Fake-Paket-SMS im Umlauf: So erkennst du den DHL-Betrug rechtzeitig
Kurz gesagt: Betrüger verschicken aktuell massenhaft gefälschte SMS im Namen von DHL, DPD, Hermes und GLS („Smishing“), die auf präparierte Links locken. Neu laut BSI: KI-Tools erzeugen inzwischen täuschend echte Nachrichten samt korrektem Corporate Design statt der früher üblichen Rechtschreibfehler. Wer klickt, riskiert Datendiebstahl, teure Abo-Fallen oder in Einzelfällen SMS-Rechnungen von mehreren Hundert Euro. Schutz bietet vor allem eine Regel: Sendungsverfolgung nie über SMS-Links, sondern immer direkt über die offizielle App oder Website des Paketdienstes prüfen.
Bild: Breaking-News-Radar
Eine SMS meldet, ein Paket könne nicht zugestellt werden, oder es sei noch eine Zollgebühr offen - ein Klick auf den mitgeschickten Link soll das Problem lösen. Wer diese Nachricht in den letzten Tagen bekommen hat, ist nicht allein: Die Verbraucherzentrale registriert aktuell wieder eine massive Welle solcher „Smishing“-SMS (aus SMS und Phishing), die sich als DHL, DPD, Hermes oder GLS ausgeben.
Was hinter den Nachrichten steckt
Laut Verbraucherzentrale verfolgen die Absender unterschiedliche Ziele: Auf der verlinkten Fake-Seite sollen Nutzer persönliche Daten oder Kreditkartendaten eingeben, eine schädliche App installieren oder eine kostenpflichtige Rufnummer anrufen. In manchen Fällen verschickt eine installierte Schad-App danach heimlich weitere SMS an alle Kontakte im Adressbuch - auf Kosten des Opfers. Die Betrugswelle ist kein neues Phänomen, sie tritt seit einer ersten großen Welle zu Ostern 2021 in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf.
Neu: KI macht die Fälschungen kaum noch erkennbar
Was aktuell anders ist, zeigen Berichte von boerse-express.com und ad-hoc-news.de unter Berufung auf das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Während sich ältere Betrugs-SMS oft durch holpriges Deutsch und offensichtliche Tippfehler verrieten, setzen die Täter inzwischen auf KI-Tools, die Logo, Farben und Tonfall der echten Paketdienste nahezu pixelgenau nachbilden und sogar personalisierte Texte erzeugen. International wird laut denselben Berichten zusätzlich verstärkt auf QR-Codes gesetzt, um klassische Link-Filter zu umgehen - ob dieses „Quishing“ in Deutschland bereits in vergleichbarem Umfang ankommt, lässt sich anhand der vorliegenden Berichte nicht sicher sagen. In Einzelfällen sollen Betroffenen laut Berichterstattung bereits Rechnungen bis zu 700 Euro für automatisch verschickte Abo-SMS entstanden sein - eine unabhängige Bestätigung dieser konkreten Schadenssumme liegt uns nicht vor, sie stammt aus Sekundärquellen.
So erkennst du eine gefälschte Paket-SMS
Ein paar Merkmale bleiben trotz KI-Fälschung verräterisch: Echte Paketdienste verschicken Statusmeldungen in der Regel ohne anklickbaren Link, der direkt zur Dateneingabe führt. Verdächtig sind unpersönliche Anreden, Zeitdruck („nur heute“, „sonst Rücksendung“) und Linkadressen, die zwar nach DHL klingen, aber nicht auf die offizielle Domain führen - etwa „dhl-sendungsstatus.de“ statt dhl.de, wie das t-online.de beschreibt. Die sicherste Prüfung bleibt simpel: Sendungsnummer nie über den SMS-Link, sondern ausschließlich über die offizielle App oder Website des Paketdienstes eingeben - wer kein Paket erwartet, hat ohnehin nichts zu verifizieren.
Was im Alltag zu tun ist
Die Verbraucherzentrale rät, verdächtige SMS zu löschen statt zu antworten, keinesfalls den Link zu öffnen und bei bereits erfolgtem Klick keine App zu installieren. Wer unsicher ist, prüft ein erwartetes Paket direkt auf der Website des Versanddienstes. Zusätzlich sinnvoll: eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter aktivieren, damit Schad-Apps keine kostenpflichtigen Abos abschließen können, sowie die Installation von Apps aus unbekannten Quellen in den Smartphone-Einstellungen unterbinden. Wer bereits Daten auf einer Fake-Seite eingegeben hat, sollte betroffene Passwörter sofort ändern und die Bank über eine mögliche Kartensperrung informieren.
Quellen: Verbraucherzentrale, boerse-express.com, t-online.de.