Grenzenlos 🎮 Steam Deck streamt PS5-Spiele – wie ist das möglich?
Kurz gesagt: Die Drittanbieter-App „Asobi“ des Entwicklers Inside Internet bringt eine zentrale Funktion des PlayStation Portal auf das Steam Deck: Cloud-Streaming von PS5-Spielen direkt aus Sonys Rechenzentren, ganz ohne eigene Konsole im selben Netzwerk. Voraussetzung ist ein aktives PS-Plus-Premium-Abo. Die kostenlose Version läuft mit 1080p und 30 Bildern pro Sekunde, eine kostenpflichtige Premium-Stufe soll 60 fps, HDR und haptisches Controller-Feedback bringen. Da Sony die App nicht lizenziert hat, ist eine plötzliche Sperrung jederzeit möglich – ein ähnliches Projekt verschwand bereits zuvor unangekündigt aus Valves Shop.
Bild: Valve Corporation, Pressematerial (Steam Deck Press Kit)
Wer ein PS5-Spiel unterwegs weiterspielen will, war bislang auf Sonys eigenes PlayStation Portal angewiesen – ein zusätzliches Gerät für rund 220 Euro, das nichts anderes kann als genau das. Wer bereits ein Steam Deck besitzt, musste dafür bisher ein zweites Handheld kaufen. Genau diese Lücke schließt jetzt eine inoffizielle App.
Was Asobi kann
Die Anwendung „Asobi: Remote Play“ des Entwicklers Inside Internet ist als Playtest kostenlos über den Steam-Shop installierbar und bindet sich direkt in die Systemoberfläche des Steam Deck ein, ein Wechsel in den Desktop-Modus ist nicht nötig. Anders als beim PlayStation Portal ist keine eigene PS5 im selben WLAN mehr nötig: Das Streaming läuft vollständig über Sonys Cloud-Server, die komplette Rechenarbeit findet extern statt. Genutzt werden können damit sowohl der PS-Plus-Katalog als auch die eigene digitale PS5-Spielebibliothek – wobei laut übereinstimmenden Berichten nicht jeder gekaufte Titel für das Cloud-Streaming freigeschaltet ist. Voraussetzung ist in jedem Fall ein verknüpftes PSN-Konto mit aktivem PlayStation-Plus-Premium-Abo, der teuersten Mitgliedsstufe.
Qualität und Kosten
Die kostenlose Basisversion überträgt in 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde mit automatischer Bitrate. Im aktuellen Playtest sind laut mehreren unabhängigen Berichten (unter anderem TheGamer und Notebookcheck) sämtliche Premium-Funktionen probeweise freigeschaltet: 60 fps, HDR, eine Hochskalierung bis 4K, niedrigere Latenz, manuelle Bitratensteuerung und haptisches Controller-Feedback über den DualSense. Ein separates, kostenpflichtiges „Asobi Premium“-Paket ist im Steam-Shop bereits gelistet, ein Preis dafür steht noch nicht fest. Eine Windows-Version ist laut Entwickler ebenfalls geplant, Asobi lief zuvor bereits auf iPhone, iPad, Mac, Apple TV, Vision Pro und Android.
Das Risiko: keine Lizenz von Sony
Der Haken: Asobi ist keine offizielle Sony-Anwendung und nutzt eine Cloud-Streaming-Funktion, die eigentlich dem PlayStation Portal vorbehalten ist. Nutzer melden bereits vereinzelt technische Probleme wie fehlerhafte Spielzuordnungen. Und ein Vorläuferprojekt mit ähnlichem Ansatz verschwand bereits ohne Vorwarnung wieder aus Valves Store – ein Hinweis darauf, dass Sony inoffizielle Portal-Klone nicht dauerhaft duldet. Wer sein PSN-Passwort in einer nicht lizenzierten Drittanbieter-App hinterlegt, sollte sich dieses Risikos bewusst sein, auch wenn bislang keine Berichte über Kontosperrungen wegen der Nutzung vorliegen.
Was das für Steam-Deck-Besitzer bedeutet
Für alle, die bereits ein Steam Deck besitzen und zusätzlich PlayStation-Plus-Premium-Kunde sind, spart Asobi im Erfolgsfall den Kauf eines zweiten Handhelds nur fürs PS5-Streaming. Wer beides noch nicht besitzt, sollte bedenken: Die App ist ein Playtest ohne Lizenz und Garantie auf Bestand – wer stabile PS5-Fernwiedergabe dauerhaft und ohne Abschaltrisiko will, ist mit dem offiziellen, aber teureren PlayStation Portal weiterhin auf der sichereren Seite.
Quelle: WinFuture. Zusätzliche Einordnung auf Basis eigener Recherche u. a. bei TheGamer, Notebookcheck und gg.deals.