Google baut Rechenzentrum in Wyoming: 17 Milliarden Dollar
Kurz gesagt: Google investiert langfristig 17 Milliarden US-Dollar in ein Rechenzentrum im Laramie County bei Cheyenne, Wyoming. Den Strom sollen unter anderem eine 702-Megawatt-Brennstoffzellenanlage mit CO₂-Abscheidung und Gaskraftwerke liefern. Gekühlt wird mit Luft statt Wasser.
Symbolbild: KI-generiert
Google hat am 5. November 2026 sein erstes Rechenzentrum im US-Bundesstaat Wyoming angekündigt. Nach Angaben des Konzerns fließen langfristig 17 Milliarden US-Dollar in das Projekt im Laramie County nahe Cheyenne. Die Zahlen stammen aus der Pressemitteilung im Google-Blog; es ist Herstellerkommunikation und keine unabhängige Prüfung.
Strom aus Brennstoffzellen und Gas
Der Energiehunger ist der eigentliche Kern. Mit dem Versorger AEP ist eine 702-Megawatt-Brennstoffzellenanlage mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung vereinbart, laut Google die größte geplante Anlage dieser Art. Die Zellen kommen von Bloom Energy und wandeln Erdgas in Strom um. Zusätzlich liefern Gaskraftwerke von Tallgrass Energy und Black Hills Energy. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob Tallgrass-Kraftwerke mit CO₂-Abscheidung nachgerüstet werden können; das Gas soll in einem Speicher im Osten Wyomings landen. Google will nach eigenen Angaben für den gesamten verbrauchten Strom zahlen.
Fachmedien berichteten schon im Oktober, dass hinter dem bisher „Project Tembo“ genannten Campus mit rund 2,7 Gigawatt Leistung Google steckt. Black Hills will laut diesen Berichten 1,8 Milliarden Dollar in 564 Megawatt Erzeugung investieren; erste Lieferungen sind für Ende 2027 angesetzt, die Fertigstellung bis 2031. Google selbst nennt in der Ankündigung keinen Zeitplan. Diese Angaben stammen aus Branchenberichten und sind nicht von Google bestätigt.
Wasser, Jobs und Kommune
Das Rechenzentrum wird luftgekühlt, um Wasser zu sparen. Konkrete Verbrauchszahlen nennt Google nicht. In der Bauphase sollen landesweit über 8.800 Stellen entstehen, im Betrieb über 3.700, davon 250 direkt in Wyoming. Dazu kommen Zuschüsse für MINT-Bildung und Handwerksausbildung sowie erwartete Grundsteuereinnahmen von mehreren hundert Millionen Dollar für den Landkreis.
Was das für Deutschland heißt
Für Smart-Home-Nutzer in Deutschland ändert sich dadurch nichts direkt: Es gibt keinen Euro-Preis, keinen Marktstart und keine Sprachfunktion, denn es geht um Infrastruktur, nicht um ein Produkt. Mittelbar zeigt die Meldung, wie viel Strom KI-Dienste wie Gemini oder der Google Assistant im Hintergrund brauchen – und dass Konzerne dafür auf eigene Gaskraft setzen. Wer Cloud-Abhängigkeit vermeiden will, nutzt lokale Standards: Matter-Geräte funktionieren auch ohne Google-Cloud, etwa mit Home Assistant oder einer Zentrale, die man heute schon kaufen kann. Ob Googles Rechenzentren das deutsche Angebot verbessern, nennt die Ankündigung nicht.
Offen bleibt zudem, wie viel CO₂ die Brennstoffzellen am Ende tatsächlich abscheiden, denn die Anlage ist bislang nur vertraglich vereinbart.