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Akku-Fluch 🔋 Warum E-Autos Ihre Reifen schneller aufzehren (und wie Besitzer gegensteuern)

Kurz gesagt: E-Autos wiegen durch die Batterie oft 300 bis 600 Kilogramm mehr als vergleichbare Verbrenner. Reifenhersteller wie Michelin räumen ein, dass sich Reifen dadurch bis zu 20 Prozent schneller abnutzen können, Emissions Analytics beziffert plus 20 Prozent Verschleiß je 450 Kilogramm Mehrgewicht. Die OECD kommt in eigenen Messungen auf deutlich moderatere drei bis acht Prozent Mehrabrieb - Fahrstil und Reifenwahl gelten als mindestens ebenso entscheidend wie das reine Gewicht.

Akku-Fluch 🔋 Warum E-Autos Ihre Reifen schneller aufzehren (und wie Besitzer gegensteuern)

Foto: CZmarlin (Christopher Ziemnowicz), gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons

Wer von einem Verbrenner auf ein E-Auto umsteigt, wundert sich oft: Die Reifen sind schneller herunter als gewohnt. Kein Einzelfall und auch kein Gerücht - selbst Reifenhersteller bestätigen das Problem, streiten aber über dessen Ausmaß.

Woher der schnellere Verschleiß kommt

Zwei Faktoren treiben den Reifenabrieb bei Elektroautos: das Gewicht der Batterie und das sofort verfügbare, sehr hohe Drehmoment des E-Motors. Ein Familien-E-Auto wiegt laut Move Electric häufig um die 2.000 Kilogramm, ein vergleichbarer Verbrenner rund 1.400 Kilogramm - ein Plus von etwa 300 bis 600 Kilogramm, je nach Modell. Reifenhersteller Michelin bestätigt laut demselben Bericht, dass batteriebetriebene Autos ihre Reifen dadurch bis zu 20 Prozent schneller abnutzen können. Die auf Fahrzeugemissionen spezialisierte Prüforganisation Emissions Analytics rechnet noch konkreter: Pro 450 Kilogramm Mehrgewicht steigt der Reifenverschleiß demnach um rund 20 Prozent.

Nicht jeder Test sieht ein großes Problem

Andere Quellen relativieren die Dramatik. Auto Motor und Sport beruft sich auf OECD-Studien, wonach schwerere E-Autos im Schnitt nur drei bis acht Prozent mehr Abrieb erzeugen als vergleichbare Verbrenner - deutlich weniger als die von Michelin genannten 20 Prozent. Das Fachmedium argumentiert zudem, dass das Drehmoment selbst kaum eine Rolle spiele: Wie die Kraft erzeugt wird, sei für den Reifen egal, entscheidend sei allein, wie sie über das Gaspedal abgerufen wird. Als Hauptursache identifiziert der Bericht stattdessen die eigens für E-Autos entwickelten Reifen mit besonders niedrigem Rollwiderstand - ein Kompromiss zugunsten der Reichweite, der auf Kosten der Lebensdauer geht. Am Beispiel Audi E-Tron Sportback (rund 2.500 kg) gegen den baugleich bereiften Verbrenner Q7 (rund 2.100 kg) zeigt sich: Beide fahren auf identischen Reifen mit demselben Traglastindex, der Gewichtsunterschied allein erklärt den Verschleißunterschied nicht vollständig.

Was E-Auto-Besitzer konkret tun können

Unabhängig davon, welche Zahl am Ende stimmt, sind sich alle Quellen bei den Gegenmaßnahmen einig. Erstens: spezielle EV-Reifen wählen. Hersteller wie Continental, Michelin und Pirelli bieten inzwischen Reifen mit verstärkter Seitenwand für das höhere Gewicht und Materialien wie Nanokohlenstoff oder Nanosilica, die die Lebensdauer gezielt verlängern sollen. Zweitens: der Fahrstil. Sanftes Beschleunigen statt Vollgas ab der Ampel, die Nutzung des Eco-Modus und ein zurückhaltender Einsatz der Rekuperation schonen die Lauffläche spürbar - gerade das explosive Antrittsdrehmoment verleitet im Alltag zu einem Fahrstil, der auf Dauer teuer wird. Drittens: regelmäßige Kontrolle von Reifendruck und Achsvermessung, weil beides den Verschleiß bei schweren Fahrzeugen überproportional beeinflusst. Wer diese drei Punkte beachtet, kann laut den ausgewerteten Quellen einen großen Teil des Mehrverschleißes wieder ausgleichen - ganz verschwindet der Effekt des höheren Gewichts aber nicht.

Quellen: Move Electric und Auto Motor und Sport, abgerufen am 25. August 2026.

Quelle & Einordnung: Anlass dieser Meldung: Auto Motor und Sport / Move Electric. Text und Bewertung sind unsere eigene, unabhängige Einordnung – wir geben keine fremden Inhalte im Wortlaut wieder.
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