Rumänien: Batteriespeicher am Solarpark liefert 9,7 Mio. Euro Umsatz
Kurz gesagt: Der Energieversorger Econergy hat in Rumänien einen 70-MW/141-MWh-Batteriespeicher ans Netz gebracht, der an einen bestehenden 92-MW-Solarpark andockt. Der Speicher lädt bewusst bei niedrigen oder negativen Strompreisen aus dem Netz und soll jährlich rund 9,7 Millionen Euro Umsatz bringen - ganz ohne staatliche Förderung.
Symbolbild: KI-generiert
In der rumänischen Region Brașov ist ein Batteriespeicher* ans Netz gegangen, der zeigt, wohin sich der europäische Solarmarkt entwickelt: weg von der reinen Einspeisung, hin zum gezielten Verkauf von Strom zum richtigen Zeitpunkt. Der Energieversorger Econergy hat am Standort Părău 1 einen 70-Megawatt-Speicher mit 141 Megawattstunden Kapazität in Betrieb genommen, der an einen bereits seit 2024 laufenden 92-Megawatt-Solarpark angeschlossen ist. Zusammen kommt die Anlage auf 162 Megawatt Leistung auf einer Fläche von 113 Hektar.
Das Besondere: Der Speicher läuft komplett ohne staatliche Förderung auf eigenes wirtschaftliches Risiko - im Fachjargon "Merchant-Betrieb" genannt. Das bedeutet, Econergy verdient sein Geld ausschließlich am freien Strommarkt, indem die Batterie günstig einkauft und teuer verkauft. Konkret lädt sie gezielt dann, wenn die Strompreise niedrig oder sogar negativ sind - ein Zustand, der bei viel Sonne und Wind zeitweise auch in Deutschland auftritt - und speist ein, wenn die Nachfrage und damit der Preis steigt. Zusätzlich fängt sie überschüssigen Solarstrom auf, der sonst am Netzanschlusspunkt gekappt würde.
Nach Angaben des Unternehmens soll der rund 85 Millionen Euro teure Speicher jährlich etwa 9,7 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, was einer Amortisationszeit von rund drei Jahren entspräche. Econergy-Chef Eyal Podhorzer bezeichnete das Projekt als bewussten Schritt vom reinen Projektentwickler hin zum unabhängigen Stromerzeuger, der eigene Anlagen langfristig selbst betreibt. Laut Unternehmensangaben hat Econergy in Rumänien inzwischen mehr als 1 Gigawattstunde an weiteren Speicherkapazitäten im Bau oder startklar für den Netzanschluss - das Land überschreitet damit die Marke von 1 Gigawatt an Großspeichern.
Für deutsche Verbraucher und Betreiber eigener Solaranlagen ist das Projekt vor allem als Blaupause interessant: Je mehr Photovoltaik und Windkraft ins Netz drängen, desto häufiger werden auch hierzulande Stunden mit negativen oder sehr niedrigen Strompreisen. Großspeicher, die genau in solchen Fenstern zuschlagen, könnten künftig auch in Deutschland ohne Förderung wirtschaftlich betrieben werden - ein Trend, den Analysten bereits für mehrere europäische Märkte erwarten.
Quelle: pv magazine international, ergänzend Energy Storage News
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