Firmen-Solar mit Speicher: Schutz vor Strompreis-Schwankungen
Kurz gesagt: Der US-Anbieter Onyx Renewables bietet Firmen Solarstrom und Speicher mit Festpreisen über 20 bis 25 Jahre an und trägt dafür selbst Bau und Finanzierung. Die Idee dahinter gilt auch hierzulande: Eigener Strom vom Dach macht Betriebe unabhängiger von Gaspreis und Lastspitzen-Gebühren.
Symbolbild: KI-generiert
Wenn Strom teurer wird, trifft es Gewerbebetriebe doppelt: Der Preis folgt dem Gasmarkt, und zusätzlich wachsen die Netzkosten. Mary Beth Mandanas, Chefin des US-Anbieters Onyx Renewables, beschreibt im Interview mit dem Fachmagazin pv magazine, warum immer mehr Firmen auf Solaranlagen mit Batteriespeicher direkt am Standort setzen. Ihr Argument: Der Strompreis wird an der Börse häufig vom Gaskraftwerk bestimmt, das als letztes zugeschaltet wird. Wer eigenen Solarstrom nutzt, koppelt sich davon ein Stück weit ab – eine Art physische Absicherung statt eines Finanzvertrags.
Festpreis über 20 bis 25 Jahre
Das Geschäftsmodell von Onyx ist schnell erklärt: Das Unternehmen plant, finanziert und baut die Anlage, bleibt Eigentümer und verkauft den Strom zu einem fest vereinbarten Preis über 20 bis 25 Jahre. Der Kunde braucht kein eigenes Kapital. Zusätzlich verweist Mandanas auf das Tempo: Wo Netzanschlüsse knapp sind, sei eigene Erzeugung oft die schnellere Lösung. Als Beleg nennt sie eine Prognose von S&P Global, nach der bis 2030 rund ein Viertel des neu entstehenden Strombedarfs von Rechenzentren durch Erzeugung vor Ort gedeckt werden soll. Wohlgemerkt: Das Interview kommt von einem Anbieter, der sein eigenes Modell verkauft – unabhängige Vergleichszahlen liefert der Beitrag nicht.
Was das für Deutschland heißt
Der Artikel bezieht sich auf den US-Markt, die Logik lässt sich aber übertragen. Hierzulande setzen Betriebe mit Speicher vor allem auf zwei Hebel: mehr Eigenverbrauch des Solarstroms und das Kappen von Lastspitzen, die bei größeren Verbrauchern über den Leistungspreis ins Geld gehen. Laut dem Ratgeber von Futurefox Green Deal liegen typische Gewerbespeicher bei 100 bis 250 Kilowattstunden, die registrierende Leistungsmessung greift ab etwa 100.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Für die Speicher-Hardware gibt es 2026 keinen direkten Zuschuss, nur den KfW-Kredit 270. Ob sich eine Anlage rechnet, hängt laut Ratgeber vom individuellen Lastgang ab – pauschale Amortisationszeiten gibt es nicht.
Für Leserinnen und Leser mit Heimspeicher ist die Botschaft dieselbe, nur kleiner: Wer Solarstrom speichert und mit einem dynamischen Tarif kombiniert, macht sich ebenfalls weniger abhängig von Preisspitzen am Markt.
Quelle: pv magazine international