit.
Sechs von acht reichten nicht für ein „gut"
Von den acht getesteten kabellosen Modellen für 600 bis 900 Quadratmeter erhielten nur zwei die Note „gut". Ausschlaggebend waren bei mehreren Geräten die Sicherheitsprüfungen: Die Tester legten Attrappen eines Kinderfusses und eines Igels in den Mähweg – und etliche Roboter erkannten sie nicht zuverlässig rechtzeitig.
Wie belastbar ist das? Die Gesamtaussage und die beiden guten Noten sind belegt. Die Einzelbewertungen der übrigen sechs Geräte stehen hinter der Bezahlschranke von test.de – wir nennen deshalb bewusst keine Namen von Modellen, die schlecht abgeschnitten haben sollen. Wer wissen will, wie ein bestimmtes Gerät im Detail bewertet wurde, kommt um den Kauf des Testberichts nicht herum.
Die beiden Geräte, die überzeugt haben
Testsieger unter den kabellosen Modellen wurde der Ecovacs Goat O800 RTK mit der Note 2,4. Er deckt 800 Quadratmeter ab, navigiert per RTK-Satellitensignal in Kombination mit Kamera und war laut Test das einzige Gerät im Feld, dessen Igel-Erkennung noch als befriedigend durchging. Aktueller Preis bei Amazon: 594 Euro statt 699 Euro (Stand: 9. August 2026).
Als Preis-Tipp führt der Test den Mova 600 mit der Note 2,5. Er kommt ohne RTK-Antenne aus und orientiert sich per 3D-Laserscanner, was ihn unabhängig vom Satellitenempfang macht – ein echter Vorteil unter dichten Bäumen. Ausgelegt ist er auf 600 Quadratmeter.
Einordnung: Der „Preis-Tipp" ist heute der teurere
Hier lohnt der Blick auf die Tagespreise, denn die Empfehlung dreht sich gerade um: Der Mova 600 kostet aktuell 899,99 Euro (Stand: 9. August 2026) – und damit rund 300 Euro mehr als der Testsieger. Zum Testzeitpunkt im Frühjahr lag er noch deutlich darunter. Wer heute kauft, bekommt also mit dem besser bewerteten Gerät zugleich das günstigere. Der Preis-Tipp bleibt trotzdem interessant, wenn der Garten viel Schatten hat: Ohne Satellitenempfang zu arbeiten, ist dort der entscheidende Punkt, nicht die Note hinter dem Komma.
Was Sie daraus für den eigenen Garten mitnehmen
Zunächst die Entwarnung: Ein Mähroboter im eigenen, eingezäunten Garten, in dem tagsüber keine kleinen Kinder unbeaufsichtigt spielen und der nicht an ein offenes Grundstück grenzt, ist ein anderer Fall als das Testszenario. Wer aber Kinder im Krabbelalter hat, Igel im Garten weiss oder eine offene Grundstücksgrenze, sollte das Ergebnis ernst nehmen.
Drei Stufen, die nichts oder wenig kosten und mehr bringen als jedes Zusatzgerät:
- Mähzeit verlegen. Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ein Roboter, der nur zwischen Vormittag und Nachmittag arbeitet, begegnet ihnen kaum. Das kostet nichts und ist die wirksamste Einzelmassnahme.
- Fläche vor dem Start abgehen. Klingt banal, ersetzt aber jede Sensorik: Spielzeug, Gartenschlauch und liegengebliebene Kleinteile einsammeln.
- Kein unbeaufsichtigter Betrieb bei Kindern im Garten. Keiner der getesteten Roboter erkennt zuverlässig genug, um Aufsicht zu ersetzen – auch der Testsieger nicht.
Erst danach lohnt der Blick auf das Gerät selbst. Und dort gilt: Ein besseres Hinderniserkennungs-System erschwert Unfälle erheblich, es schliesst sie nicht aus. Wer damit wirbt, verspricht mehr, als die Technik 2026 halten kann.
Mehr zum Thema: unser Überblick zu Mährobotern ohne Begrenzungskabel und der Ratgeber Begrenzungsdraht gegen drahtlose Navigation mit den Unterschieden zwischen RTK, Kamera und LiDAR.
Quellen: Stiftung Warentest, Mähroboter im Test (04/2026, geprüft am 23.03.2026). Preise per Amazon-Produkt-API abgerufen am 9. August 2026; Amazon-Preise ändern sich häufig.