BYD verkauft jetzt Solar-Sets in seinen Autohäusern in Brasilien
Kurz gesagt: BYD verkauft ab sofort in allen 233 brasilianischen Autohäusern Solarkits mit 4,8 kWp Leistung aus acht 600-Watt-Modulen der eigenen Fabrik in Campinas. Das Paket umfasst Montage, Anmeldung beim Netzbetreiber und ein Jahr Versicherung, Käufer eines Song Pro Flex zahlen es zinslos in 36 Raten ab. Bis Jahresende sollen 300, bis 2027 rund 400 Standorte folgen - parallel investiert BYD bis zu 500 Millionen Real in Batteriespeicher fürs Stromnetz.
Symbolbild: KI-generiert
Der chinesische Autobauer BYD baut sein Geschäft in Brasilien über Fahrzeuge hinaus aus: In allen 233 Autohäusern des Landes können Kunden ab sofort komplette Photovoltaik-Sets kaufen, wie pv magazine international berichtet. Die Kits leisten 4,8 Kilowatt-Peak und bestehen aus acht Modulen zu je 600 Watt, die BYD in der eigenen Fabrik im brasilianischen Campinas fertigt. Nach Herstellerangaben erzeugt eine Anlage im Schnitt rund 600 Kilowattstunden Strom pro Monat.
Komplettpaket statt Einzelteile
Der Preis deckt nach Berichten brasilianischer Medien wie Vrum und Brazil Journal nicht nur Module, Wechselrichter, Montagegestell und Verkabelung ab, sondern auch die Installation, die Anmeldung beim örtlichen Stromversorger und eine einjährige Versicherung - ein Rundum-Paket, wie es in Deutschland eher Solarteure als Autohäuser anbieten. Wer gleichzeitig den Plug-in-Hybrid-SUV Song Pro Flex bar oder über eine Finanzierung des Partners Santander kauft, kann das Solarkit zinslos und ohne Anzahlung in 36 Monatsraten zu je 512 Real (umgerechnet knapp 100 US-Dollar) abbezahlen. Andere Kunden zahlen Zinsen ab 1,69 Prozent pro Monat, hinzu kommen laut den brasilianischen Quellen rund 1.728 Real an Steuern und Anmeldegebühren. Wichtig: Der Kauf ist nicht an einen BYD-Neuwagen gebunden - auch Besitzer anderer Automarken können die Solarkits erwerben.
Expansion bis 2027 geplant
Laut brasilianischer Berichterstattung will BYD sein Händlernetz für die Solarkits bis Ende 2026 auf 300 und bis 2027 auf rund 400 Standorte ausbauen. Der Vorstoß fügt sich in eine breitere Energie-Strategie: Wie mehrere brasilianische Wirtschaftsmedien Anfang Juli berichteten, kündigte BYD zusätzlich eine Investition von bis zu 500 Millionen Real (umgerechnet rund 80 Millionen Euro) in die Produktion und den Vertrieb von Batteriespeichersystemen in Brasilien an - der Autobauer positioniert sich damit zunehmend als Energieunternehmen, nicht nur als Fahrzeughersteller.
Einordnung: Was das für Deutschland bedeutet
Ein direkter Vergleich hinkt: In Brasilien ist Netzstrom deutlich teurer relativ zum Einkommen und die Sonneneinstrahlung günstiger, was Solaranlagen dort besonders schnell amortisiert. Dennoch zeigt der Vorstoß ein Muster, das auch hierzulande zu beobachten ist - Autohersteller entdecken das eigene Vertriebsnetz als Vertriebskanal für Energieprodukte, ähnlich wie es etwa Tesla mit Solardächern und Speichern vormacht. Für deutsche Verbraucher bleibt der klassische Weg über spezialisierte Solarteure und Elektriker der Standard, aber die Kombination aus Fahrzeugkauf, Finanzierung und Energieanlage aus einer Hand dürfte auch hier künftig öfter auftauchen, je stärker Autobauer wie BYD ihr Energiegeschäft global ausbauen.
Quelle: pv magazine international
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