Bidirektionales Laden: Was Autofahrer jetzt wissen müssen
Kurz gesagt: Das E-Auto als Stromspeicher wird 2026 marktreif: Die doppelten Netzentgelte entfallen, BMW/E.ON und Ford/Octopus bieten erste Komplettpakete. Offen bleiben Stromsteuer-Fragen, Zählerkonzepte und der Smart-Meter-Ausbau.
Symbolbild: KI-generiert
Das Fachportal photovoltaik.eu hat ein kostenloses Spezial zur Elektromobilität veröffentlicht. Zentrales Thema: Das bidirektionale Laden steht laut Redaktion kurz vor dem Durchbruch. Wir konnten den Download selbst nicht einsehen und ordnen deshalb den Stand anhand weiterer Quellen ein.
Was sich geändert hat
Der wichtigste Hemmschuh war bisher die doppelte Belastung mit Netzentgelten, einmal beim Laden und einmal beim Rückspeisen. Nach Berichten von ZfK entfällt sie ab 2026; bidirektionale Autos werden anderen Speichern gleichgestellt. Die Regelung „MiSpeL“ der Bundesnetzagentur soll ab April 2026 zudem den Betrieb ohne zweiten Stromzähler ermöglichen. Mehr als 20 Elektromodelle in Deutschland können bereits Strom zurückspeisen.
Erste Angebote am Markt
Ford und Octopus Energy starten laut electrive ein Paket für Capri und Explorer mit bidirektionaler DC-Wallbox von Ambibox. Ein Bonus von 30 Euro pro Monat gilt, wenn das Auto mindestens 300 Stunden im Monat angesteckt ist (maximal 360 Euro im Jahr). Der Ladepreis liegt laut Ford im Schnitt bei 15 Cent pro Kilowattstunde. Auch BMW und E.ON haben ein gemeinsames Angebot angekündigt, Volkswagen mit Elli soll zum Jahresende folgen.
Unsere Einordnung
Für Hausbesitzer mit Photovoltaik ist das Modell am interessantesten: Tagsüber erzeugter Strom lässt sich im Auto puffern und abends im Haus nutzen. Die Rechnung ist aber nicht trivial. Steuerliche Entlastungen gelten zunächst vor allem für Nutzer mit eigener PV-Anlage, die Branche kritisiert das. Auch Zählerkonzepte, die Fahrstrom sauber von zwischengespeichertem Strom trennen, fehlen noch, und Netzbetreiber brauchen Monate für die Umstellung. Hinzu kommen Garantiegrenzen mancher Hersteller für die rückgespeiste Strommenge und Wallbox-Preise, die laut Ratgeberseiten bei DC-Geräten um 3.000 Euro netto plus Installation liegen können. Teslas sind in Europa bislang nicht für V2G freigegeben.
Unser Rat: Vor dem Kauf Fahrzeugfreigabe, Garantiebedingungen und Tarifkonditionen schriftlich klären. Wer ohnehin eine Wallbox plant, sollte die bidirektionale Fähigkeit als Option mitdenken. Die Angaben stammen aus Herstellerankündigungen und Fachmedien; Verfügbarkeit und Konditionen können sich ändern.
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