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Brasilien: Rechenzentren müssen künftig komplett auf Ökostrom setzen

Kurz gesagt: Der brasilianische Senat hat am 1. September das Gesetz Redata verabschiedet: Rechenzentren, die von Steuererleichterungen profitieren wollen, müssen ihren gesamten Strombedarf über erneuerbare oder emissionsarme Quellen decken. Das Gesetz geht nun an den Präsidenten und dürfte die Nachfrage nach Solar- und Windprojekten in Brasilien deutlich ankurbeln.

Brasilien: Rechenzentren müssen künftig komplett auf Ökostrom setzen

Symbolbild: KI-generiert

Der brasilianische Senat hat am 1. September 2026 das Gesetz 278/2026 verabschiedet, das ein eigenes Steuervergünstigungsregime für Rechenzentren schafft – bekannt als Redata (Regime Especial de Tributação para Serviços de Centros de Dados). Es geht nun zur Unterzeichnung an Präsident Lula. Der zentrale Punkt: Wer als Rechenzentrum von den Vorteilen profitieren will, muss seinen kompletten Strombedarf über Lieferverträge oder Eigenerzeugung aus erneuerbaren oder emissionsarmen Quellen decken.

Im Gesetzestext werden Solar- und Windkraft explizit als erneuerbare Quellen genannt, Wasserkraft, Biomasse und Biogas gelten als emissionsarm. Berichterstatter Senator Cid Gomes hatte die ursprüngliche Formulierung „saubere Quellen“ noch zu „erneuerbare oder kohlenstoffarme Quellen“ verschärft – ein Kompromiss, der laut brasilianischen Medien auch Diskussionen um Atomkraft für Rechenzentren offenhält.

Als Gegenleistung für die fünfjährige Befreiung von Importzöllen, PIS/Cofins-Abgaben und Mehrwertsteuer auf Ausrüstung müssen Betreiber mindestens 10 Prozent ihrer Kapazität dem brasilianischen Markt zur Verfügung stellen, zwei Prozent des Warenwerts investieren und ihre Kühlsysteme wassersparend auslegen. Der fiskalische Verzicht wird auf über 7 Milliarden Real (rund 1,2 Milliarden Euro) in den ersten Jahren geschätzt.

Für die Energiewirtschaft ist die Regelung ein handfestes Signal: Ein Bericht des Analysehauses CELA bezifferte allein für den Zeitraum 2021 bis 2024 rund 330 Megawatt und 7,7 Milliarden Real an Stromlieferverträgen zwischen Rechenzentren und Erzeugern. Mit Redata dürfte dieser Markt für Power Purchase Agreements (PPA) und Eigenerzeugung – also auch für Solaranlagen direkt am Standort – spürbar wachsen, denn ohne nachweisbaren Ökostrom-Bezug gibt es künftig keine Steuervorteile mehr.

Für deutsche Leser ist das Gesetz ein Beispiel dafür, wie stark der weltweite KI- und Cloud-Boom inzwischen mit der Energiewende verzahnt wird: Wo neue Rechenzentren entstehen, wächst zunehmend auch die Nachfrage nach Solar- und Windstrom vor Ort – ein Muster, das auch hierzulande bei der Standortwahl von Rechenzentren eine wachsende Rolle spielt.

Quelle: pv magazine international

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