Indien: Bewässerungspumpen könnten 116 Gigawatt Solar ziehen
Kurz gesagt: Der indische Herstellerverband ISMA schätzt, dass die Landwirtschaft zusätzlich 116 GW Solarmodule abnehmen könnte, davon 100 GW für netzgekoppelte und 16 GW für Dieselpumpen. Es ist eine Verbandsschätzung, keine Bestellung, und das Förderprogramm PM-KUSUM hat seine Ziele in der ersten Phase verfehlt.
Symbolbild: KI-generiert
Der indische Solarherstellerverband ISMA hat auf dem Bharat RE Summit am 2. November 2026 einen Bericht vorgestellt: Die Landwirtschaft des Landes könnte zusätzlich 116 Gigawatt (GW) Solarmodule abnehmen. Davon entfallen laut Verband 100 GW auf netzgekoppelte Bewässerungspumpen und 16 GW auf bisherige Dieselpumpen. Gebiete mit knappem Grundwasser sind dabei ausgenommen. Berichtet hat zuerst pv magazine international.
Was hinter der Zahl steckt
Indien hat rund 2,3 Crore Bewässerungspumpen, also etwa 23 Millionen. Die Landwirtschaft ist dort der drittgrößte Stromverbraucher mit knapp 18 Prozent des Verbrauchs im Jahr 2024. Weil der Strom für Bauern subventioniert wird, haben sich die Tarifzuschüsse der Netzbetreiber laut Bericht zwischen den Geschäftsjahren 2020 und 2025 von 1,21 auf 2,41 Lakh Crore Rupien verdoppelt. Solarpumpen sollen diese Last senken.
Das Programm PM-KUSUM baute im Geschäftsjahr 2025/26 mit 7,6 GW so viel Solarleistung zu wie nie zuvor. Bis Juli 2026 wurden über 28 Lakh Pumpen auf Solar umgestellt. Der Verband fordert, die Pflicht zu heimisch gefertigten Zellen und Modulen beizubehalten, klare Ziele je Bundesstaat und mehrjährige Ausschreibungen.
Unsere Einordnung
Wichtig ist, wer hier spricht: Der Bericht kommt von Herstellern, die vom Ergebnis profitieren. Die 116 GW sind ein Potenzial, keine Bestellung. Unabhängige Analysen von CEEW, CSTEP und IISD vom April 2026 zeigten, dass die erste Phase von PM-KUSUM ihre Ziele verfehlte. Genannt wurden schwache Netze, fehlender Landzugang und Finanzierungshürden. Ob aus der Schätzung Nachfrage wird, hängt also an Politik und Finanzierung.
Für Leserinnen und Leser in Deutschland ist der Bezug indirekt: Indien baut eigene Modulfertigung auf und dürfte künftig mehr Module selbst verbrauchen, statt sie zu exportieren. Wie stark das die Preise hierzulande beeinflusst, lässt sich aus der Meldung nicht ableiten. Dazu gibt es keine belastbaren Zahlen, und wir spekulieren nicht. Für Balkonkraftwerk oder Dachanlage ändert sich deshalb zunächst nichts.
Quelle: pv magazine international vom 5. November 2026. Eine zweite Quelle zur 116-GW-Zahl selbst haben wir nicht gefunden; der Kontext zu PM-KUSUM stammt aus unabhängiger Berichterstattung vom April 2026.