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Silberpreis treibt Solarindustrie zu Kupfer: Neue Siebdrucktechnik aus China

Kurz gesagt: Der chinesische Photovoltaik-Anlagenbauer Wuxi Autowell Technology (ATW) hat eine Siebdrucklinie für Kupfer- und silberbeschichtete Kupferpaste vorgestellt, die auf TOPCon-, Rückkontakt- und künftige Solarzellen zielt. Kupferpaste verhält sich beim Sintern und bei der Oxidationsvermeidung grundlegend anders als die bisher übliche Silberpaste, weshalb neue Anlagentechnik nötig ist. Hintergrund ist der auf über 80 US-Dollar je Feinunze gestiegene Silberpreis: Die Solarindustrie verbraucht laut Branchenschätzungen rund 151 Millionen Unzen Silber pro Jahr und ist einer der größten industriellen Silberabnehmer überhaupt. Auch der Platzhirsch Longi will bereits 2026 in die Massenproduktion kupferbasierter Zellen einsteigen.

Silberpreis treibt Solarindustrie zu Kupfer: Neue Siebdrucktechnik aus China

Symbolbild: KI-generiert

Der chinesische Photovoltaik-Anlagenbauer Wuxi Autowell Technology (ATW) hat eine neue Siebdrucklinie vorgestellt, die speziell für Kupfer- und silberbeschichtete Kupferpaste ausgelegt ist. Das System besteht aus drei Teilen: einer Zelldrucklinie, einer Mehrschicht-Drucklinie für sogenannte Print-on-Print-Verfahren und einem eigens entwickelten Sinterofen, der die Oxidation des Kupfers während des Einbrennens verhindern soll. Zielgruppe sind Hersteller von TOPCon-Zellen, Rückkontakt-Zellen (Back-Contact) und künftigen Zelltechnologien. Laut Herstellerangaben schafft die Anlage 10.400 Wafer pro Stunde bei einer Zykluszeit von 0,68 Sekunden je 182-Millimeter-Wafer und einer Überlagerungsgenauigkeit von plus/minus 6 Mikrometern.

Der technische Kern des Problems: Kupferpaste verhält sich beim Sintern, bei der Verträglichkeit mit der Glasfritte und bei der Oxidationsvermeidung fundamental anders als die bislang übliche Silberpaste. Wer Silber einfach durch Kupfer ersetzt, riskiert Kontaktprobleme und Wirkungsgradverluste - deshalb braucht es eigens abgestimmte Druck-, Ausrichtungs- und Temperaturprozesse, wie ATW betont.

Der eigentliche Treiber: der Silberpreis

Hinter der Ankündigung steckt ein handfestes wirtschaftliches Motiv. Silber erreichte laut pv magazine Deutschland zuletzt einen Rekordwert von rund 83,6 US-Dollar je Feinunze. Die Solarindustrie zählt zu den größten industriellen Silberverbrauchern weltweit: Branchenschätzungen zufolge werden 2026 rund 151 Millionen Unzen Silber allein für Solarzellen benötigt - trotz eines erwarteten Rückgangs um etwa 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr, weil die Hersteller bereits gegensteuern. Der chinesische Marktführer Longi hatte bereits angekündigt, ab dem zweiten Quartal 2026 in die Massenproduktion silberfreier, kupferbasierter Zellen einzusteigen. Auch deutsche Forschung arbeitet an dem Problem: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat mit einem galvanischen Inline-Verfahren den Silberverbrauch bei TOPCon-Zellen von bislang 10 bis 12 Milligramm pro Watt auf 1,1 Milligramm pro Watt gedrückt - ein Zehntel des bisherigen Werts.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Käufer von Solaranlagen ist die Entwicklung zunächst eine Randnotiz auf der Fertigungsseite - mit möglicher mittelbarer Wirkung: Gelingt der Branche der breite Umstieg auf Kupfer statt Silber, verringert das einen wachsenden Kostentreiber in der Zellproduktion und könnte mittelfristig helfen, die Modulpreise stabil zu halten, statt dass steigende Silberpreise sie nach oben treiben. Bis kupfermetallisierte Zellen breit im Massenmarkt ankommen, dürfte laut den bislang genannten Zeitplänen der Hersteller noch mindestens bis Ende 2026 vergehen.

Quelle: pv magazine international, ergänzt um Recherchen bei pv magazine Deutschland, abgerufen am 1. September 2026.

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