Aqara plant ONVIF für G350 und lokale Gesichtserkennung
Kurz gesagt: Ein Aqara-Produktmanager hat im Herstellerforum drei Funktionen in Aussicht gestellt: ONVIF für die Kamera G350, lokale Gesichtserkennung für die Türklingel G400 und einen Videoanruf auf dem Handy bei der G410. Veröffentlicht ist davon noch nichts, Termine nennt Aqara nur vage.
Symbolbild: KI-generiert
Aqara arbeitet laut einem Beitrag von Produktmanager Donie im Herstellerforum an neuen Funktionen für drei Geräte. smarthomeassistent.de hat die Ankündigung zuerst aufgegriffen. Wichtig vorab: Es handelt sich um Pläne, nicht um veröffentlichte Updates.
Was angekündigt ist
Camera Hub G350: Die Innenkamera soll mit der nächsten Firmware ONVIF bekommen. Das ist ein herstellerübergreifender Standard, über den sich Kameras in Systeme wie Home Assistant oder Netzwerkrekorder einbinden lassen. Eine Versionsnummer oder ein Datum nennt Aqara nicht.
Doorbell Camera G400: Die kabelgebundene Türklingel soll Gesichter künftig lokal erkennen. Dafür sind laut Ankündigung Firmware, KI-Modell und App-Anpassungen nötig. Als Entwicklungsziel fällt grob das Ende des Novembers.
Doorbell Camera Hub G410: Mit der nächsten App-Version soll beim Klingeln ein Videoanruf auf dem Smartphone erscheinen. Welche Handys und Regionen zuerst dran sind, ist offen.
Unsere Einordnung
Die lokale Gesichtserkennung wäre für die G400 der interessanteste Punkt. Aktuell läuft die erweiterte Erkennung nach Tests wie dem von BGR in der Cloud und setzt nach der Testphase ein Abo (HomeGuardian) voraus; die G410 erkannte Gesichter dagegen noch lokal. Lokale Verarbeitung wäre schneller und datensparsamer, besonders aus Sicht des deutschen Datenschutzes. Ob das Abo dadurch überflüssig wird, sagt die Ankündigung nicht.
Auch bei ONVIF gilt: Ein allgemeines Versprechen heißt nicht, dass jede Funktion läuft. Bei Home Assistant braucht die ONVIF-Integration ein Gerät mit Profil S und einen H.264-Stream; Ereignisse und Schwenk-Steuerung hängen davon ab, was die Kamera tatsächlich liefert. Für die G350 wäre ONVIF dennoch ein Gewinn für alle, die keine Cloud-App als Zwischenstation wollen.
Eine zweite unabhängige Bestätigung der Forumsaussagen haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Der Stand beruht daher auf einer Quelle und der Aussage des Herstellers selbst.
Was Käufer jetzt tun sollten
Wer eine dieser Kameras nur wegen der angekündigten Funktionen kaufen will, wartet besser auf die tatsächlichen Release Notes. Wer ohnehin eine Aqara-Kamera plant, kauft nach heutigem Funktionsstand und betrachtet die Updates als möglichen Bonus.