Solar-Fintech Cloover profitabel: 100 Mio. Kredit für Handwerker
Kurz gesagt: Cloover finanziert unabhängige Solar- und Wärmepumpen-Installateure, meldet erstmals einen profitablen Betrieb und eine neue 100-Millionen-Dollar-Kreditlinie. Parallel bündelt die Berliner Plattform installierte Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk und will Handwerksbetrieben so eigene Stromtarife ermöglichen.
Symbolbild: KI-generiert
Die Berliner Plattform Cloover finanziert unabhängige Handwerksbetriebe bei Photovoltaik, Wärmepumpen und Wallboxen – die Betriebe bleiben dabei eigenständig und wählen ihre Technik selbst. Nach eigenen Angaben hat Cloover nun erstmals profitabel gearbeitet, kommt auf eine annualisierte Umsatzrate von rund 300 Millionen Euro und begleitet jährlich etwa 20.000 Installationen über rund 500 Partnerbetriebe.
Zusätzlich zur bestehenden Finanzierungskapazität von über 1,3 Milliarden Dollar hat sich das Unternehmen laut eigener Mitteilung eine neue Kreditlinie über 100 Millionen Dollar aus einem privaten Kreditfonds gesichert – reines Fremdkapital, keine neue Beteiligung. Mitgründer Jodok Betschart bezifferte gegenüber Trending Topics die Runrate so: „300 Millionen Euro ist der Wert der Installationen, die wir verkaufen. Das ist die Runrate, heißt Juli-Zahlen mal zwölf.“ Nach eigenen Angaben läuft inzwischen rund die Hälfte des deutschen Marktvolumens außerhalb der großen Solarketten über Cloover-Partner.
Neben Deutschland und Österreich eröffnet Cloover nun Büros in Großbritannien, Frankreich und Polen. Größere Bedeutung für Endkunden dürfte aber der zweite angekündigte Schritt haben: die Transformation zum „KI-nativen Neo-Stromversorger“. Dabei bündelt Cloover die bei Partnern installierten PV-Anlagen technisch zu einem virtuellen Kraftwerk – inklusive Energiemanagement und Teilnahme am Intraday-Stromhandel, ohne eigene Kraftwerke zu betreiben. Die Handwerksbetriebe sollen darüber eigene Stromtarife unter ihrem eigenen Namen anbieten können, während Cloover die technische Abwicklung im Hintergrund übernimmt.
Für Hausbesitzer mit PV-Anlage ist das relevant, weil es zeigt, wohin sich der Markt bewegt: Statt nur Solarstrom zu erzeugen, wird die eigene Anlage zunehmend Teil eines größeren, digital gesteuerten Stromnetzes – mit potenziell besseren Vergütungen für eingespeisten Überschuss, sobald lokale Installateure solche Tarife über Partner wie Cloover anbieten. Wer eine PV-Anlage plant, sollte deshalb schon heute fragen, ob der Installateur an eine Finanzierungs- und Vermarktungsplattform angebunden ist – das kann sich später auf die Stromtarif-Optionen auswirken.
Quelle: pv-magazine.de, weitere Zahlen und das Betschart-Zitat via Trending Topics.